Im Geiste vereint

In seiner Geschichte scheinen Edel-Metaller wie Motörhead und Judas Priest auf. In den letzten Jahren ist es um die 1996 gegründete Heavy-Serie „Mind Over Matter“ allerdings recht still geworden. Nun ist die Legende zurück!

 

Die etwas älteren Semester denken mit ein bisserl Wehmut an die Neunziger und die frühen Nuller-Jahre zurück. Man holte sich seine Platten beim ehemaligen Pungent-Stench-Schlagzeuger Alex Wank zuerst im Why Not und später im Totem und hatte neben einigen Kellerschuppen – das Graffiti für die Hardrock-Liebhaber, das Megiddo für die Gothic-Liebhaber – mit dem Escape Metalcorner ab 2003 ein Lokal vorliegen, das auch die „härtere Schiene“ bediente und mittlerweile auch etablierte Konzertlocation ist. Oben genannter Alex Wank sorgte neben Rock The Nation auch mit zahlreichen Club-Gigs für Live-Futter – und dann war da noch vor dem Kaltenbach Open Air die „Mind Over Matter“-Festivalreihe, in ihrer größten Ausformung 2001 mit den Headlinern Motörhead, Soulfly und Judas Priest am Festivalgelände in Wiesen. Doch leider war das „österreichische With Full Force“ mager besucht – und die Serie wurde zu Grabe getragen und schlummerte ein gutes Jahrzehnt vor sich hin. Höhen, Tiefen und Trends kamen und gingen, Koryphäen kehrten der Szene den Rücken, der Nachwuchs – Catapult Promotion – rückte nach.

Mind Over Matter ist zurück!
Doch Anfang 2015 rappelte es in der Kiste, „Mind Over Matter“ stand wieder am Schirm. „Dream Theater wollten ein Festival und nicht nur einen Clubgig spielen“, klärt Namensvater Thomas Zsifkovits (Nova Music) auf, „und nachdem ihnen der Name so gefiel, haben wir uns entschlossen, das Festival wiederzubeleben und gleich für unsere Metal-Shows als Label herzunehmen.“ Wobei man sich im Hause noch uneinig ist, ob es der Name, der nun doch schon einige Jährchen am Buckel hat, beim Endkunden zu einem ähnlichen Gütesiegel schaffen kann wie vor Jahren die „Show No Mercy“-Touren oder die „Roadtrip To Outta Space“-Reihe der Arena. Aus wirtschaftlicher Perspektive sind da Werbepartner wie Impericon „wichtiger“.

Geschätzter Metal-Fan
Allerdings versteht man auch die Fansicht, dass etwas Ehrwürdiges wie Mind Over Matter dauerhaft für Qualität bürgen muss: „Wenn wir das schaffen, dann freut es uns natürlich. Das hängt  natürlich davon ab, wie geschickt wir das anlegen“, gibt sich Zsifkovits kämpferisch – und er weiß durchaus, wie es um den Fan bestellt ist: „Es gibt nichts Loyaleres als den Metal-Fan. Bis heute sind das die Leute, die die Musik lieben, Platten und Merchandise kaufen. Der Metalfan schätzt, was ihm geboten wird.“ Und geboten wird doch einiges: Mit den Einzelshows von Rob Zombie, Slayer, Moonspell und Paradise Lost oder auch dem gigantischen Aggro-Kollektiv Napalm Death/Carcass/Voivod/Obituary legt man stark vor – und setzt durchaus auch auf den Empathie-Wert der Wiener Arena, denn Mind Over Matter soll 2016 ebenfalls dort stattfinden, sofern das Debüt gut aufgenommen wird. Und auch das sollte mit Dream Theater und den Rising Stars Kadavar ein Leichtes sein. (Korrektur: Nach Redaktionsschluss wurde bekannt, dass das Mind Over Matter-Festival von der Open Air Arena für diese Saison in den Gasometer Wien verlegt werden muss.)

 

Alle Veranstaltungen, die unter dem Banner „Mind Over Matter“ laufen, findet ihr unter diesem Link.

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