„Lazarus“: Die Proben haben begonnen

Die KünstlerInnen geben erste Einblicke in die Proben zu David Bowies Erfolgsmusical. Die Österreichische Erstaufführung findet am 9. Mai im Wiener Volkstheater statt.

Wir alle am Haus freuen uns, dass wir dieses beeindruckende Musical, das auf der ganzen Welt große Erfolge feiert, als Österreichische Erstaufführung zeigen dürfen. Insbesondere können wir der Stadt mit diesem Musical unser talentiertes Ensemble von einer zusätzlichen Seite präsentieren. Es war der ausdrückliche Wunsch des Verlags, dass Lazarus an einem Schauspielhaus und nicht an einem Musiktheater aufgeführt wird. Und mit Miloš Lolić haben wir einen Regisseur gefunden, der große Musikalität und einen guten Regiezugriff auf moderne Texte hat. (Anna Badora, Volkstheater-Intendatin)

Das Volkstheater schießt hoch hinaus: Am 9. Mai feiert das Erfolgsmusical Lazarus von David Bowie und Enda Walsh nach Aufführungen in New York und London seine Österreichische Erstaufführung. Nestroypreisträger Miloš Lolić inszeniert gemeinsam mit seinem Leading-Team Bowies Abschiedsgeschenk. Der musikalische Leiter des Projekts, Bernhard Neumaier, interpretiert zusammen mit SchauspielerInnen des Wiener Volkstheaters sowie einer Live-Band die Lieder der Pop-Ikone. Neben bekannten Hits sind auch weniger berühmte Lieder und vier speziell für das Stück geschriebene Nummern zu hören.

Die Welt des Thomas Newton

Genauso atmosphärisch wie die Auswahl der Bowie-Songs für das Musical selbst, gestaltet sich am Volkstheater die Idee für das Bühnenbild: Die weiße Farbe eines kargen Ausstellungsraums dominiert den Raum. Gefüllt ist dieser mit Glasvitrinen und einem Labyrinth aus Flaschen, 2 Drehbühnen sind zudem platziert. Sämtliches Inventar verweist laut Bühnenbildner Wolfgang Menardi auf Thomas Newtons innere Gedankenwelt, die sich erst durch die Fantasie des Publikums zum Gesamtbild komplettieren lässt.

© Wolfgang Menardi

Für die Kostüme begibt sich Jelena Miletić wiederum auf die Suche nach den Subkulturen von heute und holt sich Inspiration von jener Generation, die David Bowie zur Entstehungszeit seiner Songs beeinflusste. Sehr persönlich gestaltet sich die Interpretation der 17 David Bowie-Songs. Die SchauspielerInnen singen aus sich beziehungsweise den Rollen heraus und distanzieren sich damit von Imitationen.

Ich singe beispielsweise Bowies Song „Life on Mars?“, dessen Inhalt seltsam und gleichzeitig Bedeutungs-offen ist. Derart ist meine Figur, die selbst wenig über sich weiß. Ihr fehlt jegliche Erinnerung, jegliche Vergangenheit und sie ist damit die ultimative Gegenwart. (Katharina Klar)

Deutlich klarer ist die Hauptfigur Thomas Newton konstruiert. „Er ist der Mann, der vom Himmel fiel“, kommentiert Günter Franzmeier. Newton steckt in der Vergangenheit, den Erinnerungen an seinen Planeten fest und bildet damit die Kontrastfigur zum Mädchen/ Girl.

Eigens für die Österreichische Erstaufführung unterstützt überdies eine achtköpfige Band mit ordentlichem Rockpotential – mehr wollte Bernhard Neumair vorab nicht verraten – das SchauspielerInnenteam live bei und rund um ihre(n) Gesangseinlagen.

Ich möchte eine ordentliche Rockband haben (Bernhard Neumair, Musikalischer Leiter)

Das Leading Team und SchauspielerInnen gaben beim Pressegespräch erste (musikalische) Einblicke in den Probenstand zu Bowies Musical.

Vom Mann, der vom Himmel fiel

Lazarus ist kein Jukebox-Musical, es ist eine Geschichte, eine Aufeinanderfolge von Begegnungen. (Roland Koberg, Produktionsdramaturg)

Thomas Jerome Newton sitzt in seinem Apartment in Manhattan und betäubt sich mit Gin. Er, der vor vierzig Jahren als strahlender Alien auf die Erde kam, will nur noch eins: in Ruhe sterben. Unter die Dämonen und Bekannten, die ihn davon abhalten, mischt sich ein Mädchen, das Erlösung verspricht. Zu zweit greifen sie nach den Sternen.

Mit nur vier Seiten an Notizen trat David Bowie an Enda Walsh mit der Frage heran, ob er sich ein Musical rund um die Figur des Thomas Newton – entnommen aus „The Man Who Fell to Earth“ (Walter Tevis) – vorstellen könne. In der Verfilmung des Science-Ficition-Klassikers hatte David Bowie 1976 Newton selbst verkörpert. Das Musical Lazarus bringt die Geschichte des gefallenen Außerirdischen zu Ende. 17 Bowie-Songs, darunter „Absolute Beginners“, „Heroes“ und „This Is Not America“, fügen sich schwerelos in diese verrätselte Meditation. Lazarus ist, neben dem Album „Blackstar“, Bowies letztes Werk vor seinem Tod 2016.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie dieses Wagnis mit uns gehen. (Roland Koberg)

Das Wiener Volkstheater nimmt sich David Bowies Abschiedsgeschenk als Österreichische Erstaufführung ab 9. Mai 2018 an. Jetzt Tickets sichern!

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