Mondsüchtig

Nach einer kurzen Auszeit ist Sophie Hunger mit dem neuen, starken Album „Supermoon“ wieder zurück. Im !ticket-Interview redet sie über Inspiration, Sprachen und die Musik als Lebenselixier.

 

Die 32-jährige Schweizer Singer-Songwriterin Sophie Hunger hatte in den letzten Jahren viel zu tun. 250.000 verkaufte Alben, eine lange Tour und Konzerte, die große Hallen füllten; das nicht nur in Deutschland, der Schweiz, in Frankreich und England, sondern auch in den USA. 2014 folgte dann eine Pause, um sich zu regenerieren. Doch lange hielt sie es ohne Musik nicht aus – ein Glück für ihr Publikum!

Wie viel ist auf der neuen CD biografisch? Oder sind das sowieso immer deine Texte?

„La Chanson D’Hélène“ ist ein Cover, aber sonst sind die Texte von mir. Ich glaube, es ist schon ein Album, das sehr stark aus den Situationen im letzten Jahr heraus entstand. Zum Beispiel habe ich in San Francisco eine Ausstellung über den Mond gesehen und dann den Song „Supermoon“ geschrieben. Dann war ich in Kalifornien unterwegs und habe „Mad Miles“
unter dem Eindruck dieser ganzen Weite geschrieben. So kann ich dir bei fast jedem Lied die Situation erklären, und das war etwas, das um mich herum geschah.

Also ist das Album schon sehr stark aus dir heraus entstanden?

Ja, schon. Aber ich hoffe nicht, dass es auf mich bezogen ist. Der Trick sollte eigentlich sein, dass man etwas macht, was von einem weggeht, das größer ist.

Wie sieht es aus, wenn du einen neuen Song schreibst: Hast du zuerst den Text oder die Musik? Woher kommt die Inspiration?

Es ist unterschiedlich. Manchmal hab ich eine coole Linie, wo ich denke, ich muss ein Lied herum bauen, weil ich sie so gerne spiele. Manchmal ist es ein Satz, von dem ich denke, dass er besonders gut klingt oder etwas Absurdes bedeutet oder eine Ironie oder eine Form von Zweideutigkeit hat. Und dann denke ich, ich muss ein Lied haben, wo dieser Satz vorkommt.

supermoon_1500x1500Du singst auf der neuen CD in Englisch, Französisch, Deutsch und Schweizerdeutsch. In welcher Sprache fühlst du dich zu Hause?

Eigentlich in allen Sprachen. Ich habe das Gefühl, dass ich in jeder Sprache ein bisschen jemand anderer bin. Also nicht grundsätzlich eine andere Person, aber es gibt Sprachen, in denen bestimmte Seiten an mir ein bisschen mehr zur Geltung kommen als andere. Aber ich fühle mich in allen Sprachen komplett.

Hast du schon einmal einen Song in einer der Sprachen geschrieben, dann aber in einer anderen produziert?

Ich hab das einmal probiert und das war ganz schlimm. Das klang wie eine Diplomarbeit.

2014 hast du dich zurückgezogen …

Ich habe sehr viel gespielt die sechs Jahre davor. 2013 war ich 200 Tage unterwegs und ja, da hatten wir alle einen Moment erreicht, wo es nicht mehr lustig, sondern mehr mühsam war, das Schöne ein bisschen verloren ging. Dann habe ich eineinhalb Jahre kein Konzert gespielt, was auch aus finanziellen Gründen sehr lange ist.

Ich finde das toll, dass du das auch sehr offen sagst. Weil in unserer heutigen Leistungsgesellschaft das ja auch sehr oft verschleiert wird, wenn man sich zurückzieht.

Ja, aber ich finde, das ist unmenschlich. Weil wir müssen ja sagen, wie es uns geht und wie es ist. Und man muss auch das Privileg haben, um ein Jahr aufzuhören. Ich hatte die Mittel dazu. Es gibt zwei Seiten, die Sache zu sehen.

Aber du hast relativ schnell wieder mit Musik angefangen. Ist Musik für dich Lebenselixier?

Ja, schon. Das ist die Beschäftigung die mich am zufriedensten macht, die mich erfüllt. Und in der ich mich am lebendigsten fühle.

Hast du von der aktuellen CD einen Lieblingssong?

Was ich ganz gut finde, ist „Weltmeister“. Das ist allerdings nur auf der De-luxe-Version, auf der mehr deutsche Stücke sind.

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