Musikalisches Treib-Gut

Donaukanaltreiben 2014: Bereits zum 8. Mal lädt das Wiener Musikfestival zum Eintauchen in heimische Popgewässer.

 

Für Österreich ist die Donau mehr als nur ein Fluss, sie ist ein reizvoller Kulturraum und Wasserweg mit wirtschaftlicher Bedeutung, das Tor nach West wie Ost. Aber! Wenngleich für den Wiener das Erholungsgebiet schlechthin entlang (Teilen) des Hauptarms liegt, so findet man den „kultivierten Hotspot“ (im Gegensatz zum prolligen Donauinselfest) etwas weiter gen Stadtkern, am Donaukanal.

Nah am Wasser gebaut

Eigentlich war, bevor im Mittelalter schließlich das Hochwasser die am Strom siedelnden Bewohner zur Regulierung zwang, der Donaukanal  Hauptarm der Donau. Heute ist das kleine „Wiener Wasser“ zwischen Nussdorf und Praterspitz zu einem zentralen Mußeplätzchen geworden: Spätestens sobald die Temperaturen steigen, ist der Wiener „nah am Wasser gebaut“.
Auch musikalisch gewann der Kanal in den letzten Jahren – nicht nur in den pochenden Untiefen des Flex – an Bedeutung, sowohl im Rahmen des Waves Vienna, des Jazz Fest Wien und schließlich auch des Donaukanaltreibens – dieses Jahr ohne Hauptbühne, dafür in zahlreichen Locations entlang des Kanals.

Über Pop-Musik

Wie auch die Jahre zuvor präsentiert man im Zuge der letztgenannten Veranstaltung erneut ein vielseitiges, (bevorzugt) heimisches Popkultur-Programm, das gekonnt dokumentiert, ein auditives und dabei diverses Labsal sei nicht im Ausland allein zu finden. Von mondän (Francis International Airport) über ein „Frühlingserwachen“ (insbesondere im Sinne Wedekinds: Chronic City) bis hin zum „thoresken“ I-Wolf wird wiederholt ein Line-up kredenzt, das befähigt ist, dem Poppaten Diedrich Diederichsen (Seite 83 in unserer Mai-Ausgabe) seine „Phantomschmerzen“ zu lindern.
GinGaJene beiden Künstler, die !ticket „ins Boot geholt“ hat, seien exemplarisch exponiert: Einerseits She And The Junkies mit einer psychedelischen Trance, die an einen Hybrid aus „The Book Of Taliesyn“ (Deep Purple) und „Physical Graffiti“ (Led Zeppelin) denken machen, Gin Ga andererseits, die native britische Brillanz mit superben heimischen Gemütszuständen aufzuladen wissen: Beide sind Schlüsselreiz essenzieller Popmusik, die sich aus Altem nährt und dabei Neues schafft.

 

Donaukanaltreiben: 23. bis 25. Mai
Freitag: She And The Junkies, Müßig Gang, I-Wolf
Samstag: We Walk Walls, Chronic City, Flo Mega & The Ruffcats
Sonntag: Fijuka, Sex Jams, Gin Ga, Francis International Airport
Am Freitag Aftershowkino, am Samstag Swing-Tanz-Brunch und abends Champions-League-Finale Public Viewing mit Martin Blumenau (FM4), am Sonntag dann Jazz-Frühshoppen und Lesungen, Aftershowprogramm jeweils im Laderaum des Badeschiffs.

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