Mächtig!

Ein ereignisreiches Kinojahr geht mit einem wahren Kracher zu Ende: „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ wird so manchen Rekord brechen.

Was haben wir in diesem Jahr nicht alles schon im Kino erlebt: Dinosaurier fraßen sich durch die „Jurassic World“, der verrückte Max raste nach 30 Jahren Pause wieder durch die australische Wüste, Tom Cruise musste mitansehen, wie der österreichische Bundeskanzler in die Luft gesprengt wurde, ein britischer Geheimagent aus den Sechzigerjahren hatte sein 24. Abenteuer zu bestehen, und Katniss Everdeen setzte zum Sturm auf das Capitol an. Im deutschsprachigen Raum durchbrach „Fack ju Göhte 2“ alle Schallmauern. Aber das sind alles nur Kinkerlitzchen, wenn man prophezeit, dass das neueste Produkt aus der nun auch schon fast 40 Jahre existierenden „Star Wars“-Franchise die Konkurrenz ziemlich alt aussehen lassen wird. Die Hysterie um das Spektakel setzte allen anderen bisher bekannten Hysterien die Krone auf, und ab 17. Dezember kann man sich auch hierzulande anschauen, ob der ganze Rummel berechtigt war.
Wir erinnern uns: 1977 erschien Teil 1 der gigantisch erfolgreichen Film-Serie, geschrieben und inszeniert von einem der größten Genies der gesamten Hollywood-Geschichte, George Lucas. Schon 1971, mit 27 Jahren, hatte der Bursche mit „THX 1138“ einen ersten, sehr vielversprechenden Science-Fiction-Film gemacht, 1973 verblüffte er mit seinem Nostalgie-Stück „American Graffiti“. Mit „Star Wars“ setzte er Maßstäbe: Nicht nur wurde der Film ein Erfolg bei Kritikern und Publikum, nicht nur zeitigte er zwei Fortsetzungen und später drei Prequels, er wurde dank einem unglaublichen Vermarktungs- und Merchandising-Konzept zu einem regelrechten „Konzern“. Dabei lässt sich die Story der Saga, wenn man ehrlich ist, in einem Satz zusammenfassen: der ewige Kampf des Guten gegen die Kräfte des Bösen. Aber genau darin liegt wohl der weltweite Erfolg begründet: Die „Star Wars“-Serie ist so simpel und nachvollziehbar, dass man sie überall verstehen kann.

Im Jahr 2012 – George Lucas hatte sich mehrmals gegen weitere Filme ausgesprochen – kaufte die Walt Disney Company, die sich 2006 schon den Animations-Rivalen Pixar und 2009 das „Füllhorn“ Marvel Comics einverleibt hatte, „Star Wars“ um stolze vier Millarden Dollar. Das ist in etwa der Betrag, den die sechs Filme weltweit eingespielt hatten (nur die acht „Harry Potters“ zusammen waren noch kassenträchtiger). Seit damals arbeitet man an nicht weniger als drei weiteren Abenteuern, deren erstes nun in die Kinos kommt. Die beiden weiteren sind für 2017 und 2019 fixiert. Als Regisseur kam nur jemand in Frage, der als eine Art „jüngere Version“ von Lucas und Steven Spielberg gilt: J.J. Abrams, der Mann, der schier alles kann. Nicht zuletzt hatte er 2009 und 2013 die auch nicht mehr ganz taufrische „Star Trek“-Filmserie erfolgreich wiederbelebt und 2011 mit „Super 8“ eine herrliche Hommage an Steven Spielberg geschrieben und inszeniert. Ihm traut man bei Disney zu, dieses gigantische Unternehmen zu stemmen. Wie der 49-Jährige das alles macht, ist unklar. Immerhin stehen zwei weitere „Star Trek“-Filme auf seiner Agenda, er produziert die auf einem Buch von Stephen King basierende, aufwendige Serie „11/22/63“, in der mittels Zeitreise die Ermordung John F. Kennedys verhindert werden soll, und noch einige andere Projekte stehen auf Mr. Abrams’ To-do-Liste.
Die Handlung von Episode 7 setzt – rund 30 Jahre später – dort fort, wo „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ 1983 aufgehört hatte. Inzwischen gibt es natürlich neue Sternen-Kriegerinnen und -Krieger, dargestellt von einigen der hoffnungsvollsten jüngeren Stars und ein paar Newcomern: Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Daisy Ridley, Andy Serkis, Domhnall Gleeson und Lupita Nyong’o verkörpern die jüngere Generation, als großzügige Hommage an die „klassischen“ Filme sind aber auch herausragende Veteranen in mehr oder weniger großen Rollen zu sehen: Carrie Fisher, Harrison Ford und Mark Hamill, ebenso die Publikumslieblinge Kenny Baker als R2-D2, Anthony Daniels als C-3PO und Peter Mayhew als Chewbacca. Als prominenten „Neuzugang“ begrüßt man den inzwischen 86-jährigen Schweden Max von Sydow.

STAR WARS Identities
Doch damit nicht genug: Pünktlich zum Kinostart macht die weltweit tourende Ausstellung „STAR WARS Identities“ im MAK Wien Station. Sie wartet mit insgesamt 200 Ausstellungsstücken aus dem Lucas Museum of Narrative Art auf, darunter Requisiten, Modelle, Kostüme und Kunstwerke. Es handelt sich um Originalobjekte aus dem Star-Wars-Universum, angefangen von der klassischen Trilogie über die Prequels bis hin zum Animationsfilm „Star Wars: The Clone Wars“ (2008) und der gleichnamigen Fernsehserie. Lieblingsfiguren und -objekte der Fans wie Darth Vader, R2-D2, Chewbacca, Yoda, der Millennium-Falke oder Anakin Skywalkers Pod­racer sind dabei. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht aber der Besucher selbst: Er erlebt den Besuch als interaktive Reise ins eigene Ich. Mithilfe ausgeklügelter Technologie erstellen die Besucher ihre eigene, individuelle Star-Wars-Persönlichkeit, indem sie Elemente ihrer eigenen Identität mit fiktionalen Elementen aufladen. Am Ende des Ausstellungsbesuchs hat jeder Besucher seinen eigenen, individuellen Star-Wars-Charakter erschaffen.

Tickets gibt es hier

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!