Östliche Lebensart entdecken

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum sich Shaolin-Mönche Eisenstangen auf den Kopf schlagen oder wie es zu diesem Show­erfolg kam? Die Antworten darauf können Sie hier lesen!

 

Begonnen hat es – wie so oft im Leben – eigentlich durch einen Zufall. Herbert Fechter, der Mann hinter dem Welterfolg „Die Mönche des Shaolin Kung-Fu“, sagte vor 20 Jahren in einem Zeitungsinterview, dass ihn das Musikgeschäft anödet und er es satt hat, für die großen Stars das Geld zu verdienen. Als Reaktion darauf bekam er einen Anruf von einem chinesischen Ingenieur, der bei MAGNA in Graz tätig war, und ihm von Shaolin-Mönchen erzählte, welche die meditativ-religiösen Körperübungen auf einem sehr hohen Niveau praktizieren. Diese leben im Herzen Chinas, in der Provinz Henan, in einem geheimnisumwitterten Kloster, das damals sein 1.500-jähriges Jubiläum feierte. Also flog Herbert Fechter mit seiner Frau dorthin. Nachdem er die Mönche gesehen hatte, fertigte er noch in derselben Nacht einen Vertrag aus, um sich die Rechte daran zu sichern.

Von Österreich in die Welt

Am 5. Oktober 1995 kam die Show dann in Wien zur Weltpremiere und war sofort ein Erfolg: vier ausverkaufte Vorstellungen vor 24.000 Menschen. Von da an hat ein Siegeszug um die Welt begonnen, der bis heute nicht abgerissen ist. Auf fünf Kontinenten wurden über 5.000 Vorstellungen gespielt – auch am Broadway war man erfolgreich – und die Mönche waren in allen großen Fernsehsendungen der Welt zu Gast. „Es ist uns gelungen, das Trademark Shaolin nicht nur für irgendwelche Trainingsräume, wo Kung-Fu oder Martial Arts trainiert werden, bekannt zu machen, sondern auch für die Menschen, die an Esoterik, Spiritualität und fernen Ländern interessiert sind“, so Herbert Fechter im Gespräch mit !ticket. Die Tournee zum 20-jährigen Jubiläum beginnt natürlich wieder in Wien und führt dann für drei Monate durch sechs Länder.

Der Schlag mit der Eisenstange

Denkt man an Kung-Fu, so denkt man oft an Übungen, wo Bretter mit der Hand durchgeschlagen werden, Nadeln durch Glasscheiben geworfen werden oder eben mit einer Eisenstange auf den Kopf geschlagen wird. Aber warum passiert das nun? „Die Antwort ist ganz einfach: Die Chinesen sagen, wir werden alle mit einem gewissen Anteil an Qi – der Lebensenergie – geboren. Dieses können wir vermehren – oder verringern, zum Beispiel  wenn wir uns schlecht ernähren, rauchen oder Drogen nehmen; wir können es aber auch vermehren. Wenn die Mönche meditieren und imstande sind, ihr Qi im Körper zu lenken, dann passiert das unsichtbar. Um den Meistern zu beweisen, wie weit sie mit der Qi-Beherrschung gekommen sind, haben sie Übungen erfunden, die uns sinnlos erscheinen. Es sind also eigentlich Beweise der Schüler für ihre Lehrer, worin sie schon Meisterschaft erreicht haben.“

Ein Tag mit den Mönchen

Vor allem Kinder und Jugendliche sind von dem Thema sehr angezogen und kippen richtiggehend hinein. „Daher haben wir uns entschieden, auch Workshops anzubieten. Das kann natürlich nur auf einem Einsteigerlevel passieren. Wir sagen den Leuten, wie sie sich bewegen müssen, wie sie richtig atmen müssen und wir zeigen den Menschen, was möglich ist. Wir öffnen die Tür einen ganz kleinen Spalt. Fünf Mönche zeigen die Formen vor und fünf gehen herum und korrigieren. Es ist ein sehr behutsames Heranführen auf verschiedenen Leveln, sodass die Leute einen Eindruck bekommen.

Einen Eindruck vom Alltag und Leben der Mönche bekommt man auch bei der Show durch die Moderation sowie Filmzuspielungen. „Zusätzlich habe ich dem ganzen Thema quasi ein westliches Mäntelchen angezogen. Die Instrumentalmusik wurde – basierend auf chinesischen Motiven – in ein westliches Musikgewand gekleidet. Ich habe versucht zu erreichen, dass die Show westlichen Maßstäben genügt. Natürlich ist es dann nicht mehr komplett authentisch, aber es wird doch den Menschen vermittelt, worum es geht.“

[highlight color=”yellow”]Was Herbert Fechter von der Zusammenarbeit mit den Mönchen gelernt hat:[/highlight]

• Man kann mit Respekt und Würde auf andere Kulturkreise schauen. Sie begegnen jedem Fremden mit einem hohen Maß an Achtung, Würde und Respekt.
• Die Chinesen halten die Familie zusammen und haben Respekt vor dem Alter, während wir oft versuchen, die Alten wegzuschieben. Sie nützen die Erfahrung der Alten, machen aber trotzdem Neues.
• In China hat die traditionelle chinesische Medizin neben der Schulmedizin einen hohen Stellenwert.
• Gelernt habe ich auch, dass man seinen Gegner achten soll. Deshalb beginnen auch Kämpfe immer mit einer respektvollen Verbeugung.

 

Die Mönche des Shaolin Kung-Fu erleben Sie ab Jänner in ganz Österreich. Tickets gibt es auf oeticket.com und unter 01 / 96 0 96.

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