Neues von Slash!

Mit Alter Bridge-Frontman Myles Kennedy!

Da haben sich zwei Großmeister des Hardrock zusammengetan und ein klassisches Rock-Album eingespielt, das Spuren in der Musikgeschichte hinterlassen könnte. Mit Apocalyptic Love legen Ex-Guns N‘ Roses-Gitarrist Slash, Alter Bridge-Mastermind Myles Kennedy und The Conspirators ein Old-School-Album vor, das nur so vor Gustostückerln strotzt. TICKET erreichte Kennedy telefonisch daheim im beschaulichen Spokane, Washington.

TICKET: Wie begann die Zusammenarbeit mit Slash eigentlich?

Myles Kennedy: Er hat mich im Herbst 2009 einfach kontaktiert und fragte, ob ich nicht Interesse hätte, mit ihm an einem Track für sein Solo-Album zu arbeiten. Der Song wurde dann zu Starlight. Es war das Ergebnis unseres ersten Versuches, miteinander Musik zu machen. So hat alles begonnen. Ich war sehr aufgeregt, denn immerhin ist Slash eine Ikone, ein äußerst respektierter Musiker. Er ist auch eine einzigartige Persönlichkeit! Ich lebe ja in Spokane, Washington, und nicht in einer der Musikmetropolen wie Los Angeles oder New York, und bin weit weg von allem. Es hat mich doch sehr überrascht, als er mich kontaktierte!

TICKET: Es gibt keinen Grund tiefzustapeln. Du bist ja auch nicht gerade unbekannt.

Myles: Das ist mir bis zu einem gewissen Punk klar. Aber da, wo ich lebe, vergesse ich das oft. Es ist hier sehr ruhig.

TICKET: Du lebst nach wie vor in Spokane? Bevorzugst du die Ruhe in der Provinz?

Myles: Es gibt manche Dinge, die ich an Großstädten mag, das Essen, das man dort bekommt. Aber ich liebe vor allem dieses ruhige, einfach Leben.

TICKET: Was hat die Arbeit mit Slash so außergewöhnlich gemacht?

Myles: Natürlich ist er ein Genie, wenn es um neue Gitarren-Riffs geht. Kreativ kennt er einfach keine Grenzen. Für mich als Sänger ist das äußerst inspirierend. Coole Riffs und coole musikalische Ideen inspirieren mich am meisten. Er hat auch eine ganz besondere Einstellung zur Arbeit an neuen Songs.

TICKET: Apocalyptic Love wurde beinahe live eingespielt.

Myles: Ja, wir nahmen direkt auf Band auf. Die Instrumente haben wir wie in den alten Tagen aufgenommen und ich konnte den Producer das Tonband sogar vor- und zurückspulen hören. So arbeite ich normalerweise nicht. Das Vor- und Zurückspulen hab‘ ich schon Jahre lang nicht mehr gehört, seitdem wir mit Protools arbeiten. Das war Anfang der 90er Jahre. Es war ein toller Backflash! Außerdem bekommt man diesen speziellen Sound, diese natürliche Kompression nur, wenn man so aufnimmt.

TICKET: Wie viel konntest du beim Songschreiben beitragen?

Myles: Slash hat mir einige musikalische Ideen geschickt, das war im Jänner 2011. Dann kamen Melodien und Texte von mir dazu. Wir haben das Song für Song so gemacht. Es war nie so, dass ein einzelner einen ganzen Titel einfach abgeliefert hat. Jeder einzelne Song war eine echt coole Gemeinschaftsarbeit.

TICKET: Konntest du dir als Gitarrist von ihm etwas abschauen? Wie war da die Zusammenarbeit?

Myles: Eigentlich habe ich nur ergänzend beigetragen. Slash hat einen einzigartigen Sound, da muss man sich einfach zurück halten. Ich habe nur versucht, die Lücken zu füllen. Der schwierigste Teil wenn du mit einem Menschen wie Slash arbeitest ist dem gerecht zu werden. Er hat einfach so viel Gefühl. Diese Erfahrung hat mir geholfen, als Gitarrist zu wachsen. Jedes Mal wenn ich die Chance habe mit jemandem zu arbeiten, der auf so hohem Niveau spielt, lerne ich eine Menge dazu.

TICKET: Apocalyptic Love ist ein großartiges Old-School-Album.

Myles: Oh, danke schön! Vor allem Slash hat dieses absolute Gespür für Rock and Roll. Das gepaart mit einer modernen Perspektive macht das Album großartig. Und der Producer hat einen zeitlosen, aber modernen Sound kreiert. Das Ergebnis ist fabelhaft!

TICKET: Es gab schwierige Zeiten für Slash und dich. Stichwort Sex, Drugs und Rock. Hilft es nun gesund zu leben und Problemen aus dem Weg zu gehen?

Myles: Man lernt aus seinen Fehlern und versucht, ein besserer Mensch zu werden. Man vermeidet, dass man leidet oder sich schlecht fühlt. Je älter ich werde, desto besser wird das Leben! Als Musiker kann mich sich besser konzentrieren, wenn man schlechte Angewohnheiten bleiben lässt. Dann stellt sich eine gewisse Klarheit und ein neues Bewusstsein ein.

TICKET: Gibt es schon Tour-Pläne?

Myles: Yeah! Wir werden Ende des Jahres und 2013 live spielen. Und das so oft wie möglich!

TICKET: Wie sieht die Zukunft von Alter Bridge aus?

Myles: Wir machen Pause seitdem ich mit Slash zu arbeiten begonnen habe. Die anderen realisieren ihre Solo-Projekte, aber es wird eine große Reunion geben. Wir sprechen schon über Aufnahmen, die im nächsten Jahr beginnen sollen.

TICKET: Du hast einiges mit ehemaligen Mitgliedern von Led Zeppelin eingespielt. Gibt’s eine Chance, dass das Material eines Tages veröffentlicht wird?

Myles: Wir haben ja nur ein wenig gejammt, da sind keine richtigen Songs dabei. Es wurde auch nichts formell aufgenommen. Also wird das niemals veröffentlicht werden. Höchstens als Bootleg! (lacht)

Interview: Alexander Haide

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Apocalyptic Love ist bei Warner Music erschienen.

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