Ohrenschmaus

Der Kopfhörer-Markt hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung hingelegt. Kein Wunder, benutzen wir alle doch tagtäglich Geräte, die den Soundtrack des Lebens mobil machen.

 

Was früher noch ein Walkman, Discman oder MP3-Player war, übernimmt mittlerweile das Mobiltelefon in seiner Ausführung als Smartphone. Da Telefonieren mittlerweile bei diesem Gerät als scheinbar lustiger, aber nicht unbedingt notwendiger Nebeneffekt angesehen wird, konzentriert man sich eher darauf, im Social-Media-Bereich herumzutänzeln und neben seiner streaming Playlist auch noch die angesagtesten Videos zu schauen. Und: Ein bisserl blöd ist das dann schon, wenn das über den Lautsprecher der gesamte UBahn-Zug mitbekommt (überraschenderweise haben noch nicht alle die Vorzüge von Kopfhörern herausgefunden. Leider). Bekanntlich sind Geschmäcker verschieden, so sicher auch am Kopfhörer-Markt und im musikalischen Dschungel der !ticket-Redaktion. Welcher Kopfhörer für welchen Sound am besten passt? Die Redaktion hat dies mal genauer unter die Lupe genommen.

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Sennheiser URBANITE XL WIRELESS € 279,- / AKG K702 € 299,- / Sony MDR-1A € 199,90

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Bose SoundTrue € 179,95 / Beats Solo² € 199,95

 

Stefan Baumgartner (Heavy Metal):

Getestet wird unter extremen Rahmenbedingungen, gefunden bei Der Weg Einer Freiheit mit „Requiem“, einem Post-Black-Metal-Bastard, der aber auch in von der Klassik gewohnte komplexe Sphären abdriftet und somit jede Note elementar macht. Sennheiser präsentiert dieses Spektrum glasklar und selbst bei hoher Lautstärke austariert, wird dabei allein von AKG überrundet, die ein
transparent-kontrolliertes Klangpanorama kredenzen. Sony sitzt zwar gut, stolpert dafür aber über das Stakkato der Bass Drum und gibt sich, wenn’s richtig laut wird, geschlagen. Bose hingegen darf sich gerne Röck Döts verpassen und „Böse“ nennen: Sie sitzen leicht, klingen aber räumlich und solide, allein der Bass ist etwas dürftig – der dafür bei Beats alles „dumpfsinnig“ überrennt. Manko: Die Umgebung hört bei allen mit.

Der Weg Einer Freiheit sind dieses Jahr u. a. Headliner am Kärntner Eine in Teich Festival (10./11. Juli), am 8. April in der Arena Wien und im September am STP Metalweekend.

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Thomas Keuschnigg (Indie Rock):

Als Testnummer wurde von mir Moneybrothers „They’re building walls around us“ ausgewählt. Unser Testmodell von Bose sieht spitze aus und bekommt von mir die Bestnote im Bereich Komfort, der Klang ist gut, jedoch fehlt mir persönlich der Bass. Auch Sennheiser kann beim Klang punkten, der Komfort als auch die Bassleistung waren mir jedoch nicht ausreichend. AKG sitzt perfekt und hat ohne Zweifel den besten Sound, optisch sind diese Headphones jedoch nur fürs Studio geeignet. Das Modell von Beats hat für mich den niedrigsten Komfort, jedoch einen guten Sound. Optisch sind mir die Kopfhörer jedoch zu klein und zu sehr im Trend. Mein Testsieger war eindeutig das Modell von Sony. Größter Tragekomfort, guter Klang mit ausreichend Bass und optisch macht das Ding auch einiges her.

Moneybrother kommt am 9. April ins Wiener WUK.

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Astrid Radner (Pop):

Als Song habe ich „Listen To Your Heart“ von Roxette auserwählt. Die hohen Synthies, die Gitarrensolos, die markante Stimme – das höre ich mir genauer an. Wenn es um den Style geht, sind Bose oder Sony meine Favoriten. Mit dem Monstrum an AKG würde ich auf offener Straße nicht gerne gesehen werden, es sei denn, ich versuche Kontakt mit ET aufzunehmen. Auch den Tragekomfort finde ich bei Sony und Bose am besten, man fühlt die Boxen fast nicht auf den Ohren, wird aber schön von der Welt abgeschottet. Der Sound klingt im Gegensatz zu den Modellen von Sennheiser, Beats und AKG aber dumpfer und ganze Instrumente treten in den Hintergrund. Mein Gewinner ist das Beats-Modell: tolle Klangqualität mit dezenter Optik. Für den langsamen Umstieg von Ohrenstöpseln optimal.

Roxette kommen am 8. Juli in die Wiener Stadthalle.

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Petra Albrecht (Punk):

Millencolins Skatepunk-Nummer „Penguins & Polarbears“ weckt Jugenderinnerungen! Und ab damit in die Soundmachine, plug-in and plug-out, fünf Mal. Für mich persönlich konnte das High-End-Modell von AKG punkten, da jeder noch so kleine Schlag auf die Toms durch Klang-Präzision ein wahrliches Vergnügen ist – man fühlt sich wie mitten im Tonstudio. Zwar nicht ganz so präzise, aber dafür optisch alltagstauglicher: Sennheiser punktet mit Hallensound und einer runden Optik, ähnlich verhält es sich bei Beats, die aber die Klänge ein wenig verschwimmen lassen. In Tragekomfort allen voran sind die Headphones von Sony und Bose. Während Sony mit den Bässen ganz gut zurechtkommt, ist bei Bose allerdings ein sehr auf Höhen konzentriertes Klangerlebnis gegeben, bei dem für so eine Nummer viel zu wenig Druck entsteht.

Millencolin sind am 6. Mai in der Wiener Arena zu Gast.

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