Hollywood goes Austria

Arnie, die steirische Eiche, ist zurück in Hollywood. Und Tom Cruise war auf einen kurzen Stunt bei der Wiener Oper.

 

„Reboot“ heißt die Hollywood-Zauberformel der Stunde, und wie die aktuellen Beispiele („Mad Max“, „Jurassic World“) zeigen, funktioniert diese sehr gut. Ist ja auch naheliegend, einmal erfolgreiche Charaktere und Storys mit den heutigen technischen Möglichkeiten neu aufzumotzen und dem Publikum – zum Großteil einer jüngeren Generation, die die Originale nur mehr vom Hörensagen oder von der DVD kennt – neu zu servieren. Das popkulturelle Wissen der Zuschauer macht es für Hollywood noch leichter: Da muss nichts erklärt werden, sondern man kann direkt in medias res gehen.

I’ll be back
Nach zwei herausragenden „Terminator“-Actionfilmen für die Ewigkeit, die Meister James Cameron 1984 und 1991 selbst verfertigte und mit denen er seiner Zeit weit voraus war, und zwei eher vermurksten weiteren Sequels geht man nun, wie es sich für einen Reboot gehört, zurück an den Start. In „Terminator Genisys“ wird erneut aus der Zukunft versucht, die Gegenwart zu „verbessern“ und den ultimativen Judgement Day (siehe Teil 2) zu verhindern. Kyle Reese (Jai Courtney) und ein alter Terminator (Arnie höchstpersönlich) machen sich auf den Weg, um Sarah Connor (Emilia Clarke) und ihren Sohn John (Jason Clarke, zufällige Namensgleichheit) zu beschützen. Regie führte Alan Taylor, der 1995 mit einem recht gelungenen Indie-Film namens „Palookaville“ erstmals aufhorchen ließ und in den letzten Jahren vor allem bei Fernsehserien von Rang und Namen (von „Sopranos“ über „Mad Men“ bis „Game of Thrones“) gut beschäftigt war. Emilia Clarke hat er aus Westeros gleich mitgebracht, und man darf erwarten, dass die 29-jährige Britin sich auch in der Rolle der Sarah Connor, die einst von der fast schon legendären Linda Hamilton verkörpert wurde, prächtig machen wird.

Nothing is impossible
Einen Reboot, so scheint es, hat Tom Cruise noch lange nicht nötig. Cruise, Publikumsmagnet seit gut drei Jahrzehnten, hat sich inzwischen längst endgültig aufs Actionfach festgelegt. „Mission: Impossible“, ursprünglich (1996) als einmalige Kinoadaption der beliebten Sixties-Agentenserie vorgesehen, entwickelte sich zum Renner, und Cruise hat längst als Produzent die Kontrolle über die Franchise übernommen: Mit seinem Spezi Christopher McQuarrie bringt er auch gleich den Regisseur für Teil 5, „Rogue Nation“ („Schurkenstaat“), mit, auch wenn das gemeinsame Action-Vehikel „Jack Reacher“ (2012) eine eher matte Sache war. Ethan Hunt und die Impossible Missions Force müssen sich diesmal mit besonders fiesen Gegnern herumschlagen, und das tun sie nicht nur in Marokko und England, sondern – die Dreharbeiten hielten letztes Jahr die Stadt in Atem – auch in Wien, genauer gesagt, in, um und auf der Staatsoper. Damit nicht genug: Mr. Cruise himself bestimmte Wien zum Ort der Weltpremiere (23. Juli), und für ein Mal ist Wien tatsächlich das, was Politiker und Funktionäre so gerne herbeibeten wollen: der Nabel der Filmwelt. Übrigens: Wie man hört, will Tom Cruise nun sogar seinem frühen Kassenschlager „Top Gun“ (1986) eine Fortsetzung angedeihen lassen …

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