Elektronische Schwedenbomben

„Aelita“, Mando Diaos neues Werk, glänzt mit Synthie-Sound und Trash-Artwork. Obwohl die Achtziger gar nichts für Sänger Björn Dixgård sind. Genauso wenig wie das Töten von Fischen übrigens …

Anders als in ihrer Heimat Schweden ist es hierzulande ein bisschen ruhig um Mando Diao geworden, mag wohl auch daran liegen, dass sie ihr letztes Album „Infruset“ in ihrer Muttersprache eingesungen haben. Das wiederum war eigentlich ein Zufall bzw. ein Gefallen, den sie einer Bekannten getan haben, verriet uns Björn Dixgård im Gespräch. Musik und Töne sind alles für ihn und seine Bandkollegen, die Ideen hierzu scheinen ihnen einfach so zuzufliegen.

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Der Synthie-Sound auf eurem neuen Album ist unüberhörbar. Eine deiner Passionen?

Björn: Wir haben Synthesizer immer schon gemocht, so wie jedes Instrument oder alles, das ein Geräusch erzeugen kann – das könnte auch ein Mülleimer sein (lacht). Die Leidenschaft für Sounds hatten wir immer schon. So produzieren wir unsere Musik. Beim aktuellen Album war es ganz speziell. Wir sind zu unserem Lieblingsmusikgeschäft in Stockholm gegangen und haben uns einen alten sowjetischen Synthesizer gekauft, Aelita. Er lässt sich ganz anders bedienen und ist mit nichts zu vergleichen, auf dem wir zuvor gearbeitet haben. Es war ziemlich schräg, wenn du einen Akkord gespielt hast, hat es einfach manchmal nur seltsame Geräusche von sich gegeben. Wir haben dann viel darüber philosophiert, dass Aelita eigentlich ein Tier ist, weil das Instrument sich so verhalten hat, es hat sein eigenes Leben und fast schon von selbst gespielt. Man kann das alles höchst philosophisch angehen – man muss ja nicht immer alles als Maschine ansehen, sondern vielleicht verhaltensbiologisch, dann spielt man auf Instrumenten auch sehr anders. So hat der ganze Albumprozess begonnen. Wir planen Alben nicht wirklich – wir lassen die Ideen einfach immer zu uns kommen, und zum Glück tun sie das auch.

Passend zu eurem „neuen“ Sound ist auch euer Plattencover ziemlich trashig und ein bisschen 80er-Style …

Natürlich kann sich bei dem Artwork jeder denken, was er will. Wir finden aber nicht, dass es sich nach den Achtzigern anfühlt. Wir waren selbst ja sehr jung zu dieser Zeit, also haben wir keinen sehr großen persönlichen Bezug. In diesem Sinne ist es uns egal, aus welcher Dekade manche Dinge kommen, wir suchen immer wieder nach etwas Neuem, und dieses Plattencover sah neu aus … Wir wollten ein sehr modernes digitales Cover machen. Das ist ganz gut gelungen, du hast ganz viele verschiedene bewegte Bilder, da es von einem digitalen Artwork-Künstler aus Göteborg entworfen wurde. Er hat mit sehr vielen Layern gearbeitet, er hat ganz viele Bilder in den unterschiedlichsten Größen, Auflösungen etc. übereinandergelegt, um diesen Mix zu kreieren. Man kann nun richtig in das Artwork eintauchen, es ist fast dreidimensional – das war auch das Ziel, dass man einfach richtig in die Welt von „Aelita“ eintauchen kann …

"Aelita" ist bei Vertigo Berlin/Universal Music erschienen.

„Aelita“ ist bei Vertigo Berlin/Universal Music erschienen.

Nun zu etwas Privatem: Du hast in deiner Jugend gerne gefischt?

Wir lieben die Natur einfach. Jetzt töte ich aber keine Fische mehr. Als Kind war das kein Problem, nun bringe ich es einfach nicht mehr über mich, ich lasse sie einfach zurück ins Wasser. Ich fische aber noch immer gerne zur Entspannung, es ist ein guter Ausgleich zum schnelllebigen urbanen Leben. Natur ist immer entspannend. In zwei Wochen werden wir übrigens mit Schlittenhunden fahren, auch eine schöne Abwechslung! Es gibt uns einfach viel Inspiration. Die Kombination, in der Stadt zu leben und dennoch das Land zu genießen, muss einfach sein. Wir haben einen sehr straffen Tourplan, an den wir uns halten müssen, das ist dann alles sehr hektisch. Fischen ist da perfekt. Es ist fast wie meditieren.

Zu eurer Tour – ihr habt ja einige Festivals vor euch, was mögt ihr denn besonders?

Das Schönste an Festivals finde ich, dass alle vereint sind. Einzelshows hingegen sind viel stressfreier, und wenn man indoor spielt, hat man größere Möglichkeiten, mit dem Licht zu spielen. Andererseits ist es auf einem Festival auch cool, wenn du als Co-Headliner spielst. Genau dann, wenn die Sonne untergeht. Wir lieben es, vereinte Menschenmengen zu sehen, das gibt es wirklich nur auf Festivals. Außerdem kann man sich dann auch mit anderen Bands unterhalten, dazu gibt es ja nicht immer die Möglichkeit.

[highlight color=“yellow“]Mando Diao spielen am Nova Rock![/highlight]

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