Keep On Dancing

Der Tanz ist die flüchtigste aller Künste! Doch der Mensch tanzt seit der Urzeit, findet immer wieder neue Formen und bewahrt dabei auch viele Traditionen.

Es ist ein ursprüngliches Bedürfnis des Menschen, sich zu bewegen; fast ist man versucht zu sagen, dass der Tanz ein biologisches Bedürfnis ist. In allen Kulturen wurde und wird getanzt: alleine oder in Gruppen, nach überlieferten Choreografien oder auch mit neuen Ideen. Auch wenn immer wieder Kirche und politische Machthaber versucht haben, den Tanz zu unterdrücken, so ist es doch nie gelungen. Denn Tanz ist nicht nur schön zum Anschauen oder zum Ausführen, sondern kann auch politische Aussagen haben. Man denke nur an die Entstehung des modernen Tanzes zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die einher ging mit der Emanzipation der Frau und der Befreiung des Körpers.

Unzählige Formen

Jeder Mensch denkt bei Tanz an etwas anderes, und das ist auch gut so! Denn der Tanz ist so vielfältig wie die Menschheit. Die einen denken an Schwäne in weißen Tutus wie in „Schwanensee“, andere an Tanzfilme wie „Saturday Night Fever“ oder „Dance With Me“. Wieder andere sind begeistert von den alten Musicalfilmen mit wunderbaren Tanzszenen, choreografiert und gefilmt von Busby Berkely, denken an Ginger Rogers, Gene Kelly und Fred Astaire, oder sie sind vom Breakdance begeistert. Sie merken schon, es gibt wirklich unzählige tänzerische Ausdrucksformen. Und mittlerweile vermischen sich einzelne Tanzstile immer stärker untereinander: Breakdancer treten in „Red Bull Flying Bach“ zu klassischer Musik auf, klassisch trainierte TänzerInnen tanzen in „Rock the Ballet“ zu aktuellen Popsongs, oder das Staatsballett Berlin kooperiert mit zeitgenössischen elektronischen Komponisten und zeigt zeitgenössische Choreografien in der Halle am Berghain, einem Technoclub in Berlin. Und die alten, oftmals als verstaubt geltenden Ballett-Klassiker wie „Schwanensee“ oder „Dornröschen“ werden als „Swan Lake Reloaded“ von Fredrik Rydman oder als „Sleeping Beauty – A Gothic Novel“ von Matthew Bourne neu interpretiert.

Tanzen wie im Film

Mit dem Aufkommen von Musikvideos wurde auch das Videoclip- Dancing in vielen Tanzstudios populär. Man wollte die neuesten Moves von Michael Jackson, Madonna oder Beyoncé selbst können. Wobei, bei Beyoncé sollte man aufpassen: im Musikvideo zu „Countdown“ zitierte sie nicht nur Choreografie, sondern auch Kostüm, Setting und Lichteinstellungen von „Rosas danst Rosas“, ein Stück der belgischen Choreografin Anne Teresa de Keersmaeker, das als ein Meilenstein in der Geschichtsschreibung des zeitgenössischen Tanzes gilt. Im letzten Jahrzehnt erlebte der Bollywood-Film bei uns einen wahren Aufschwung und somit auch Bollywood-Dancing.

Tanz ist Hochleistungssport

Auch wenn Tanz immer so leicht aussieht, so steckt harte Arbeit dahinter. Wer es wirklich zu etwas bringen will – egal ob im klassischen Ballett, zeitgenössischen Tanz, Gesellschaftstanz oder Streetdance – trainiert täglich unzählige Stunden. Und wie in jeder Sportart, gibt es auch im Tanz Wettbewerbe: für klassische BallettänzerInnen ist einer der berühmtesten der „Prix de Lausanne“, der 1973 ins Leben gerufen wurde, im Gesellschaftstanz geht es bis zur Weltmeisterschaft und mit „Red Bull BC One“ gibt es seit 2004 den weltweit größten 1on1 Breakdance-Battle.

[highlight color=”yellow”]Wussten Sie, dass …[/highlight]

… es bereits in der Steinzeit Felsenbilder von Tanzenden gab? Diese wurden im 19. Jahrhundert in steinzeitlichen Höhlen in Frankreich gefunden.

… Tanz bereits in der Bibel vorkommt? So heißt es z. B. im Psalm 30, 12 „Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt“ und im Buch Kohelet 3 „Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: … eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz“.

… das klassische Ballett, wie wir es heute kennen, seinen Ursprung im höfischen Tanz des 16. Jahrhunderts in Frankreich hat. 1661 gründete Ludwig XIV die Académie Royale de Danse, deshalb ist die Sprache des Balletts nach wie vor Französisch.

… SchülerInnen der Ballett-Akademie der Wiener Staatsoper und der Tanzabteilung an der Konservatorium Wien Privatuniversität den „Ballettzweig“ am BG & BRG Wien 3 (HIB) Boerhaavegasse besuchen können? Die Unterstufe hat am Vormittag Schule und am Nachmittag Tanz, die Oberstufe umgekehrt. • der Wiener Walzer ursprünglich als unanständig galt? Denn zum ersten Mal tanzten Paare einander zugewandt und mit Körperkontakt. • der Film den Tanz auch auf der Bühne beeinflusst hat? Sowohl bei der Kreation von neuen Stücken als auch für die Weitergabe von Choreografien.

… in Wien Europas größtes Tanzfestival stattfindet? ImPulsTanz findet heuer von 17. Juli bis 17. August zum mittlerweile 31. Mal statt. Neben den Vorstellungen gibt es in zahlreichen Workshops die Möglichkeit, sich selbst zu bewegen: egal ob Anfänger oder Profi, jung oder alt oder mit eingeschränkten körperlichen Bedürfnissen.

… die Kinoketten Cineplexx und UCI Live-Übertragungen aktueller Ballettproduktionen u. a. vom Royal Ballet London oder vom Bolschoi-Ballett zeigen?

Die TanzTage im Linzer Posthof finden noch bis 30. April statt, die Red Bull BC One Cypher Austria am 12. April im Wiener Semperdepot. Das Tanzmusical Bailando tourt bis 30. April durch Österreich und Dirty Dancing erleben Sie im September und Oktober in der Wiener Stadthalle.

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