Hot Pants Road Club

Jubel-Jubiläum

Eigentlich liegt die Gründung einer der erfolgreichsten und bekanntesten (Live-) Bands Österreichs bereits 25 Jahre zurück. Trotzdem feiert man mit einer ausgedehnten Tournee, der Single „Don’t Call Me In The Morning“ und einem Album im Herbst bloß das zwanzigste Jahr des Bestehens. Warum das so ist, erklärt „The Voice“ des Hot Pants Road Clubs, Andreas Gabauer, im TICKET-Interview…

TICKET: Gegründet wurde der HPRC 1987, dennoch feiert ihr heuer „erst“ den Zwanziger…

Andreas Gabauer: Das stimmt, die Brüder Roitinger haben in ihrer Heimatgemeinde Weibern in Oberösterreich die Band 1987 gegründet. Die konnten außer Blasinstrumente nichts spielen, und das war natürlich ein Bissl fad. Einer schnappte sich dann einen Bass, und spielte die einfachste Bass-Line von James Brown, und die stammt aus dem Song „Hot Pants Road“. Fünf Jahre haben die nur diese eine Nummer gespielt und die Leut‘ haben gesagt: Ihr seid ja der Hot Pants Road Club!

TICKET: Also sind zwanzig Jahre korrekter?

Andreas: Ja! Wir haben uns dann am Konservatorium in Linz kennen gelernt, wo einer der Brüder auch hingegangen ist. Er hat sich die besten Leut‘ vom Konservatorium geschnappt und gemeint: Wir machen eine Band á la James Brown und Tower Of Power mit mindestens fünf Bläsern… Funk! Mich hat das eigentlich nicht gefreut, aber ich dachte, das schau‘ ich mir an. Da kam ich das erste Mal in Berührung mit den ganzen alten Funk-Sachen, dem Memphis-Stax-Sound, Wilson Pickett und Sam & Dave. Als ich dann zum ersten Mal unsere fünf Bläser auf einmal gehört hab‘… die Kraft, die Gewalt hat mich fasziniert! Bald darauf haben wir unser erstes Konzert gespielt, ich hab‘ geschrien wie ein junger Stier, denn ich hab‘ geglaubt, ich muss wie ein Farbiger klingen… ich war immer heiser, fertig. Ein Konzert am Wochenende spielen, und dann eine Woche Regeneration. Das ist sich genau ausgegangen.

TICKET: Wie hält man knapp ein Dutzend Musiker zwanzig Jahre lang zusammen?

Andreas: Indem wir echte Freunde geworden sind. Wir haben uns praktisch gegenseitig erzogen. Wir sind zusammen durch alle Höhen und Tiefen gegangen, die es zwischenmenschlich geben kann. Wir kennen die dunkelste und hellste Seite voneinander. In meinen Anfangsjahren war ich natürlich auch ein Hitzkopf, völlig cholerisch. (lacht) Diese Allüren sind mir von den anderen sofort gekürzt worden.0 Da wirst du einfach erzogen. (lacht)

TICKET: Gab es so etwas wie Wehmut, dass der ganz große Erfolg ausgeblieben ist?

Andreas: Ja, absolut, wir haben immer mit dem gehadert, und wir haben deshalb von 2003 bis 2005 Pause gemacht. Da hab‘ ich sehr gelitten und musste mich neu erfinden. Aber es hat dann keiner ausgehalten ohne die Band! Heute ist es nur noch Dankbarkeit. Wir haben nicht resigniert, jetzt geht es nur noch um die eigene Gaudi und die mit dem Publikum. Den Wahnsinn und den Blödsinn, den wir ausleben können.

TICKET: Jetzt gibt’s die neue Single „Don’t Call Me in The Morning“… wer ist der Morgenmuffel?

Andreas: Ich! (lacht) Wenn die Arbeit in der Nacht zu tun ist, dann freu‘ ich mich schon, wenn ich nicht um halb zehn in der Früh Sachen ausmachen muss, die auch am Nachmittag gehen. Wenn wir auf Tour sind… „Don’t Call Me In The Morning“!

TICKET: Und wir sprechen in zwanzig Jahren noch immer?

Andreas: Ja, absolut! Wir werden das durchziehen, solange das Publikum uns will! Und wenn uns die Fans nicht mehr wollen, dann machen wir eben als privater Kegelverein weiter…

Interview: Alexander Haide

Live zu sehen:

23.03. Orpheum Wien
24.03. Salzburg, ARGEkultur
31.03. Linz, Posthof

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