Maestro der Filmmusik

Die klagende Mundharmonika aus Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“: Wer kennt sie nicht? Ennio Morricone prägt seit über 50 Jahren die Filmmusikszene. Jetzt ist er mit seinen Kompositionen wieder auf Tour.

 

Wir befinden uns mitten im Wilden Westen: Während die Mundharmonika klagt, setzen die Streicher mit einer sich ständig wiederholenden, fast unmerklich verändernden Tonfolge ein. Die Spannung steigt ins Unermessliche. Perfekt unterstützt die Musik die Szene und löst sich in eine große, befreiende Orchesterkomposition auf. Doch halt: Eigentlich tun wir Ennio Morricone gerade ziemlich unrecht! Ja, dieser Ausschnitt wird sofort richtig erkannt und zugeordnet.  Doch er hat nur für knapp 30 sogenannte Italo-Western die Musik geschrieben. Die Kompositionen für „Zwei glorreiche Halunken“, „Für eine Handvoll Dollar“ oder „Spiel mir das Lied vom Tod“ sorgten für Aufsehen in der Welt der  Filmmusik. Denn Morricone verwendete ungewohnte Instrumente wie Maultrommeln, Mundharmonikas, Kirchenorgeln oder ließ schon auch mal einen Kojoten heulen. So schaffte er es mit manchen seiner Kompositionen auch in die  Hitparade.

 

 

Für über 500 Filme schrieb Ennio Morricone in den letzten 50 Jahren die Filmmusik. Nicht alles hatte einen so starken Wiedererkennungswert wie die eingangs erwähnte Mundharmonika. Kompositorisch hat er bei keinem Filmgenre Berührungsängste: Er schrieb die Musik für Komödien, Actionfilme, Tragödien, Historien- aber auch Horrorfilme; nicht vergessen werden darf auf seine Arbeiten für das Fernsehen. Kein Wunder also, dass er als einer der vielseitigsten, profiliertesten und einflussreichsten (Film-)Komponisten gilt und sein Stil zum Vorbild vieler wurde.

 

Nicht nur Filmmusik

Ennio Morricone schrieb auch Lieder für Stars wie Rita Pavone, Paul Anka, Mireille Mathieu, Zucchero, Andrea Bocelli oder Sting. Zahlreiche KünstlerInnen haben seine Kompositionen gecovert oder spielen sie bei ihren Konzerten ein.  So verwenden zum Beispiel Metallica seit 1983 „The Ecstasy of Gold“ als Intro-Song bei ihren Konzerten. Bereits Mitte der 1950er-Jahre etablierte er sich als Komponist von Kammermusik- und Orchesterwerken in der musikalischen Avantgarde Italiens. Er komponiert bis heute Bühnen- und Kammermusik für unterschiedlichste Formationen sowie Kantaten. Nun ist er wieder weltweit unterwegs, um seine eigenen Werke einem 85-köpfigen Orchester und einem Chor
mit 75 Stimmen zu dirigieren. Bei der „my life in music World Tour“ gibt er einen umfangreichen Einblick in sein künstlerisches Schaffen der letzten 50 Jahre.

 

Ennio Morricone:

• Geboren am 10. November 1928 in Trastevere, Rom.
• Studierte Trompete, Chormusik und Komposition.
• Komponierte auch unter den Pseudonymen Dan Savio und Leo Nichols.
• Seit 1956 verheiratet mit Maria Travia, vier Kinder.
• Erhielt u. a. 2007 den Ehrenoscar für sein Lebenswerk, je einen Golden Globe für die beste Originalmusik zu „Mission“ (1987) und „Die Legende vom Ozeanpianisten“ (2000), einen Grammy für „Die Unbestechlichen“ (1987). 2014 wurde er mit dem Grammy Trustees Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet

 

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