Blues-Sensation aus Germany: Jesper Munk!

Er wird Ende Mai gerade einmal 23 Jahre alt, von derWelt.de mit den Vorschusslorbeeren „Er wird ein ganz Großer“ ausgestattet, und sogar die Bravo hört auf einmal Blues und titelt: „Jesper versus Justin“.

Jesper Munk mag zwar wie ein gemachtes und geklontes Teenie-Idol aussehen, doch bereits mit seinem Debütalbum markierte er sein Terrain und erhebt spätestens jetzt, mit dem zweiten Longplayer „Claim“, Anspruch auf den Blues-Thron! Munk ist dirty, Munk ist loud, Munk ist exzessiv -!ticket traf den Superstar in spe!

Wie schafft man mit nicht einmal 23 Jahren einen Sound, der dermaßen kräftig und erdig ist, dass er einen beinahe umbläst?

Die meisten schnelleren Nummern sind mit John Spencer in New York entstanden, der sicherlich nen großen Teil beigetragen hat, weshalb das so kraftvoll klingen kann. Man kann sich völlig auslassen, in den Songs aufgehen und sehr viel Kraft reinstecken, nur wenn am anderen Ende (an den Tonreglern, Anm.) einer sitzt, der die Kraft zu sehr filtert und versucht zu lenken, dann kommt das nicht so rüber. Alles klingt aber so,  wie ich es mir ausgesucht habe… ehrlich… aber das ist so ein inflationärer Begriff. Klar ist es ehrliche Musik, denn anders kann ich es gar nicht. Das bin halt ich, das ist meine Reflektion, das ist mein Ventil, mein Lebensinhalt, meine Leidenschaft, mein Beruf. Wenn ich da schauspielern müsste, wär‘ ich am Arsch. Ganz einfach.

Viele machen aber zu faken. Was denkst du über gemachte Hitparaden-Acts?

Wenn sich jemand dafür entscheidet gemacht zu werden und nicht selbst zu passieren, dann muss der Mensch andere Prioritäten haben, um seine Glückseligkeit zu finden. Wenn nicht, wird er mal an eine Kante stoßen. Deshalb ist dieses Business für manche Musiker auch so gefährlich und sie flippen aus. Die Erwartungshaltung an sich selbst wird irgendwann mal von den Erwartungen und Worten anderer übertüncht.

Du klingst sehr erwachsen, nicht nur, was deine Musik anbetrifft …

Es ist gut zu wissen, dass man sich persönlich auf einem guten Weg befindet, denn ich kann die Musik nur persönlich nehmen. Erwachsen ist ja immer so ein dehnbarer Begriff. Ist man erwachsen, wenn man selbständig leben kann, oder, wenn das Gedankengut erweitert ist und man Entscheidungen aufgrund ethischer Maximen treffen kann, die einem selbst als wichtig erscheinen.

„Bravo hört den Blues“, „Jesper versus Justin“ oder, wie diewelt.de schreibt, „einer, der das Zeug dazu hat, ein ganz Großer zu werden“. Was geht in deinem Kopf vor, wenn du das liest?

Es ist nicht besonderes förderlich für dieses Musik- Format, denn die Bravo geht sehr auf infantile Reize ein. Ich kann mir aber auch nicht mit dem Messer übers Gesicht fahren und dann sagen, schau, so sehe ich aus. Einerseits ist das natürlich hilfreich, aber du kämpfst auch damit von anspruchsvolleren Formaten ernstgenommen zu werden. Manchmal ist es schädlich, da es von der Essenz ablenkt und verhindert, dass man in manchen Gesprächen auf intensivere Ebenen kommt. Ich fand es aber schön, dass der Redakteur der Bravo von sich aus auf mich zugekommen ist, um über mich zu schreiben.

Wäre es geil, wenn nach einer Bravo-Story ein Club voll mit hysterisch kreischenden Teenies wäre?

Ich bin so zufrieden mit unserem Publikum und unserer Fanbase … das ist komplett durchgemischt von 17 bis 70 Jahren.

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Was wäre denn für dich so ein „ganz Großer“ – zu dem du laut diewelt.de das Zeug hast?

Es sind einige Musiker, die für mich ganz groß erscheinen, aus den verschiedensten Gründen. Für mich wäre der größte noch lebende Musiker Tom Waits. Er begleitet mich, seitdem ich 16 bin …

Du bist Mitglied der Generation Selfie und gleichzeitig Musiker. Stört es dich, wenn die Menschen lieber ein Handy-Video aufnehmen statt dir zuzuschauen?

Das sind bei mir nicht so viele. Mei, wirst halt gefilmt. Bei einem Konzert bin ich mit meinen Jungs in meiner kleinen Welt, mit denen, die zuhören wollen, findet man sich auf einem angenehmen Verständnislevel. Wenn da einer versuchen will den Moment festzuhalten, dann kann ich ihm das nicht übel nehmen. Nur ich habe die Erfahrung gemacht, dass das meistens gar nicht klappt, denn du hast dann ein übersteuertes, komisches Ding, da stellt sich auch keine ISO ein oder so. Die Bass-Drum klingt wie ein schwarzes Loch und der Rest ist Hallenwahnsinn.

Du hast lange Zeit mit deinem Vater zusammen gespielt, jetzt ist er live nicht mehr dabei …

Wir haben jetzt einen neuen Bassisten. Er war für mich ein essentieller Teil in der Entwicklung des Live-Settings, er hat uns sehr viel beigebracht und mich insgesamt sehr gut darauf vorbereitet, was jetzt alles passiert.

Und dann hat er dich freigelassen?

Ja! So muss es sein.

 

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