In Flames schätzen sich glücklich

Ihr letztes Album “Siren Charms” erschien 2014. Sie haben eine Festival-Tour hinter sich und beehren uns im November im Linzer Posthof: In Flames.

Das schwedische Wort „björn“ heißt übersetzt „Bär“ und das nicht umsonst: der Gitarrist von In Flames, Björn Gelotte, wirkt durch seinen Rauschebart und seine gemütliche Erscheinung wie ein eben solcher. Als ich ihn am Nova Rock zum Interview treffe, bekomme ich ein kaltes Bier serviert, es wird ein bisschen schwedisches Geplänkel ausgetauscht, bis man dann zu den musikalischen Fragen kommt:

Ihr habt ja gerade erst bei Rock Am Ring gespielt …

Das war eine großartige Show, wir kamen gerade von unserer US-Tour, wir haben dort sechs Festivals hinter uns. Festivals machen viel Spaß, weil da immer so viele Menschen sind, die das Ganze als richtiges Abenteuer ansehen. Die Organisation ist in den USA allerdings nicht so gut wie hier. Sie haben eine ganz andere Festival-Tradition und -Kultur als wir hier in Europa. Man glaubt es kaum, aber härtere Rockfestivals sind für die USA eher etwas Neueres und nicht so verankert. Hier funktioniert immer alles reibungslos, so auch bei Rock am Ring.

Wie kam euer letztes Album bei der Fangemeinde an?

Ich glaube nicht, dass es sehr oft gekauft wurde. Aber das ist ja generell so – Menschen kaufen immer weniger Platten. Wenn du ein neues Album heraus bringst, passiert immer wieder dasselbe: Man verliert ein paar alte Fans und hat vielleicht die Chance neue dazu zu bekommen. Das ist die Natur unserer Musik, wir tun was wir tun wollen und machen keine Musik, die allen gefallen soll. Wir entwickeln uns immer weiter, sodass unsere Alben oft sehr unterschiedlich klingen. Dementsprechend sind immer ein paar Leute angepisst, aber uns macht das nichts aus. Musik soll mir ja nicht Energie rauben, sondern geben. Wenn mir etwas nicht gefällt oder langweilig wird, mache ich einfach etwas anderes. Das ist so meine Philosophie. In den letzten 15 Jahren ist uns das immer so passiert. Allerdings muss man sich auch ansehen, wie es ankommt, wenn wir unsere Musik live spielen. Und die neueren Sachen kommen wirklich ganz gut an. Das ist die beste Art um zu wissen, dass Leute das was du machst mögen.

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Denk mal an früher zurück, was waren damals deine Erwartungen ans Leben, an die Musik?

Erfolg ist sicher nicht das Ding, warum man anfängt Musik zu machen. Ich hätte mir damals sicher nicht vorgestellt, dass ich hier mit dir sitze, mit einem kalten Bier in der Hand und dir von unserem elften Album erzähle. Du vielleicht auch nicht (lacht). Wir sind sehr glücklich, dass das alles so gelaufen ist. Wir haben – so wie sehr viele Bands – ziemlich hart gearbeitet. Bei uns ist es sich einfach ausgegangen und wir sind so gesegnet, dass wir von dem Leben können, was uns Spaß macht. Wir haben einige Kollegen, die in einer ähnlichen Situation sind … es ist manchmal hart, aber macht unterm Strich einfach so viel Freude.

Wird es heute Feuer auf der Bühne geben?

Nein, heute leider nicht. Nightwish spielen nach uns … wenn wir der Headliner wären, dann vielleicht. Gestern haben wir beim Greenfield Festival in der Schweiz gespielt, da hatten wir ganz viel Pyro. Wir machen das nicht auf allen Festivals.

Fernab von dir als Musiker, du malst ja auch sehr gerne.

Ich zeichne und mal viel, vor allem mit Acrylfarben. Ich habe es auch schon mal mit Ölfarben versucht, dafür bin ich aber zu ungeduldig. Man muss ja sehr lange warten, bis es getrocknet ist, ich mache auch viel zu viele Fehler.

Hast du dir schon mal überlegt, ein Albumcover zu gestalten?

Nein, das ist nicht das, was ich tue. Es soll kein Job werden, sondern einfach nur da sein, um zu entspannen.

Gehen bei euch im Tourbus die Wogen auch manchmal hoch, wenn ihr auf so engem Raum zusammengepfercht seid?

Es ist als würdest du mit deiner Familie auf Tour sein. Die erste Woche ist super, ab der zweiten geht man sich vielleicht schon ein bisschen auf die Nerven. Und jetzt überleg dir mal, dass du eine 8 wöchige Tour hinlegst. Aber alle in der Band und in der Crew mögen das ganz gerne. Am Anfang war das nicht so, da waren ein paar Leute in der Band, die das Tourleben nicht ausstehen konnten. Aber mittlerweile haben wir eine ganz solide Besetzung. Wir mögen das alle.

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