Karl Böhm ist zurück

Nikolaus Habjan reflektiert am Schauspielhaus Graz über einen bekannten Sohn der steirischen Landeshauptstadt: Karl Böhm.

© Lupi Spuma

Er gilt als einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts und stand zwei Mal an der Spitze der Wiener Staatsoper. Er dirigierte aber auch die Wiener Symphoniker beim „Ersten festlichen Konzert im neuen deutschen Reich“ und begrüßte das Publikum mit dem Hitlergruß – ohne dazu verpflichtet gewesen zu sein. Mit der polarisierenden Persönlichkeit Karl Böhm beschäftigt sich das Puppenspiel des Wiener Autors Paulus Hochgatterer und Nestroypreisträgers Nikolaus Habjan. Am 22. März feierte es seine Uraufführung im Schauspielhaus Graz.

Pressestimmen

Als Glücksfall erweist sich die Zusammenarbeit mit Paulus Hochgatterer, der eine raffinierte Collage über die Karriere des 1981 in Salzburg verstorbenen, von der Republik zum Generalmusikdirektor ernannten Karl Böhm verfasst hat. (Die Presse, 24.3.18)


Der präzise recherchierte und schwarzhumorige Text von Paulus Hochgatterer entlarvt, in Schlaglichtern, stellvertretend für viele das System des Mitläufertums, nicht zuletzt mittels einer hübschen Metapher des Mitlaufens beim Graz-Marathon. (Kleine Zeitung, 24.3.18)


[A]ls Regisseur, Puppenspieler und fantastisch wandelbare One-Man-Show hat er elf Puppen im Griff und spielt und spricht in diversen Dialekten und mit akribischem Rhythmusgefühl 15 Rollen. Ein atemberaubender Hochleistungsakt zwischen Tonaufnahmen Böhms und anspielungsreichen Klassikszenen mit den „Tischdiven“ wie Christa Ludwig, die Lacher provozieren. (Kleine Zeitung, 24.3.18)


Das ist vor allem die Leistung von Nikolaus Habjan, der nicht nur die lebensgroße Klappmaul-Puppe des „Böhm“ (oder ist er doch nur ein Schulwart, der dem Dirigenten ähnlich sieht) mit vibrierendem Leben erfüllt, sondern auch kleine Versionen der Sänger Elisabeth Schwarzkopf, Christa Ludwig und Walter Berry überzeugend in Szene setzt. (Kronen Zeitung, 24.3.18)


Obwohl er sich selbst hauptsächlich als Regisseur versteht, zeigt sich Habjans Meisterschaft auch diesmal vor allem in seiner Performance. (Süddeutsche Zeitung, 26.3.18)


Wie der Ausnahmekünstler Nikolaus Habjan die lebensgroße Klappmaulpuppe mit weinerlichem Wienerisch und minimalen Bewegungen zum Leben erweckt, ist schlicht furios und jede Sekunde glaubwürdig. (Kleine Zeitung, 24.3.18)


Sehr witzig sind die Szenen, in denen der autoritäre, pedantische Böhm auf der Probe den jungen Walter Berry schikaniert oder einen Musiker zur Schnecke macht („Sind Sie taub? Das würde manches erklären“). Der begnadete Stimmenimitator und Komödiant Habjan ist hier ganz in seinem Element. (Süddeutsche Zeitung, 26.3.18)


Nikolaus Habjan perfektioniert das Puppenspiel. (Die Presse, 24.3.18)


Böhm erweist sich somit als sensible Annäherung an einen Künstlercharakter, der sich stur in Noten vertieft, sich an diese klammert, um die Politik zu verdrängen. (Der Standard, 26.3.18)


Ein Theatererlebnis, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. (Kronen Zeitung, 24.3.18)

Das Puppenspiel mit Nikolaus Habjan ist noch bis 27. Juni im Schauspielhaus Graz zu sehen – hier geht’s zu den Tickets!

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