Kostenfaktor Kultur

Auch wenn mittlerweile klar ist, dass Kultur nicht nur ideellen, sondern auch materiellen Mehrwert hat, so sollte sie am besten nichts kosten. Doch zum Glück gibt es immer noch genügend Menschen, die trotzdem künstlerisch tätig sein wollen.

 

Es ist ein altes Thema, aber doch ein wichtiges: die Frage wie sich KünstlerInnen, ein Theater oder Konzerthaus finanzieren sollen. Gerade nach dem Finanzdebakel im Burgtheater wurde wieder oft gefragt, ob man das wirklich alles benötigt. Doch hier muss mit einem definitiv klaren „Ja!“ geantwortet werden. Eine Gesellschaft ohne Kultur ist nicht vorstellbar. 

Kultur mit Mehrwert
Eine Kultureinrichtung schafft Arbeitsplätze und zieht Gäste an. Das ist ein Faktor, der gerne übersehen wird. Und so ist es oft unverständlich, warum in Kulturbetrieben immer mehr gespart werden soll. Da ist es dann natürlich löblich, dass in Linz das neue Musiktheater gebaut wurde. In Wien allerdings werden viele Pläne wieder ad acta gelegt: so wird beim neuen Stadtteil rund um den Hauptbahnhof entgegen ursprünglicher Ankündigungen weder ein Theater noch ein Museum gebaut werden. Aber auch bestehende Theater – wie das Volkstheater Wien – werden nicht saniert. Und dass es kein eigenes Kulturministerium mehr gibt, sondern nun als Sektion Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt beheimatet ist, ist natürlich auch ein Zeichen für den Stellenwert der Kultur. 

Förderungen, Sponsoring und Crowdfunding
Nachdem in den letzten Jahren die Förderungen seitens Stadt, Land und Bund in Sachen Kultur immer mehr gekürzt wurden, werden Sponsoren immer wichtiger. Im Gegenzug wurde es immer aufwändiger um eine Förderung anzusuchen. Anträge umfassen oft mehrere Seiten und man ist erstaunt, dass man dann die Schuhgröße doch nicht angeben muss. So frisst die Einreichung und der Nachweis über die ordnungsgemäße Verwendung dann schon wieder einen Teil der eventuell erhaltenen Förderung auf.
Ein neuer Weg, sich als KünstlerIn zu finanzieren, ist die Möglichkeit des Crowdfundings über das Internet. Hier kann man sich auf die Suche nach UnterstützerInnen machen. Oftmals sind das nur kleine Beträge, aber die Masse machts. Übrigens ist in Österreich gerade ein Gesetz zum Crowdfunding in Arbeit – es geht um die Absicherung aller Beteiligten. 

Art but fair
Immer mehr KünstlerInnen sind nicht mehr fix an Häusern engagiert sondern erhalten nur mehr Stückverträge. In den letzten Jahren wurde es auch usus – unter anderem bei den Salzburger Festspielen – dass Probezeiten nicht mehr bezahlt werden. So werden KünstlerInnen immer mehr ins Prekariat gedrängt. Prominentes Gesicht von „art but fair“ (www.artbutfair.org) ist die österreichische Mezzosopranistin Elisabeth Kulman. Ziel der Organisation ist es, auf ein faires und würdevolles Arbeiten in Kunstbetrieben hinzuwirken sowie die Öffentlichkeit auf die Missstände hinzuweisen und auch über das Berufsbild von KünstlerInnen aufzuklären. Dabei soll auch die essentielle Bedeutung und der einzigartige Wert von Kunst und KünstlerInnen ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt werden.

 

Auf oeticket.com erhalten Sie natürlich auch Karten für diverse Kulturbetriebe, so das Wiener Burgtheater, das Wiener Volkstheater, das Wiener Konzerthaus, die Kammerspiele, den Musikverein, das Odeon Theater, das ORF RadioKulturhaus, das Wiener Schauspielhaus und die Theater am Alsergrund, am Spittelberg und in der Josefstadt, sowie in den Bundesländern z.B. für das Linzer Musiktheater, Central und die Kammerspiele, das Salzburger Festspielhaus, den Jazzclub Kammerlichtspiele und Stadttheater in Klagenfurt, das Festspiel- und Kongresshaus Bregenz und viele mehr!

 

MusikzeitschriftLesetipp:

Wie (a-)sozial ist die Musik?
Österreichische Musikzeitschrift 02/2015
In der aktuellen Ausgabe der „Österreichischen Musikzeitschrift“ beschäftigen sich unterschiedlichste AutorInnen einerseits mit dem Wert von Musik für die Gesellschaft, Initiativen für mehr musikalische Bildung aber auf dem sozialen Status von KünstlerInnen. Ein guter Einstieg für alle, die Interesse an diesem Thema haben!

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