Hip-Hop-Export

Der aus Linz stammende Peter Pangerl, alias Chakuza, hat sich in der deutschen Hip-Hop-Szene einen beachtlichen Namen machen können! Mit seinem aktuellem Album „Exit“ zeigt er einmal mehr seine persönliche Seite.

Seit 2005 wohnt Chakuza in seiner Wahlheimat Berlin, als Berliner bezeichnet sich der sympathische Oberösterreicher dennoch nicht. Ob er sich damals, als er mit seinem Freund DJ Stickle in einem kleinen Linzer Tonstudio stand wohl gedacht hatte, dass er einmal riesen Konzerthallen füllen würde?

 Dein aktuelles Album ist sehr persönlich …

Das ist bei mir immer so. Ich gehe ja mit dem Ziel ran, was preiszugeben, ich will, dass die Leute den Künstler dahinter sehen.

Exit

Die Melancholie auf diesem war beabsichtigt?

Das ist so, ich plane das nicht, ich mag etwas und die Stimmung entsteht dann danach. Ich habe meistens ja schon Sachen im Kopf und das Klangbild ensteht dann auch so.

Wie bist du eigentlich zum Hip-Hop gekommen?

Damals gab es am Samstag auf MTV noch die Sendung Yo!. Ich habe deshalb immer die Schule geschwänzt. Ich habe das gehört und war komplett geflasht davon. Ich habe ja schon immer Musik gemacht, mein Großvater war auch Musiker und ich habe auch immer schon Instrumente gespielt. In der Jugend macht man dann halt weiter, probiert das Mal aus. Dann habe ich es aber wieder aufgegeben. Irgendwann hat es mich dann gepackt. Ich hab mit Stickle so ein kleines Studio eingerichtet und wir haben herumprobiert. Das war noch alles in Linz, 2005 bin ich dann nach Berlin gezogen.

Sprachlich hört man da ja gar nichts Oberösterreichisches mehr …

Ich kann natürlich noch immer Dialekt sprechen, klar. Ich finde slangfreie Musik auch schöner. Außer es ist jetzt beispielsweise ein französischer Akzent, der ist natürlich schöner als ein Oberösterreichischer (lacht).

Siehst du dich selbst schon als Berliner?

Das darf man nicht, da werden die Original-Berliner sehr, sehr böse. Ich bin seit 10 Jahren dort  und für mich ist es auch mein zu Hause. Nach 10 Jahren kann man das auch so sagen. Ich bin leider auch sehr selten in Österreich mittlerweile.

Gibt es überhaupt Original-Berliner?

Es ist natürlich schon sehr überrannt, als wir damals hingezogen sind, war es noch nicht so cool nach Berlin zu ziehen,  weil es halt schon abgefuckt war.

Einer deiner Nummern ist „Charlie Brown“. War er ein Held deiner Jugend?

Das war ziemlich zufällig. Ich bin halt so ein Typ, ich gebe immer irgendwelche Bilder ein bei Google und ich weißgar nicht mehr, was es genau war aber ich sah auf einmal ein Bild von Charlie Brown, hinter diesem Zaun. Und dachte mir: „Krass Alter, das wäre schon eine coole Metapher dafür, was du in dem Song verpacken willst.“

Wie lange brauchst du so im Durchschnitt für einen Song?

Also dieses Album ging ziemlich schnell. Ich habe es in Skizzen aufgeschrieben an einem Tag und hab das dann alles aufgenommen. Wir haben das One Take gemacht und das dann auch so gelassen und nichts mehr daran verändert, außer die Instrumentalisierung, die haben wir noch verbessert. Von den Texten her …ich sag mal, das Schnellste war eine halbe Stunde für „Off“und am längsten hab ich acht Stunden gebraucht, für „Exit“.

Ist es noch immer das gleiche Gefühl wie damals, zu den Anfängen, wenn man eine Platte nach dem Presswerk in Händen hält?

Gerade jetzt wieder, weil wir soviel selbst gemacht haben. Das Artwork, wir haben selbst gemischt, wir waren beim Mastern dabei, da steckt unser ganzes Herzblut drin. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem dann ein Label einschreiten muss, haben wir alles selbst gemacht. Das war bisher noch nie so. Ich war vom ersten Ton bis zum letzten dabei. Das macht das Ganze für einen selbst natürlich noch wertvoller.

Meinst du, dass Hip-Hop mehr eine Lebensphilosophie als Musikrichtung ist?

Ich habe das noch nie so krass gelebt. Es gibt natürlich Typen, die das voll leben, da gehört dann natürlich auch Graffiti dazu und Breakdance. Das war nicht so mein Ding. Für mich war es einfach die Musik, die mir am besten gefallen hat und die ich machen wollte und nur die Musik Jetzt driftet es ja auch schon mehr in andere Bereiche ab, wir gehen immer weiter Richtung Indie raus. Für mich ist das auch ein ganz logischer Schritt.

Gibt es so ein paar Künstler, bei denen du dir denkst, dass du gerne mit ihnen auf der Bühne stehen willst?

Ich mach mir da nie so einen Kopf drüber. Für mich ist es dann immer im Moment, wenn ich eine Platte mache, die Frage, wen ich gerne auf dieser hätte. Für mich ist es bei der aktuellen auch ganz toll, dass Maxim da mitgemacht hat, der ist schon eine Größe. Es war sehr unkompliziert mit ihm zu arbeiten.

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