Die norwegische Pop-Elfe

Marit Larsen

Mit nur 28 Jahren kann die bildhübsche Marit bereits auf ein bewegtes Leben und eine äußerst erfolgreiche Karriere zurückblicken. Schon als Kind trat sie in Musicals auf, nahm mit 13 das erste Album auf und konnte mit dem Duo M2M sogar in den USA Fans gewinnen. Auch ihre Solo-Karriere kommt in die Jahre: Mit „Spark“ brachte die junge Frau mit der zauberhaften Stimme ihren dritten Longplayer auf den Markt und freut sich auf die anstehenden Konzerte!

TICKET: Du hast sehr jung mit der Musik begonnen. Kannst du das empfehlen?

Marit Larsen: Meine Eltern erlaubten das nur unter zwei Bedingungen. Meine Mutter sagte, dass sie zum einen überall hin mit kommt, und ich auf jeden Fall meine Schulausbildung zu Ende mache. Und sollte ich mit dem Singen Geld verdienen, dann kaufe ich mir zuerst eine Wohnung und mache den Führerschein. Denn wenn ich einmal keine Lust mehr auf Musik habe, wartet ein anderes Leben schon auf mich. Das habe ich eingehalten! Hätte ich Kinder, würde ich es genauso machen.

TICKET: Für das neue Album „Spark“ hast du dein Leben von Oslo nach New York verlegt. Der Big Apple muss ein Kulturschock gewesen sein im Vergleich zum ruhigen Norwegen.

Marit: Naja, ich war ja schon früher in New York, aber dort zu leben ist definitiv ein riesiger Unterschied! In Oslo kenne ich jede Ecke. Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf am Waldrand. Ich kenne dort so viele Menschen! Es ist paradox, aber ich habe mich nach New York zurückgezogen, um Ruhe und Einsamkeit zu finden, um die neuen Songs zu schreiben.

TICKET: Und du hast sogar in Musikgeschäften Klavier gespielt?

Marit: Ich sammle ständig Melodien, immer und überall! Sie tauchen einfach in meinem Kopf auf, und ich singe sie in mein Telefon. Texte, Melodien, Strophen, Refrains. Das mit dem Klavierspielen war so eine Sache, denn in meinem Appartement in New York hatte ich keines. Wenn ich also Lust zu spielen hatte, musste ich also in ein Geschäft gehen.

TICKET: Du spielst auch exotische Instrumente aus Russland und Indien…

Marit: Naja, das sind nur unterschiedliche Harfen! Wenn du Gitarre kannst, kannst du auch die spielen. Der Grund, weshalb ich viele Instrumente benutze ist, dass wenn ich eine Schreibblockade am Klavier habe, ich die Gitarre nehme. Seit Neuestem spiele ich auch Mandoline!

TICKET: Dein Hauptinstrument zum Songsschreiben?

Marit: Ich würde sagen meine Stimme, ansonsten sind es das Klavier und die Gitarre.

TICKET: Sogar dein Vater ist auf „Spark“ zu hören…

Marit: Das war mir wichtig, es macht mich stolz! Es ist großartig, so einen tollen Musiker in der Familie zu haben! Er ist jetzt 63 und hat mir so viel beigebracht, mir schon als Kind unzählige Platten vorgespielt und mich ins Studio zu Orchesteraufnahmen mitgenommen. Ich war oft im Konzerthaus in Oslo mit ihm und nun spielt er auf meinem Album. Mir war aber wichtig, dass er sich nicht mehr in meine Arrangements einmischen konnte, denn die waren längst fertig… (lacht)

TICKET:Also mischt er sich gar nicht ein?

Marit: Nein, überhaupt nicht. Er war bei meiner ersten CD nicht dabei, weil ich eben Angst hatte, er würde sich einbringen wollen. Es ist seltsam, denn früher hat er alle Entscheidungen getroffen, heute bin ich es. Wenn ich ein Album mache, gibt es nur eine Wahrheit: meine!

TICKET: Was kaum jemand weiß: Du hast mit Jon Bon Jovi einen Song geschrieben…

Martin: Ja. Er war in Oslo und wir trafen uns. Er meinte, er müsse seinen Kindern einen neuen Song mitbringen, also haben wir einen zusammen geschrieben.

TICKET: Eine wichtige Inspiration war Joni Mitchell?

Marit: Ich lieeebe sie! Als ich 16 Jahre alt war, gab mir ein Freund das Album „Ladies Of The Canyon“ und ich konnte drei Monate keinen eigenen Song mehr schreiben. Das ist Perfektion, dachte ich, es sind so persönliche Lieder, aber ohne zu privat zu sein. Sie sind einfach universell! Joni Mitchell ist ein großes Vorbild.

TICKET: Seltsam, dass ein so junger Mensch so alte Musik mag…

Marit: Ich bin ein Freak mit einer alter Seele (lacht)! In vielen Dingen. Zudem bin ich ein Bücherwurm.

Interview: Alexander Haide

Live zu sehen:

29.04. Szene Wien

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