Na oida!

Der große Schauspieler Helmut Qualtinger selig sagte einst, dass das Problem für jeden Wiener sei, man könne es in Wien nicht mehr aushalten. „Aber woanders auch nicht.“ Warum eigentlich?

 

Über Wien, den Wiener, das Wienerische und das Frohlocken des Wieners haben wir uns schon ausführlich anlässlich des ersten Bandes von „Unnützes WienWissen“ ausgelassen; Das brauchen wir an jener Stelle also nicht wiederholen. Es sei nur mit einem gemäßigten Patriotismus wiederholt, dass – entgegen der Vorstellungen einiger Bundesländler – in der Hauptstadt nicht Mord und Totschlag regiert, Wien nicht umsonst eine der, wenn nicht sogar die lebenswerteste Stadt der Welt ist: Gewässer inmitten der Stadt, viel Grün, ein reiches Kultur- und Kulinarikangebot, sowie günstiger öffentlicher Transport.

Unnützes WienWissen2Aber! Die geschichtsträchtige Stadt – positiver und negativer Natur – bietet auch einiges an Absurditäten, Skurrilitäten; so viele gar, dass ein Band mit Informationen, die nicht unbedingt im Reiseführer des Vertrauens zu finden sind, noch nicht ausgereicht hat. „Unnütz“ ist das Wissen vielleicht, man wird es mit den meisten hier dargebotenen Informationen wohl weder bei Humboldt, noch an der Uni Wien zu einem Abschluss schaffen, aber vielleicht bei eigenen Stammtischgesprächen oder vor Assinger in der Millionenshow sitzend gebrauchen können. Oder haben Sie gewusst, dass das heute als derbe geltende Wort „brunzen“ (für „urinieren“) im Mittelalter „einen Brunnen schlagen“ hieß? Oder, wer sich im Mittelalter küsste, damit tatsächlich eine Bindung einging? Oder auch, dass Wien 1820 bei 260.000 Einwohner eine stattliche Anzahl an 20.000 Freudenmädchen vorzuweisen hatte? Die Qual der Wahl!

Ganz und gar nicht unnütz ist übrigens die Information, die zahlreiche Flanierer auf den großen Einkaufsstraßen betreffen dürfte: Laut §78c StVO ist nämlich „unbegründetes Stehenbleiben auf einem Gehsteig“ gesetzlich verboten. Und ja, das wird von unseren stolzen Exekutivbeamten wirklich durchexerziert! Jährlich werden etwa 1.000 Menschen mit einer Geldbuße von wahlweise 70 bis 700 Euro oder drei Tage bis einen Monat Häfen abgestraft.

Sie sehen also, auch Teil 2 des Kleinodes ist durchaus lesenswert, es macht Schmunzeln, Kopfschütteln – und an vielen Ecken und Enden auch einen Grad schlauer! Und dann versteht man vielleicht auch, warum Wien „schee oasch“, aber auch „ur schee“ ist.

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