Herr Hermes und der Sozialporno

Gewisse Dinge ändern sich nie. Der Mensch wird stets bei Unfällen gaffen und mehr Lust bei Sozialpornographie denn beim Geschlechtsakt verspüren. Wenn es um die Peinlichkeiten anderer geht, wird der Mensch zum Meisteronanisten – vielleicht vor allem deshalb, weil dies die eigenen Hoppalas vergessen lässt. Dank Herrn Hermes, der Beate Uhse für Sozialfetisch, wird diese Lust auch weiterhin dauerhaft befriedigt.

„Alles“ begann, als Sie auf FM4 Stermann und Grissemann auf die Nerven gingen. Wie kommt man auf die Idee, bei zwei ungebremst Wahnsinnigen anzurufen und zu glauben, man kommt damit einfach so durch?

Herr Hermes: Während meines Studiums hatte ich unzählige Nebenjobs, unter anderem auch den Klassiker des Hotelnachtportiers. Als ich da vor 18 Jahren am Arsch der Welt in der Nacht intellektuell unterfordert an der Rezeption saß und die beiden Rabauken im Radio hörte, rief ich an weil ich Liebe brauchte. Entsprechend dem Konzept der Sendung erfuhr ich keine Liebe. Also rief ich nochmals an – mit anderem Namen – und versuchte einen neuen liebessuchenden Anlauf. Derselbige ist geglückt. Meine Telefonnummer hing ab dann im FM4-Studio und Grissemann/Stermann riefen mich vier Jahre lang jeden Dienstag gegen 0:45 Uhr zum Zwecke des gemeinsamen lustig seins an. Dann übernahm ich Ihre Sendung und bestreite nun seit 13 Jahren die Geisterstunde mit Chez Hermes.

Warum „Hermes“ als Pseudonym?

Herr Hermes: Zur Zeit ebendieser ersten Anrufe las ich ein Buch über griechische Mythologie. Den breitgefächerten Aufgabenbereich des Hermes (Verkehr, Kaufleute, Diebe und Wegelagerer, Gymnastik, Redekunst, Hirten, Kunsthändler, Magie, Götterbote) fand ich sehr lässig.

Bei FM4 laufen Sie als „Vinyl-Conferencier“. Wünschen Sie sich manchmal, Sie lebten noch in einer Zeit, in der noch Anstand und nicht Apple regierte?

Herr Hermes: Also vor Adam und Eva und ihrem Applegate? Nein!

Sie als audiophiler Mensch – Ihre Top-5 der angenehmsten und unangenehmsten Geräusche?

Herr Hermes: Unangenehm sind für mich eine interessierte Gelse, wenn ich versuche einzuschlafen, die MA48, wenn sie den Altglascontainer um 7 Uhr vor meinem Haus entleert, Rückkopplung, Tinitus und der Musikantenstadl. Angenehm hingegen die MA48, wenn sie den Altglascontainer um 17 Uhr vor meinem Haus entleert, wenn mir meine Frau ein Bussi schickt, der indische Ozean bis Windstärke 5, Stille und die Stimme von FM4-Nachrichtensprecher Joe Remick.

Für Willkommen Österreich sind Sie das, was Dominic Heinzl für die „oberen“ 10.000 ist. Kann Sie eigentlich noch etwas verwundern?

Herr Hermes: In den letzten fünf Jahren habe ich Dinge gesehen, ach, das können Sie sich gar nicht vorstellen. Meine Neugier ist geblieben, Verwunderung stellt sich seltener ein. Das irre Brüllen zahlreicher Jäger in verschiedenen Disziplinen bei der Hirschruf-Meisterschaft in Salzburg hat mein Erstaunen und Verwundern heftig strapaziert.

Gibt es für Sie eigentlich ein Bundesland, das mit Abstrusitäten hervorsticht?

Herr Hermes: Die entrische Stimmung in Teilen des Waldviertels scheint auch die Charaktere geprägt zu haben. Immer ein heißer Tipp für Veranstaltungen der dritten Art!

Treffen Sie selbst die Auswahl, oder werden Sie von der Redaktion geleitet?

Herr Hermes: Recherche, Auswahl, Regie und Beitragsgestaltung bestreite ich selbst.

Der Kundendienst des ORFs verrät, sie gleiten stilistisch zwischen O.W. Fischer und Harald Juhnke. Trinken Sie tatsächlich so viel, um jedwede Emotion auszuschalten?

Herr Hermes: Emotionen brodeln immer in mir, auch wenn sie nicht in meinem Mienenspiel brutzeln. Bei mancher landjugendlichen Zelt Freneterei zu sehr später Stunde kann Alkohol durchaus auch mein Freund weil Seelentröster sein.

Schämen Sie sich eigentlich manchmal fremd?

Herr Hermes: Am Schnittplatz beschleicht es mich immer wieder mal und bewirkt auch, dass ich so manche Szene aus dem Beitrag kippe. Allerdings darf Satire durchaus auch schmerzen.

Als die Donnerstag Nacht

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zu Grabe getragen wurde, fehlt Grissemann. Welches Los hat entschieden, wer die Rolle im Sarg übernimmt?

Herr Hermes: Grissemann hat am Drehtag um 8 Uhr in der Früh per SMS mit „Ich bin tot.“ abgesagt. Da lag es nahe wo er liegt …

Sie wirkten bereits für zahlreiche Firmen als Aushängeschild – für wen wären Sie selbst gerne einmal Testimonial?

Herr Hermes: Seit fünf Jahren bin ich im TV komplett in Weiß adjustiert in der Hoffnung es meldet sich mal ein Werbesponsor. „Hier könnte Ihre Werbung stehen!“ schreit meine Anzugsfarbe doch nahezu! Nicht einmal Tipp-Ex hat sich gemeldet.

Sie präsentieren nun erneut die „unteren 10.000“ live auf der Bühne. Was darf man sich erwarten?

Herr Hermes: Meine Beiträge im TV bieten nur drei bis vier Minuten Platz um Eindrücke des Erlebten zu transportieren. So manche Schnurre oder Wortspende muss da aus Zeitgründen das Nachsehen haben. Bei meiner Rückschau auf der Bühne kommt all das nichtgesendete Schöne zur Ansicht und zu Gehör. Des is mei Extra!

Ein Geständnis zum Abschluss: Würde man ganz tief graben, würde man nicht auch bei Ihnen eine absurde, abstruse Leidenschaft finden? Wenn ja, verraten Sie uns diese?

Herr Hermes: Seit drei Jahren „Hirschrufen“.

Interview: Stefan Baumgartner
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