Mel Mayr auf Solopfaden

Die sympathische Salzburgerin brachte mit „Go Or Run“ soeben ihre dritte Scheibe auf den Markt. !ticket plauderte mit ihr über Vinyl, das Musikbusiness und ihren Brotjob.

Wann hast du angefangen Musik zu machen?

Begonnen hat es im Jahr 2008. Ich hatte damals überhaupt keinen Plan und kein Ziel, habe zu Hause die ersten zwei, drei Songs aufgenommen und die dann spaßhalber auf den FM4-Soundpark gestellt. Eine Woche später hat mich ein Freund angerufen und mir erzählt, dass ich gerade im Radio laufe. So ist das dann los gegangen irgendwie – ich war noch ein sehr unbeschriebenes Blatt (lacht).

Was ist denn das für ein Gefühl, wenn man sich selbst im Radio hört?

Schon sehr schön, aber ich war baff! Ich habe mir überhaupt nichts erwartet.

Deine neue CD kam ja erst unlängst aus dem Presswerk – bist du zufrieden?

Es hat alles super funktioniert, ich habe auch Vinyl machen lassen – das ist besonders schön, wenn man das eigene Album auf Vinyl in den Händen hält!

"Go Or Run" ist bei FreeFall Records erschienen.

„Go Or Run“ ist bei FreeFall Records erschienen.

Du hast einen Gig im Wiener Plattengeschäft Recordbag gespielt– wie kam es dazu?

Mein erster Instore-Gig! Die Idee kam von Kerstin, von Wohnzimmer Promotion. Es ist mein drittes Album. Ich habe bisher immer alles selbst gemacht, von Promo, über Booking. Ich wollte einfach mal ein bisschen was abgeben, weil ich gemerkt habe, dass das Do-it-yourself-Projekt ein wenig stagniert. Von Kerstin kommen gute Inputs! Sie hat diesen Auftritt organisiert. Ich kenne solche Geschichten von meinen Amerika-Aufenthalten, da sind Instore-Gigs gang und gäbe und ich finde es ziemlich super, im intimsten Rahmen die neuesten Sachen vorzustellen.

Würdest du Musik als deinen Hauptberuf bezeichnen?

Nein, ich habe noch einen Brotjob – einen Halbtagsjob in einer Booking-Agentur für Metal-Bands (lacht). Es hat zwar überhaupt nichts mit meinem Musikgeschmack zu tun, aber es ist halt spannend und die gleiche Materie.

Das heißt, du bewegst dich schon ganz gut im Musikbusiness?

Für österreichische Verhältnisse bin ich ganz glücklich. Mehr geht von mir aus immer noch. Ich kann mich nicht beschweren.

Wenn Metal nicht deine Musik ist – was ist denn deine Lieblingsmusik?

Da ich mich ja selbst als Singer/Songwriterin sehe, sind natürlich die roots auch Künstler aus dem Genre – aus Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger. Neil Young ist mein größter Held, Joni Mitchell, Carol King. Ich höre in dem Bereich aber natürlich auch viele neue Sachen – von Lana Del Rey, Lykke Li bis Beachhouse, Richard Hawley und ähnliches.

Hast du einen Traum, mit wem du hier gerne mal gemeinsam auf der Bühne stehen möchtest?

Mit allen am besten (lacht). Eine spezifische Person habe ich da nicht – ich bin auch nicht so die Träumerin.

Wie sieht es denn mit der Unterstützung vom Land Salzburg aus? Gibt es da Förderungen für junge Musiker?

Leider ist das sehr schwierig in Salzburg, weil es doch eher die Klassik-Hochburg ist. Ich habe es schon mal probiert, das hat aber nicht so geklappt. Mittlerweile denke ich mir, einer von 30 bekommt was, aber darauf möchte ich mich gar nicht verlassen. Das Geld fließt eher in die Klassik, das ist natürlich auch okay und muss es auch geben!

Wird es in Zukunft so bleiben, dass du weiter solo auf der Bühne stehst, oder hast du da schon andere Projekte geplant?

Mittlerweile fühle ich mich allein ganz wohl. Ich bin mein eigener Herr und möchte eher solo bleiben, weil es auch nicht so aufwendig ist. Bands gibt es schon so viele, Solokünstler gibt es im Vergleich relativ wenige. Ich selbst bin auch ein großer Fan von One-Man-Shows, wie Neil Young das auch manchmal macht oder auch The Tallest Man On Earth. Das sind alles Menschen, die mich wahnsinnig fesseln.

Mel Mayr on Tour:

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