Knorkator kommen. Also, wirklich

knorkator

Knorkator, „Deutschlands meiste Band der Welt“ ist der Boss. Und Knorkator kommt – jetzt einmal mit neuem Video, Ende Oktober dann auch „livehaftig“.

KnorkatorDie 1994 gegründete Berliner Band Knorkator ist eine schillernde und außergewöhnliche Musikformation, der es gelingt, souverän und verspielt aggressiven Hardcore Metal mit feinsinnigem und klassischem Tonsatz zu verbinden. Die Konzerte sind legendäre, bizarre Wechselbäder aus bunt zusammen gewürfelten Stilistiken, einerseits leichtfüßigem Tanz zwischen rüdem Gefluche und zarter Poesie, pathetischem Größenwahn und infantilem Blödsinn andererseits. Sänger Stumpen ist gleichsam die Personifizierung dieser Vielfalt. Als großflächig tätowierter Glatzkopf schimpft er lautstark auf sein Publikum ein, um im nächsten Moment mit schwindelerregendem Falsett Arien zu schmettern. Pianist Alf Ator, der sich auch als Komponist und Texter verantwortlich zeichnet, zerschlägt dazu auch gern mal im Takt seine Instrumente oder wirft Schaumgummiorgeln ins Publikum. Gitarrist Buzz Dee treibt mit seiner Figur und seinem Gitarrensound selbstbestimmt und eigenständig den Sound der Band voran.

Knorkator sind der Boss

Im September erschien das achte Studioalbum Knorkators, nach „Es werde nicht“ (2011) und „We Want Mohr“ (2014) das dritte nach der triumphalen Wiederkehr, die auf die kurze Auszeit nach 2008 folgte: „Ich bin der Boss“.

Die Arbeit am neuen Album von Knorkator begann lange vor der ersten Note, lange vor dem ersten Textfragment. Aus der Erkenntnis heraus, dass ein Künstler auch Verantwortung trägt für das, was seine Werke in der Welt bewirken, sowie in dem Wissen, dass viel zu viel unausgegorener Blödsinn aus allen möglichen Kanälen auf die Köpfe der Menschheit einströmt, wollten sie zu allererst an sich selbst arbeiten, um überhaupt kompetent zu sein, den Leuten irgend etwas Hilfreiches vorsetzen zu können. Buzz Dee studierte Wirtschaftswissenschaften, Stumpen Geschichte, Alf Ator studierte Mathematik, Nikolaj Psychologie und Rajko studierte Physik. Gleich darauf setzten sie sich zusammen und legten all ihr geballtes Wissen auf den Tisch. Und siehe da: Schon sehr schnell zeigte sich, dass es vor allem der Förderung einer menschlichen Eigenschaft bedarf, um die Welt vor dem drohenden Ende zu bewahren: Bescheidenheit.

Und unter dieser Prämisse wurden dann auch die Songs für das Album geschrieben, welches der Welt nun vorliegt: „Ich bin der Boss“. Und die Mühe hat sich gelohnt: Denn das Album ist nach eigenen Angaben der Band das mit Abstand Beste, was je von Menschenhand geschaffen wurde. Freut euch auf absurde Geschichten von depressiven Dämonen, missgestalteten Königen, bösen Kindern, erbärmlichen Erwachsenen, schönen Ausländern, toten Tieren, besorgten Tyrannen und desillusionierten Göttern. Musikalisch wie immer maßlos, nonchalant werden vermeintlich bestehende Grenzen eingerissen, und Wechselbäder der Gefühle sind garantiert. Feinsinnige Melodien reihen sich nahtlos an brutale Riffs, tiefe philosophische Erkenntnisse wechseln sich mit genüsslich zelebriertem Blödsinn ab. Und ja, auch der Struwwelpeter von „We Want Mohr“ ist wieder mit am Start …

Heute premiert bei !ticket das Video zum neuen Knorkator-Stück „Sie kommen“:

Knorkator kommen

Und ja, Knorkator kommen wirklich – nicht nur im Video: Ab Herbst geht Deutschlands meiste Band der Welt auf Tour, Ende Oktober spielt man zwei Termine der Wiener Arena, im März dann in der Spinnerei Traun.

Was wir jetzt schon wissen: Ess wird keine normale Tour sein. In den letzten Monaten haben Knorkator daran gearbeitet, untereinander austauschbar zu sein. Jeder kann jetzt singen und auch Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard spielen. Und zwar meisterhaft! Vor jeder Show wird ausgelost, wer an dem Abend welche Aufgabe bekommt. Die Fans können sich also auf völlig absurde Bandbesetzungen freuen. Aber natürlich kann es auch sein, dass gerade DU ausgerechnet einen Abend erwischst, wo zufällig jeder sein ursprüngliches Instrument bedient. Des Weiteren haben Knorkator von verschiedenen Herstellern die Ehre erhalten, neue, innovative Instrumente erstmalig exklusiv auf ihre Live-Tauglichkeit zu testen. Da sich die meisten dieser Geräte aber noch in der Entwicklungsphase befinden und die Hersteller sehr auf ihre Firmengeheimnisse bedacht sind, werden diese Instrumente schwarz angestrichen und schlecht ausgeleuchtet sein, um Industriespionage zu verhindern. Jede Show wird außerdem 24 Stunden dauern, aber nur ein Zwölftel davon wird der Öffentlichkeit zugänglich sein.

 

Knorkator spielen am 28. im Grazer Explosiv und am 29. Oktober in der Arena Wien, am 19. März in der Spinnerei Traun. Tickets gibt es bei oeticket.com.

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