Kaiserliche Kulisse

Ob vor dem Schloss Schönbrunn tatsächlich einmal ein Skirennen stattfinden wird, wissen auch wir nicht. Sehr wohl wissen wir aber, dass die barocke Schlossanlage bereits seit Jahrhunderten ein Ort künstlerischer Vielfalt ist!

 

Im Schlosstheater Schönbrunn, das bereits seit der Barockzeit besteht, gaben einst die Kinder des Kaisers Vorstellungen. Heute sind es Studierende der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die hier die unterhaltsame Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß zeigen. Uraufgeführt 1874 wurde „Die Fledermaus“ zum Höhepunkt der goldenen Wiener Operettenzeit. Der vollständige Titel lautet eigentlich „Die Rache einer Fledermaus“, denn Dr. Falke möchte sich bei seinem Freund Gabriel von Eisenstein für einen früheren Streich – er wurde nach einem Maskenball in einem Fledermauskostüm dem Spott der Bevölkerung ausgesetzt – revanchieren. Für seine Rache, die auf einem Fest des Prinzen Orlowsky stattfinden soll, engagiert er Gabriels Frau Rosalinde, die inkognito als ungarische Gräfin erscheint, und deren Stubenmädchen Adele. Man kann sich denken, dass dies zu allerlei Verwechslungen führt. Höhepunkt ist der dritte Akt, der in einem Gefängnis spielt, denn eigentlich sollte Gabriel eine Arreststrafe absitzen. Die Rolle des Gefängniswärters Frosch ist für einen Schauspieler geschrieben und gibt genügend Raum für das Extemporieren über aktuelle Geschehnisse. Die künstlerische Leitung hat Maestro Guido Mancusi inne, Regie führt Beverly Blankenship.
Marionetten
Bereits 1777 gab es auf Schloss Schönbrunn Marionettentheater, 1994 haben die beiden Gründer und künstlerischen Leiter Christine Hierzer-Riedler und Werner Hierzer im „Hoftrakt“ von Schloss Schönbrunn das Marionettentheater Schloss Schönbrunn ins Leben gerufen. Aktuell wird als Hauptproduktion „Die Zauberflöte“ gespielt – eine ideale Produktion, um Kindern Oper schmackhaft zu machen! Im Marionettentheater ist der bespielte Bühnenausschnitt „nur“ 300 mal 120 Zentimeter groß, doch es gibt ein richtiges Bühnenbild, um die perfekte Illusion zu schaffen. Für das Bühnenbild haben sich Erika Ebner und Werner Hierzer an Orten im Schloss orientiert. Fünf PuppenspielerInnen erwecken die Marionetten zum Leben und ermöglichen ihnen so manchen Trick, der einem Menschen nicht möglich ist. Die Inszenierung verantwortet Prof. Gerhard Tötschinger und zeigt dabei viel Liebe zum Detail und hatte auch so manch witzige Idee. Dabei wird allerdings der Ernst des Singspiels beibehalten.
Lebensprüfungen
Wolfgang Amadé Mozarts letztes Singspiel „Die Zauberflöte“ zu einem Libretto des Wiener Theaterdirektors und Schaupielers Emanuel Schikaneder kam am 30. September 1791 im Theater des Freihauses auf der Wieden zur Uraufführung. Die Produktion in der Tradition des Alt-Wiener Zaubertheaters erfuhr sofort großen Erfolg, den vorallem Schikaneder nutzen konnte, denn Mozart verstarb nur wenige Wochen später.

Kunst und Kulinarik
Die schönsten Melodien von Johann Strauß und Wolfgang Amadé Mozart kann man bei den Schönbrunner Schlosskonzerten in der revitalisierten Orangerie genießen. Das Schloss Schönbrunn Orchester Vienna bietet gemeinsam mit SängerInnen und einem Tänzerpaar musikalischen Höchstgenuss. Für den sinnlichen Genuss davor wird im Café-Restaurant Residenz ein ausgewähltes Menü kredenzt. Oder man kehrt im Restaurant Schönbrunn Stöckl ein, das von der Operndiva Tamara Trojani geführt wird. Einen Höhepunkt im jährlichen Wiener Kulturleben bildet auch das „Sommernachtskonzert“ im Schlosspark Schönbrunn. Am 14. Mai 2015 bieten die Wiener Philharmoniker mit Rudolf Buchbinder als Solist und Dirigent Zubin Mehta (der auch das Neujahrskonzert dirigierte) ein Klassik-Open-Air der Sonderklasse – und das bei freiem Eintritt!

 

Die Fledermaus
Schlosstheater Schönbrunn, 8. bis 30. August

Tickets bei oeticket.com

Die Zauberflöte
Marionettentheater Schloss Schönbrunn, bis Februar 2016

Tickets bei oeticket.com

Schloss Schönbrunn Konzerte
Orangerie Schönbrunn, bis Dezember 2015

Tickets bei oeticket.com

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