Italienische Nächte

Wer im heurigen Sommer italienisches Flair schnuppern möchte, muss gar nicht so weit fahren: Ein Ausflug nach Mörbisch und St. Margarethen genügt!

 

Die Seefestspiele Mörbisch laden heuer mit der Johann Strauss-Operette „Eine Nacht in Venedig“ zu einer rauschenden Ballnacht. Fast in Echtzeit erlebt das Publikum eine Verwechslungskomödie, die während des Venezianischen Karnevals spielt. Für Regisseur Karl Absenger ist es ein Anliegen, auch junges Publikum nach Mörbisch zu locken: Er verlegt die Handlung dezent ins Heute und Joesi Prokopetz, der neben Heinz Zednik und Ernst-Dieter Suttheimer Teil des Senatoren-Trios ist, steuert neue Dialogtexte bei. Walter Vogelweider hat in sein Bühnenbild ein riesiges Kreuzfahrtschiff integriert und zum ersten Mal kommt auf der Seebühne auch eine Drehbühne zum Einsatz.

Der bekannte Tenor Herbert Lippert singt die Hauptrolle, ihm zur Seite stehen u. a. Elena Puszta sowie Annika Gerhards als Annina, Marina Alsen – Tochter des Begründers der Seefestspiele, Herbert Alsen, als Senatorengattin Constantia sowie die Intendantin, KS Dagmar Schellenberger, in der Rolle der Barbara Delacqua. Und das, obwohl Schellenberger für heuer eine Bühnenpause geplant hatte, doch Regisseur Absenger hat sich, zum Glück, mit seinem Wunsch durchgesetzt.

Ein Fest für die Augen …
Spannend wird es im Römersteinbruch St. Margarethen: Gezeigt wird der Opernthriller „Tosca“ von Giacomo Puccini rund um die Sängerin Floria Tosca und den Maler Caravadossi – eine politisch-erotische Dreiecksgeschichte.

Amra Bergman ließ sich gemeinsam mit Regisseur Robert Dornhelm, der mittlerweile zum dritten Mal im Römersteinbruch St. Margarethen Oper inszeniert, bei einer gemeinsamen Romreise für ihr Bühnenbild inspirieren. Für Bergmann ist der Steinbruch „eine 3D-Spielstätte, die eine großartige Herausforderung darstellt. Mein Bühnenbild wird den kraftvollen Background der Felsenlandschaft nutzen und damit zu einer Einheit mit der Natur verschmelzen“. Mittelpunkt ist der 25,7 Meter hohe Torso eines Engels, der über das Geschehen wacht. Die Engelsflügel mit einer Fläche von 1.600m² bestehen aus mehr als 670 einzelnen Federn. Die Flügel können geöffnet werden und so ergeben sich unterschiedliche Räume, aber auch der Blick auf 340m² LED-Fläche, denn Robert Dornhelm ist der Ansicht, dass wenn „der Ton verstärkt wird, auch das Bild verstärkt werden muss“.

… und die Ohren
Neu ist heuer der musikalische Leiter: Michael Güttler steht an der Spitze einer Generation von jungen Dirigenten, ist so manchen sicher von seinen Dirigaten an der Wiener Staatsoper bekannt und wird mit seiner Interpretation sicher für einen musikalischen Höhepunkt sorgen.

Ihm zur Seite stehen u. a. Alexia Voulgaridou als Tosca, Yusif Eyvazov als ihr Geliebter Cavaradossi sowie Marco Vratogna als skrupelloser Polizeichef Scarpia. Es spielt das Staatsorchester der Nationaloper Prag – so wird es definitiv ein Fest für alle Opernliebhaber werden.

Ab in den Süden
Das Burgenland wird also diesen Sommer für einen Moment zum südlichsten Bundesland Österreichs mit all diesem italienischen Flair zwischen Venedig und Rom, also genügend Italianità diesen Sommer!

Aber aufpassen, in Italien sind Opernpremieren dann doch auch noch ein modisches Ereignis: vor allem die Saisoneröffnung an der Mailänder Scala am 7. Dezember. Die kann man getrost als eine Mischung aus Wiener Opernball und Salzburger Festspielpremiere bezeichnen. Sie merken, eine wirkliche Empfehlung für die passende Garderobe kann hier nicht abgegeben werden. Aber definitiv kann die Empfehlung ausgesprochen werden, sich gleich doppelt in italienische Nächte zu stürzen!

 

Tosca“ startet am 8. Juli im Steinbruch St. Margarethen und ist ebendort bis 15. August zu erleben, „Eine Nacht in Venedig“ folgt am 9. Juli in Mörbisch am See und ist bis 22. August zu sehen.

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