LUNCHBOX

Derzeit läuft ein ganz außergewöhnlicher und rührender Film in den heimischen Kinos: Lunchbox, ein Film von Ritesh Batra. Mit diesem zeigt das indische Kino wieder, das es weit mehr als nur Bollywood zu bieten hat.

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In der mit Umland an die 20 Millionen Einwohner zählenden indischen Stadt Mumbai, gibt es ein ganz spezielles System, wie Büroangestellte zu ihrem Mittagessen bzw. zu ihrer Lunchbox gelangen: die Zustellung durch Dabbawalas. Gekocht wird die Mahlzeit entweder zu Hause oder von einer Dabba (=Box)-Küche, von den Zustellern (= Dabbawalas) abgeholt und per Rad an den jeweiligen Arbeitsplatz geliefert und nach dem Essen wieder an die Abholstelle zurück gebracht. Das Transportsystem ist einzigartig und basiert auf einer unglaublichen zwischenmenschlichen Logistik. Täglich werden um die 200.000 Mahlzeiten ausgeliefert und – unglaublich aber wahr – unter 16 Millionen Zustellungen gibt es nur eine einzige Fehllieferung!

Die indische Lunchbox "Dabba" (c) Utilisateur:Nataraja

Die indische Lunchbox “Dabba”
(c) Utilisateur:Nataraja

 

Genau von einer solchen Fehllieferung handelt Lunchbox. Er erzählt die rührende Geschichte zweier Menschen, die eigentlich nur durch Zufall und eben diese falschgelieferte Dabba aneinander geraten. Sowohl Hausfrau Ila, als auch der Büroangestellte Saajan Fernandes, haben auf ihre Art eine nicht ganz einfache Geschichte, die sie einander durch den Austausch von Briefen erzählen.

Regisseur und Drehbuchautor Ritesh Batra versteht es, die Zuschauer zu fesseln. Ob man Lunchbox als Liebesgeschichte, oder einfach nur als Begegnungsfilm bezeichnet, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Um das richtige Feeling zu bekommen, sollte der Film aber auf jeden Fall im Original (mit Untertitel) angesehen werden – dies ist im Wiener Votivkino möglich.

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