Hurts her!

Foto: (c) Neil Krug

Von wegen retro. Das Erfolgsduo Hurts beweist eindrucksvoll, dass britischer Synthie-Pop kein Ablaufdatum hat. !ticket hat das Interview.

 

Wir hatten das Vergnügen, Hurts im Juni live bei einem exklusiven Fan-Showcase im Berliner Lido zu sehen. Das war eine Show! Es wurden Rosen ins Publikum geworfen, gemeinsam mit ihren Backgroundsängerinnen gaben Theo Hutchcraft und Adam Anderson alles. Am Tag danach trafen wir sie dann auf einen kleinen Plausch, bei dem sie mit uns über Routine, Musik und Dinosaurierschädel plauderten.

 

Ihr habt euch bei eurem Konzert ja ganz schön verausgabt. Sind kleine Konzerte bei euch immer so energiegeladen?

Theo: Die letzten Konzerte, die wir gegeben haben, waren große Festival-Shows. Die Show, die du gestern gesehen hast, war auch so gestaltet, nur eben einfach in einem kleinen Venue. Außerdem ist es auch gut, eine Live-Show zu einem richtigen Erlebnis zu machen.

Wie sieht es bei euch mit Lampenfieber bei kleineren Gigs aus?

Adam: Es ist ganz anders. Es ist aber gut so. Ich denke, dass du dich irgendwann daran gewöhnst, in großen Venues zu spielen. Da gibt es einen großen Abstand zwischen dir und dem Publikum. Wenn es aber eine kleine Location ist und die Leute sozusagen direkt vor deinen Zehen stehen, dann ist das schon speziell. Es ist cool, aber einfach anders, vielleicht ein bisschen spannender.

Würdet ihr sagen, dass Bands heutzutage noch immer so erfolgreich und langlebig sein können wie, sagen wir mal, The Beatles?

Theo: Ich glaube schon, solange du immer wieder etwas Spannendes und Frisches lieferst, dann geht es weiter. Wenn du dich ständig wiederholst, dann wird es schwierig. Wir versuchen einfach, spannende neue Dinge zu finden und uns immer wieder zu pushen.

Adam: Ich glaube, dass wir zu den glücklichen Bands zählen, mit denen die Fans gewachsen sind. Als ich jung war, habe ich immer wieder Platten gekauft, so circa drei pro Jahr, und ich habe sie mir so oft angehört, bis ich sie auswendig konnte. Heutzutage ist es schwieriger, so etwas zu erreichen, dementsprechend ist es vielleicht auch schwieriger, länger zu währen und ein Vermächtnis zu hinterlassen. Das musikalische Klima ist heutzutage sehr anders.

Kauft ihr noch immer Platten?

Theo: Natürlich.

Adam: Noch immer drei pro Jahr.

Kein Downloaden, kein Streamen?

Theo: Manchmal benutze ich Spotify, wir hören auch viel Radio. Radio kann dir helfen, Dinge zu finden, die du sonst nicht bemerken würdest.

Welche Radiosender hört ihr am liebsten?

Theo: Alles! Das Internet ist ein großer Platz … entweder erfährst du Dinge von Menschen oder du lernst, wenn du dir neue Songs anhörst. Es ist wirklich toll.

Gibt es irgendeine spezielle Musikrichtung, die ihr in Zukunft mit eurer eigenen kombinieren wollt?

Theo: Auf „Surrender“ haben wir mehr tanzbare Elemente eingebaut … das war sehr aufregend. Es sind einfach ganz viele unterschiedliche Musikrichtungen dabei. Also können wir in alle Richtungen gehen.

Rap, Folk, Country?

Theo: Ja, oder auch Metal. Du kannst wirklich alles machen. Wir sind immer offen, alles auszuprobieren, es gibt hier keine Grenzen.

Adam: Wir können machen, was wir wollen. Es gibt kein Regelwerk.

 

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Unterscheidet sich euer Musikgeschmack?

Adam: Wir mögen oft das Gleiche, unterscheiden uns aber dennoch. Das hilft auch, wenn wir Musik machen, damit Vielfalt gewährleistet ist.

Theo: Ich glaube, unsere Musik kann nicht von nur einer Person gemacht werden. Weil wir beide ganz anders darauf zugehen und es definitiv ein Produkt beziehungsweise ein Mix von zwei
Personen ist. Das macht es auch aufregend.

Wenn ihr einen Tag lang in den Schuhen einer anderen Person stecken könntet, wer wäre das?

Theo:: Prince. Ich würde einfach gerne jedes einzelne Instrument auf der Welt spielen können, Prince scheint dies zu können. Ich würde einfach gerne wissen wie es ist, brillant auf der Gitarre und auf dem Piano zu sein. Und noch dazu ein großartiger Tänzer und großartiger Sänger zu sein. Es sieht bei Prince so einfach aus. Und er kennt so viele Frauen … ein Tag als Prince wäre großartig (lacht)!

Adam: Ich würde wohl Nicholas Cage sein. Er besitzt einen echten Dinosaurier-Schädel und ganz viele andere freaky Dinge. Ich würde gerne einen Tag mit seinen seltsamen Dingen verbringen. Ich will einfach einen Dinosaurier-Schädel (lacht).

Schaut ihr euch auch Konzerte an? Was war das letzte, das ihr besucht habt?

Theo: Ja, ich gehe oft auf Konzerte. Das letzte war eine Skandinavische Band, die waren sehr intens, heavy, sehr strange, aber super. Dann war ich bei einer englischen Band, die Slaves heißen. Ich mag kleine Gigs. Wenn es eine Band ist, die ich noch nicht wirklich kenne, ist eine kleinere Location viel besser. Wenn es eine große Halle ist und ich ganz am Ende stehe, dann ist der Sound vielleicht auch ein bisschen weird und wenn man die Songs noch nicht kennt, dann ist das etwas schwierig. Wenn es ein kleiner Gig ist, ist es cool. In London gibt es so viele kleine coole Venues, da spielen immer super Bands.

Adam: Ja, ich gehe auch manchmal auf Konzerte. Hm, das letzte fällt mir jetzt gar nicht ein.

Was plant ihr, wenn ihr euer Album raus kommt.

"Surrender" erscheint am 9.10.15 bei Four Music (Sony Music)

„Surrender“ erscheint am 9.10.15 bei Four Music (Sony Music)

Theo: Wir werden vielleicht nächstes Jahr wieder an einem neuen arbeiten. Wir sind ständig im Studio. Wir werden dieses mal nehmen und rund um die Welt touren.

Wart ihr schon mal auf US-Tournee?

Theo: Ja, einmal.

Und wie kommt eure Musik dort an?

Theo: Wir haben nur eine Show dort gemacht. Wir haben so viel Zeit in Europa und Asien verbracht, dass wir uns noch gar nicht richtig um die USA kümmern konnten. Vielleicht jetzt – da haben wir die USA, Südamerika und Australien vor.

Manchmal funktioniert so eine US/Britische Kollaboration ganz gut – schaut euch mal FFS an …

Theo: Es ist so weird, nicht wahr? Eine schräge Idee, es ist so eine Sparks Idee, aber es ist cool und es funktioniert gut …

Mit wem würdet ihr denn so eine Supergroup machen?

Adam und Theo: Mit Sparks (lachen).

Adam: Wir mögen sie so sehr – sie haben uns so beeinflusst und sie leben ihr Leben. Ihre Karriere war so, wie niemandes sonst. Das ganze Drama, das sie in ihrer Musik haben ist so cool, sie sind so einzigartig. Hurts und Sparks, das wäre es! FFS klingt natürlich als Bandname auch so cool.

 

Hurts geben am 26. Februar im Wiener Gasometer ein Gastspiel. Tickets gibt es hier!

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