Kommt morgen ein neues Rolling Stones Album?

Rolling Stones

Seit letzter Woche sorgen die Rolling Stones mit einigen nicht eindeutigen Aktionen auf ihren Social-Media-Kanälen für Spekulationen: Was passiert am 6. Oktober?

Rolling StonesIrgendwie sieht das alles nicht nach nahendem Ruhestand aus: Bei den Rolling Stones herrscht Trubel wie schon lange nicht mehr. Erst kürzlich waren sie mit ihrem Kuba-Konzert in den Kinos, passend dazu gab es die Dokumentation „Olé Olé Olé!: A Trip Across Latin America„, die am Toronto Film Festival Premiere feierte. Im Zentrum dieser Doku stand natürlich ihr historischer Auftritt in Havana. Vor wenigen Tagen wurden von Universal Music die ersten Stones-Alben auf mono in einer wunderschönen Kollektion neu veröffentlicht, ihre „Exhibitionism“ – die fantastische Ausstellung, die im Frühjahr in der Londoner Saatchi Gallery debütierte – wandert nun nach New York, und Rich Cohen hat ein neues Buch geschrieben: „Die Sonne, der Mond & die Rolling Stones“ heißt es.

The Rolling Stones: frisch und lebendig

Der Amerikaner Cohen bringt in „Die Sonne, der Mond & die Rolling Stones“ die Geschichte der vielleicht größten noch aktiven Rock-Band ohne Scheu vor den hässlichen Seiten und mit Liebe zur Musik neu zum Klingen – wie ein richtig guter Stones-Song eben. Ja, man mag jetzt meckern: Noch ein Buch über die Rolling Stones. Jeder weiß doch, dass sie seit Ewigkeiten kein nennenswertes Album mehr zustande bekommen haben und bei Konzerten vor allem abkassieren wollen. Aber das ist hanebücherner Blödsinn.

Wahr hingegen ist: Hunderte Bücher sind geschrieben worden über das halbe Jahrhundert von Mick Jagger und Keith Richards als verbittertem Paar. Cohen erzählt diese Geschichte in „Die Sonne, der Mond & die Rolling Stones“ über 500 Seiten noch mal so gut, dass sie frisch, lebendig und spannend ankommt, obwohl endlos oft gehört. Genau wie die Musik der Band aus ihrer Glanzzeit. Cohen hat dies aber auch leibhaftig miterlebt, damals, in den Neunzigern: Er tourte als junger Reporter und leidenschaftlich bekennender Fan mit den Stones durch die USA, bekam „Zugang“ zu den Rockstars und hat zusammen mit Jagger und dem Regisseur Martin Scorsese die HBQ-Serie „Vinyl“ geschrieben – die, obwohl wirklich saugut, leider nach Staffel 1 keine Fortsetzung finden wird.

Cohens Liebe zu „Honky Tonk Women“ oder „Jumpin‘ Jack Flash“ und „Wild Horses“ sitzt tief, das hindert ihn jedoch nicht, Jagger als „monströs“ und grausam zu porträtieren und die Band als „Maschine, die nach menschlichem Treibstoff verlangte“: „Von Anfang an hatten die Stones keine Hemmungen, unerwünschtes Personal über Bord zu werfen. Hatten sie ihre Schuldigkeit getan, wurden die Teilzeitpartner zwanglos entsorgt.“ Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich der 1968 geborene Autor unbestechlich, frei und unbeschwert, wenn er den interessanten Teil der Bandgeschichte vom Start in London 1961 über den Rausschmiss und Tod des Bandgründers Brian Jones bis 1978 erzählt. Die Zeit seitdem wird nur kurz zusammengefasst, weil musikalisch nichts mehr passiert sei und es die Band überhaupt nur wegen Jaggers kläglichem Scheitern als Solosänger gebe.

Cohen hat die Hausaufgaben als Stones-Historiker gemacht, wusste, mit der gigantischer Stoffmenge tadellos und mit Fleiß umzugehen – und ist dabei auch noch ein erstklassiger Schreiber mit offenem Blick. Da liest sich der Abschnitt über den Rauswurf des Pianisten Ian Stewart als „zu hässlich“ genauso faszinierend wie Cohens Texte über den grenzenlos melancholischen Song „Wild Horses“, seinen eigenen Stones-Favoriten: „Es heißt, dass jegliche Form von Kunst danach strebt, Musik zu sein. Ich hatte immer den Eindruck, als wolle jegliche Form von Musik so sein wie „Wild Horses“.“

Dass dieses Buch neue Lust auf die Musik der Stones macht, gerade durch seine manchmal niederschmetternde Schilderung trostloser Schicksale und hoffnungslos verbogener Stars, ist nicht von der Hand zu weisen. Nach dem Zuklappen des Buches sucht der Finger wohl zwangsläufig zum Startknopf der nächsten Anlage mit verfügbaren Stones – das alte Material, natürlich. Wobei …?

The Rolling Stones gehen zurück zu ihren Wurzeln

In den letzten Tagen posteten die Social-Media-Beauftragten der Stones ein Bild von einer lila-roten Stones-Zunge sowie zwei kurze Clips auf ihrer Facebook-Seite, die nun wohl ihren diesjährigen Höhepunkt ankündigen dürften. Unter der Überschrift „Coming October 6“ deuten sie damit vermutlich erstmals offiziell die Erscheinung ihres neuen Studioalbums an, das laut früheren Aussagen von Ronnie Wood eine echte Blues-Platte werden soll.

Rolling StonesSeht hier den Teaser aus den British Grove Studios in London (klick auf das Bild)

Rolling StonesMick und Keith dürften bei den Aufnahmen eine wirklich lockere Zeit genießen, von Anfeindungen ist nichts zu spüren (klick auf das Bild)

 

Und wir alle wissen: Wo ein neues Album, da ist eine Tour nicht weit entfernt … Stay tuned!

 

 

 

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