Ilija Trojanow erhält Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels

Der gebürtige Bulgare wurde heute als Preisträger des Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln bekannt gegeben.

Anlässlich der Jahrestagung des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels in Bad Aussee wurde heute Ilija Trojanow als diesjähriger Preisträger des Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln bekannt gegeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird 2018 bereits zum 28. Mal verliehen.

Jurybegründung

Ilija Trojanow kennt die Erfahrung der Flucht und des Fremdseins. Er kennt die Situation des ausgegrenzt Seins und weiß um die Notwendigkeit, das Verbindende in der Welt und zwischen den Menschen herauszustreichen und zu fördern. Als Mittel dafür hat er die Literatur gewählt und setzt sich in seinem Werk und durch sein Engagement für Toleranz gegenüber den anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn in herausragender Art und Weise ein.

Somit leistet er einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa und der Welt und wird damit dem Anspruch des Ehrenpreises des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln auf idealtypische Weise gerecht.

Schriftsteller, Verleger und Weltenmensch

Ilija Trojanow (geb. 1965, Sofia) floh als Kind mit seiner Familie über das frühere Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo die Familie politisches Asyl erhielt. Später zogen die Trojanows weiter nach Kenia. Von 1985-89 studierte der gebürtige Bulgare Rechtswissenschaften und Ethnologie an der Universität München. Dort gründete er den Kyrill & Method Verlag und drei Jahre darauf den Marino Verlag (beide auf afrikanische Literatur spezialisiert). 1999 übersiedelte Trojanow nach Indien, anschließend lebte er in Kapstadt.

Der Autor verfasste unter anderem Romane und Erzählungen über seine Zeit in Indien und Afrika und ebenso über die Flucht seiner Familie. 2006 erschien „Der Weltensammler“ (Hanser Verlag) über den Kolonialbeamten Richard Francis Burton, der mit dem Preis der Leipziger Büchermesse ausgezeichnet wurde. Seine Werke wie sein Schaffen wurden mehr als ein Dutzend Male ausgezeichnet.

Ilija Trojanow liest im Rahmen des Festivals Retz am 7. Juli aus „Nach der Flucht“. 

Ferner gastiert das Schauspiel Hannover nächste Woche mit der Dramatisierung seines Romans „Macht und Widerstand“ im Landestheater Niederösterreich.

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