Good Times: Mando Diao im Interview (+ Wien-Konzert im Herbst)

Mando Diao

Die schwedischen Rocker im Gespräch über ihr neues Album “Good Times”. Am 27. November geben Mando Diao ein Konzert in der Arena Wien – Tickets sind bereits bei oeticket.com erhältlich!

Mando Diao

Da ist das Ding: Im Mai diesen Jahres veröffentlichen die schwedischen Rocker Mando Diao endlich ihr neues Album “Good Times”. Das erste nach dem Weggang von Sänger und Gitarrist Gustaf Norén, der sich 2015 im Guten von der Band verabschiedete. Wir haben die Jungs zum Interview getroffen, in dem sie nicht nur über die neue Platte sprachen, sondern auch eine Tour ankündigten. Am 27. November 2017 gibt’s auch eine große Live-Show in der Arena Wien – Tickets gibt’s bei bei oeticket.com!

19 Jahre waren Gustaf Norén und Björn Dixgård die kongenialen Stimmen von Mando Diao – vor zwei Jahren jedoch trennten sich die Wege von Mando Diao und Gründungsmitglied Norén, der sich anderen Dingen zuwenden wollte. „Das ging von ihm aus, er wollte dieses Leben nicht mehr führen“, erklärt Dixgård den Abgang des Kollegen, der die Band damit vor die Kardinalfrage stellte: Aufhören oder weitermachen? Die Antwort hat zwei Wörter und neun Buchstaben: „Good Times“.

Mit ihrer neuen Scheibe zeigen Mando Diao nun eindrucksvoll, dass sie auch ohne einen ihrer prägenden Sänger Großes vollbringen können: Der neue Gitarrist Jens Siverstedt, ein Freund von Dixgård, brachte mächtig Schwung in die Band, deren Sound auf der einen Seite eine Frischzellenkur erfuhr, auf der anderen aber irgendwie auch “back to the roots” geht. Erstmals beteiligten sich übrigens alle Bandmitglieder zu gleichen Teilen am Songwriting – eine Tatsache, die dem Album faszinierende Frische verleiht.

MANDO DIAO
„Wir haben die Musik zurück in unsere Herzen gebracht“


Ihr beginnt euer neues Album mit der Zeile „All the wars we fought, all the love we lost / It won’t break us“ – das klingt irgendwie trotzig. War das die Stimmung, mit der ihr euer „Comeback-Album“ angegangen seid?

Jens: Nein, das ist eigentlich eher ein Liebeslied. Es geht um den Moment, in dem du realisierst, dass du für etwas kämpfen musst. Besonders in Zeiten wie diesen, in denen die Welt auf dem Kopf steht. Es geht darum, die „Good Times“ zurückzuholen.

Ist „Good Times“ ein selbsttherapeutisches Album?

Patrik: Nein, eigentlich nicht. Es ging nur darum, dass wir wieder zusammen als Band Musik machen können. Wir wollten einfach wieder Spaß haben.
Björn: Abgesehen davon, dass Musik generell unsere Form von Therapie ist.
Patrik: Absolut. Aber wir sind nicht mit dem Ansatz reingegangen, ein Therapie-Album zu schreiben.
Björn: Wir hatten einfach eine gute Zeit, als wir das Album gemacht haben – und wir wollten diesen guten Vibe an andere Menschen weitergeben, damit sie sich besser fühlen. Deswegen haben wir diesen Titel ausgewählt.

Und wenn ihr beim Machen des Albums keine gute Zeit gehabt hättet?

Björn: Dann würden wir es nicht veröffentlichen. So etwas reißt Bands auseinander, wenn sie keine gute Zeit zusammen haben.

Andere Bands funktionieren aber am besten, wenn sich die Mitglieder aneinander reiben.

Björn: Du kannst natürlich auch mit dunkler Energie arbeiten. Aber lange kannst du das nicht ertragen.

Was hat euch letztlich bewogen, die Band weiterzuführen?

Björn: Die finale Entscheidung hat nur einen Tag gebraucht. Wir haben miteinander telefoniert und uns gefragt, was wir jetzt machen wollen. Und dann haben wir gesagt, dass wir weitermachen, weil wir generell eine gute Chemie und durch Jens auch noch frisches Blut dazubekommen haben. Es war eine einfache Entscheidung: Wenn du gern Musik zusammen machst, wenn es sich gut anfühlt und du bereit bist – warum aufhören?
Jens: Es hat einfach so viel Spaß gemacht, das Album aufzunehmen – und jetzt bin ich richtig stolz. Wir werden dieses Jahr auf Tour gehen und die Songs für unsere Fans spielen, das fühlt sich so verdammt gut an.
Björn: Good Times!!!

Ist „Back to the roots“-Album eine Bezeichnung, die ihr unterschreiben würdet?

Carl-Johan: Kommt drauf an, wie man die Wurzeln definiert. Als Band zurück zu sein, ins Studio zu gehen und live zu spielen – das ist natürlich „back to the roots“. Aber musikalisch…
Björn: Das Album klingt natürlich nicht wie „Bring ‘Em In“. Doch als wir angefangen haben, da haben wir auch noch nicht so wie auf „Bring ‘Em In“ geklungen. Wenn wir wirklich zurück zu den Wurzeln hätten gehen wollen, dann hätten wir einen Amiga 1200 kaufen müssen, Daniel hätte irgendwas programmiert und ich dazu irgendeinen schrägen Scheiß gesungen. Das sind unsere wirklichen Wurzeln. Du gehst letztlich bei jedem Album zurück zu deinen Wurzeln, weil damit zurück zu dir selbst gehst und dich damit ausdrückst.
Carl-Johan: Wir haben die Musik zurück in unsere Herzen gebracht, zurück zu uns selbst.
Björn: Ich könnte auch gar nicht mehr so singen – ich klang damals wie Donald Duck.

Ist es das beste Mando-Diao-Album aller Zeiten?

Alle: Ja, das ist es!
Björn: Obwohl das jede Band mit einem neuen Album sagt.
Jens: Und wir tun das auch!
Carl-Johan: Es wäre ja auch irgendwie peinlich, wenn wir auf diese Frage antworten würden „Um ehrlich zu sein, ist das dritte Album ein bisschen besser. Wir haben es diesmal fast geschafft, aber nur fast. Das waren die Zeiten damals, Mann. Aber es ist gut genug, es ist gut genug.“ (alle lachen)

Jetzt Tickets für das Wien-Konzert von Mando Diao (27. November 2017, Arena Wien) sichern!


Text: Felix Goth

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!