Matchbox Twenty

Obwohl es die Hit-Truppe aus Florida bereits 17 Jahre gibt, ist mit North erst das vierte Studio-Album erschienen. Weshalb es immer so lange dauert neue Songs zu schreiben, die Erinnerung an die Arbeit mit Mick Jagger und warum es sich Gitarren-Mann Kyle Cook vorstellen kann, einmal wie die Rolling Stones das 50. Bandjubiläum zu feiern, verriet er im TICKET-Telefonat…

Ich rufe dich gerade daheim, in Nashville, an. Warum hast du das Country-Mekka als Wohnsitz gewählt?

Kyle Cook: Ich bin in Indiana aufgewachsen, das ist nur fünf Stunden Autofahrt von Nashville weg. Ich habe zwei Kinder, und mir war es wichtig, dass sie nicht zu weit weg von den Großeltern sind, dass wir Weihnachten miteinander verbringen können und solche Sachen. Als ich mit meiner Frau aus Florida weggezogen bin, wollte ich in eine Stadt, die ein Musik-Mekka ist, das die Labels, die Agents und Studios hat. In Nashville habe ich die riesige Vielfalt an Musikern und Studios gefunden, genauso wie es sie in New York oder Los Angeles gibt. Nur leben hier weniger Menschen, es ist nicht besonders teuer und es ist ein toller Platz, um seine Kinder aufzuziehen. Jetzt habe ich seit sechs Jahren mein eigenes Studio hier. Nashville ist ein Zuhause geworden und ich kann mir nicht vorstellen, wieder weg zu ziehen.

Das neue Album North stieg auf Platz eins der US-Charts ein, und auch in Österreich debütierte es weit oben. Was denkt man sich bei so einem Erfolg?

Kyle: Das ist fantastisch! Wenn du dir nach 16 Jahren in einer Band die Erfolgskurve ansiehst, kannst du einfach nur glücklich sein. So etwas ist uns zuvor noch nie gelungen. Die Fans sind noch immer von unseren Songs begeistert, ganz so wie am Beginn, da müssen wir schon einiges richtig gemacht haben.

Warum dauert es bei Matchbox Twenty immer so lange, bis neue Songs fertig sind?

Kyle: Ich weiß… Unser Rezept besteht aus vielen Zutaten, die müssen stimmen. Wir hatten beim Debütalbum einen Riesenerfolg, haben Geld verdient und überall auf der Welt gespielt. Da verbrachten wir sehr viel Zeit miteinander und dann kam auch schon das zweite Album. Und alles begann von neuem. Deshalb war es absolut notwendig, dass wir diese beiden Auszeiten genommen haben. Wir brauchten eine Pause. Rob (der Frontman, Anm.) wollte ein Solo-Album machen, wir hatten alle etwas anderes zu tun. Da das aktuelle Album jetzt so erfolgreich ist, wird es bis zum nächsten wohl nicht so lange dauern. Es waren ja auch nicht ganze zehn Jahre, es gab ja auch die Compilation mit einigen neuen Tracks. Aber es ist eine ganze Weile vergangen, das stimmt, das soll nicht wieder vorkommen.

In der Zwischenzeit hast du auch  Solo-Material über Myspace veröffentlicht…

Kyle: Auch YouTube ist großartig! Twitter hat das Musikgeschäft verändert, man kann ständig mit Fans direkt im Gespräch bleiben. Auch für Matchbox Twenty ist es das erste Mal, dass Social Media die Veröffentlichung eines Albums begleitet. Das ist eine interessante Entwicklung. Früher musste man immer warten, bis die Zeitschriften  mit den Kritiken herausgekommen sind – nun gibt es sofortige Resonanz. Aber mit den Bewunderern kommen auch die Band-Hasser, die dann schreiben: „You guys suck! Warum macht ihr so eine Scheiße?“ Es gibt eben immer zwei Seiten.

Vor Jahren hast du auch mich Mick Jagger zusammengearbeitet…

Kyle: Ich habe für ihn im Studio Gitarre gespielt. Er hat angerufen und es war einfach surreal, ich kam mir vor wie Keith Richards.

Die Rolling Stones feiern gerade ihr 50. Bandjubiläum. Kannst du dir das bei Matchbox Twenty auch vorstellen?

Kyle: Warum nicht? Ich hoffe das auf jeden Fall, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie viele Alben bis dahin noch erscheinen werden. Aber zum 50. Jahrestag würde ich gerne wieder alle zusammen holen und ein großes Reunion-Konzert geben.

Wie kommt es, dass ihr trotz des Erfolgs nie auf ausgedehnter Europa-Tour wart?

Kyle: Das hat einige Gründe. Wir wissen, dass wir viele Fans dort haben, aber wir werden leider nicht so oft im Radio gespielt. Aber das würden wir uns wünschen, bevor wir eine Tournee in Europa spielen. Die Sterne stehen dafür noch nicht günstig.

Interview: Alexander Haide

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