Itchy im Interview – und im Dezember live in Wien!

Itchy

Am 1. Dezember kommen Itchy mit ihrem neuen Album „All We Know“ live in die Arena Wien. Unsere Kollegen von Eventim haben die deutschen Punkrock-Legenden zum Gespräch gebeten!

Itchy

Über 1000 Live-Shows haben die deutschen Punkrocker Itchy seit ihrer Gründung im Millenniumsjahr inzwischen auf dem Buckel. Die meisten davon noch als „Itchy Poopzkid“, doch ihren zweiten Namen warfen Sibbi, Panzer und Max dieses Jahr über Bord. 1000 Live-Shows, da gibt es bestimmt die ein oder andere Story zu erzählen, oder nicht? Im Interview bringen uns Itchy mit ihren kuriosen Anekdoten zum Lachen – euch auch?

Warum wir die Jungs gerade jetzt zum Interview gebeten haben? Na weil in etwa sechs Wochen endlich die große Tour zu ihrem neuen Album „All We Know“ startet! Dann gibt’s endlich die volle Itchy-Dröhnung! Lasst euch diese Punkrock-Orgien nicht entgehen – Tickets für das Konzert am 1. Dezember 2017 in der Arena Wien bekommt ihr bei oeticket.com.

Bevor wir nun Sibbi und Panzer zu Wort kommen lassen, sei euch an dieser Stelle noch das aktuelle Itchy-Musikvideo zu „The Sea“ ans Herz gelegt. Die Band engagiert sich für die Kampagne I Care, die sich dafür einsetzt, die Plastikvermüllung der Ozeane zu verringern. Neun Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr in den Weltmeeren – Müll, der das fragile Ökosystem immer mehr verschmutzt und viele Tiere qualvoll verenden lässt. Dabei könnten wir viel von diesem Einwegplastik schon bei uns zu Hause vermeiden – wenn wir einfach mal ein bisschen nach- und mitdenken. Nun aber zum Gespräch mit Itchy – Zwerchfelle geölt?

ITCHY – The Sea

Itchys, was war euer peinlichster Tour-Moment aller Zeiten?

Panzer: Aus unserer Sicht gar keiner. Von außerhalb gesehen wahrscheinlich aber schon einige. Ich hatte bei einem Konzert mal vergessen meinen Kaugummi vor der Show aus dem Mund zu nehmen und wollte den dann während einem Song cool ausspucken und anschließend energisch mit dem Fuß wegkicken. Ich dachte, das würde bestimmt stark aussehen. Leider hab ich den Kaugummi etwas zu weit nach vorne gespuckt und musste einen langen Ausfallschritt machen, um den Kaugummi noch mit dem Fuß zu erwischen. Da das Publikum allerdings sehr nah an der Bühne stand, war es am Ende so, dass ich einem Mädchen, das in der ersten Reihe stand, einwandfrei und mit voller Wucht ins Gesicht getreten habe. Ein Fußball-Torwartabschlag wie aus dem Bilderbuch. Ist im Nachhinein gesehen tatsächlich nicht ganz optimal gelaufen, die Aktion.

Erzählt uns von eurem ekligsten Essenserlebnis auf Tour.

Sibbi: Auf unserer allerersten Tour haben wir die ersten sieben oder acht Shows JEDEN Abend Spaghetti mit Tomatensoße bekommen und JEDEN Abend hatten die Spaghetti die Konsistenz von Spargelcremesuppe. Die müssen sicherlich eine halbe Stunde lang gekocht haben. Ein anderes Mal hat uns die Veranstalterin einen orangefarbenen Brei in einem riesigen Topf mit den Worten „Hier, eure Fischstäbchen“ auf den Tisch gestellt.


Sibbi von ITCHY:

„Wir sind tatsächlich immer noch vor jeder Show nervös. Wirklich jeder.“

 


Wo hattet ihr den epischsten Tour-„Hangover“ aller Zeiten und was war passiert?

Panzer: Der Preis wurde bereits im Jahr 2012 an unseren Schlagzeuger Max verliehen. Nach einem Festival in der Nähe von Berlin hatte er aus Versehen etwas zu tief in alle verfügbaren Bierfässer geschaut, und auch als wir ihn spät nachts überreden wollten endlich mit ins Hotel zu kommen hatte er sich standhaft geweigert das Festivalgelände zu verlassen. Am nächsten Tag war er dann nirgendwo zu finden. Nicht im Hotel, nicht am Festival, sogar auf dem Zeltplatz hatten wir eine Stunde nach ihm gesucht. Handy aus, keine Spur, nicht auffindbar. Wir mussten also wohl oder übel ohne ihn und voller Sorgen nach Hause fahren. Später stellte sich heraus, dass er mitten in der Nacht auf einem Acker umgefallen und eingeschlafen ist. Komplett betrunken, Handy kaputt und ich glaube irgendjemand hat auch noch einen Zahn an einem Bauzaun verloren. Jedenfalls hat er irgendwie sowas erzählt. Im Anschluss ist er dann derbe verkatert mit Bus, Bahn und ICE zwölf Stunden lang, in seinem einzigen versifften T-Shirt, alleine nach Hause gefahren. Der Pokal für diese Aktion steht bis heute ganz vorne in seiner Vitrine.

Wie nervös seid ihr vor einer großen Tour, gerade auch mit neuen Songs im Repertoire? Oder überwiegt einfach die Vorfreude?

Sibbi: Wir sind tatsächlich auch nach so langer Zeit vor jeder Show nervös. Wirklich jeder. Mal mehr, mal weniger. Am nervösesten sind wir aber tatsächlich vor der ersten Tourshow des Jahres. Weil an dieses Abenden erfahrungsgemäß immer am meisten schief geht. Technisch als auch spielerisch versteht sich.

Habt ihr euch schon mal beim Abrocken auf der Bühne verletzt? Oder bei der Gitarrenkoffer-Surfnummer?

Panzer: Ich führe seit Jahren eine innige Verletzungsbeziehung mit dem Open Flair Festival. Jedes Mal, wenn ich da von der Bühne komme, werde ich anschließend auf direktem Wege ins Eschweger Krankenhaus verfrachtet. Im Krankenwagen. Manchmal stolpere ich während dem Konzert und reiße mir die Bänder, mal komme ich mit einer außerordentlichen Blutvergiftung von der Bühne und so weiter. Wird jedenfalls nicht langweilig. Mittlerweile kenne ich in dem Krankenhaus alle Ärzte und Krankenschwestern. Ist immer ein großes freudiges Wiedersehen, wenn ich da wieder eintrudele. In ein paar Tagen spielen wir wieder da. Krankenbett ist bereits reserviert. Wird sicher wieder super.

ITCHY – Fall Apart

Womit wurdet ihr auf der Bühne schon alles beworfen? Gute und schlechte Dinge.

Sibbi: BHs gehören zur guten Sorte der Dinge. Gefüllte Bierbecher eher zur schlechten. Außer sie fliegen einem Bandmitglied, welches Bier mag, direkt in den Mund. Apropos direkt in den Mund und apropos schlechte Dinge: Mir hat mal einer einen riesigen Matsch-Brocken auf einem verregneten Festival direkt in den offenen Mund geworfen. Gar nicht mal so lecker. Aber dicken Respekt für den Wurf.

Wurdet ihr schon mal von der Bühne gebuht? Was war da los?

Sibbi: Gott sei Dank nicht. Ich glaube, damit hätten selbst unsere riesengroßen Egos ein Problem.
Panzer: Bei einem Konzert im Jahr 2004 wollte nach unserem Set aber leider keiner „Zugabe“ rufen, was uns krass geärgert hat. Wir sind dann backstage durch die Hintertür raus, einmal um den Club gerannt, haben uns in die letzte Reihe des Publikums gestellt und haben persönlich und eigenhändig die „Zugabe“-Rufe gestartet, um die Legitimation für zwei weitere Songs zu ergaunern. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, das niemals jemandem zu beichten.

Smartphones – Fluch oder Segen bei Liveshows?

Sibbi: Fluch. Nicht nur bei Liveshows.


Panzer von ITCHY:

„Warum wir heute immer noch am Leben sind, weiß ich echt nicht.“

 


Hattet ihr schon mal eine Panne am Arsch der Welt und musstet von einem Eremiten (o. Ä.) abgeschleppt werden?

Panzer: Reifenplatzer und so weiter gab es natürlich schon oft, lassen sich aber bei der Anzahl von Kilometern, die wir so runterziehen, auch nicht vermeiden. Einmal ist uns bei 160 Km/h auf der Autobahn sogar der Gaszug gerissen. Nachdem wir sekundenlang dachten, dass wir jetzt alle sterben, konnten wir uns doch noch irgendwie auf den Seitenstreifen retten. Da wir eh schon zu spät dran waren und unser Auftritt bei einem Festival immer näher rückte, war keine Zeit um in einer Werkstatt oder beim ADAC anzurufen. Wir mussten das Ding also irgendwie auf die Schnelle selbst reparieren. Da wir alle überhaupt keine Ahnung von Autos haben, haben wir einfach die Motorhaube geöffnet und den Gaszug sehr amateurhaft in bester Musikermanier mit Gaffa-Tape wieder zusammengeklebt. Zwei Minuten später waren wir wieder mit 160 Km/h auf der Autobahn. Warum wir heute immer noch am Leben sind, weiß ich echt nicht.

Was war das unvergesslichste Erlebnis, das ihr je auf Tour hattet?

Panzer: Als sich unser Schlagzeuger Max während einem Konzert kurz vor der Zugabe beim Rauchen hinter der Bühne aus Versehen aus dem Club ausgeschlossen hatte. Von uns hatte das gar keiner mitbekommen. Wir wussten nur nicht, wo er auf einmal hin ist. Der war einfach weg. Max ist anschließend panisch zum Haupteingang der Halle gerannt und da er natürlich auch keinen Pass dabei hatte, kam er da auch nicht rein, weil ihm die Securities komischerweise nicht glaubten, dass er der Schlagzeuger der Band ist, die seit einer Stunde auf der Bühne steht. Während Sibbi und ich also peinlich berührt und immer noch ohne Schlagzeuger wieder auf der Bühne standen, hat Max an einer Regenrinne hinter dem Club versucht durch ein offenes Fenster wieder reinzuklettern. Der Typ ist einfach Gold wert.

ITCHY – Nothing

Was war die sonderbarste Form der Bezahlung, die ihr mal für einen Gig erhalten habt?

Sibbi: 2002 haben wir bei einem Festival, auf welchem die Donots und die Beatsteaks gebucht waren, so lange um einen Slot gebettelt, dass wir irgendwann gesagt haben, wir spielen auch für nur 1€ pro Mann. Dann sind wir tatsächlich nach der Show auf diesem Festival zum Veranstalter gegangen und er hat uns nacheinander je 1€ in die Hand gedrückt.

Habt ihr ein besonderes Ritual vor der Show?

Sibbi: Leider ja. Wir haben uns vor 16 Jahren gedacht, dass es total rockbandmäßig wäre, vor der Show mit einem Kräuterschnapps anzustoßen. Damals haben wir nicht bedacht, dass wir das so oft tun würden in der Zukunft, und noch viel wichtiger, dass er uns überhaupt nicht schmeckt.

Was war das schrägste Venue, in dem ihr je gespielt habt?

Sibbi: Ach da gab’s vor allem in den Anfangstagen einige: Skihalle, Verabschiedung des Dorfpfarrers im Gemeindehaus, auf einem LKW vorm Brandenburger Tor, Kletterpark, Freibad, Flugzeughangar usw.

Ihr habt in eurer Karriere um die 1000 Konzerte gespielt – welche Shows davon werdet ihr never ever vergessen?

Sibbi: Es gab mal ein Festival in Nienburg, das ist auch schon weit über 10 Jahre her, da waren wir Headliner, durften spätabends im Dunkeln spielen und daher haben wir eine große Pyroknall-Explosion direkt für den ersten Ton des Konzertes geplant, um die Leute direkt zu Beginn umzuhauen. Unser Drummer zählt also auf 4, wir spielen den ersten Ton, eine riesige Explosion mitsamt Knall erschüttert das Festivalgelände. Perfekt gelaufen. Leider ebenfalls in diesem Moment, aufgrund besagter Explosion: Stromausfall auf dem kompletten Festivalgelände für 30 Minuten.
Panzer: Daraufhin musste der Veranstalter mit einem Ruderboot einen Fluss überqueren, um die sich dort befindende Sicherung wieder reinzumachen. Bis heute ein denkwürdiges Erlebnis für alle Beteiligten.

Vielen Dank, liebe Itchys, und auf die nächsten 1000 Konzerte! Wir sehen uns auf eurer „All We Need“-Tour!

ITCHY >>> TICKETS

Am 1. Dezember 2017 spielen Itchy live in der Arena Wien – jetzt Tickets sichern, bei oeticket.com!

Text: Ben Foitzik

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