OPUS – Nomen est Omen!

Wer hätte sich gedacht, dass ein simpler Beat und ein missglückter Live-Mitschnitt einen Welthit bedeuten? Mit Live Is Life gelang der steirischen Rockband ein Song, der weit über die Kernölgrenze hinaus Hit-Status erreichte …

Wenn man die Chuzpe hat, seine Band einfach nur „Werk“ zu nennen, dann muss daraus etwas Großartiges entstehen – alles andere wäre wohl ein Opus oblitum geworden. Dann aber wiederum, würden eben diese Seiten aber nicht mit Opus, der Band, befüllt sein.
Zu ihren Anfangszeiten spielten Opus vor allem Covers – es war ziemlich schwierig, damals in den Siebzigern, wie leider auch heute noch, als relativ unbekannte Band sein Publikum durch Eigenkompositionen zu überzeugen.
Gründungsmitglied Ewald Pfleger erinnert sich, dass sie bei ihren ersten Auftritten immer wieder eigene Songs zwischen all die Covers „schummelten“, um so auch ihre eigene Musik in die Gehörgänge der Zuschauer einzuschleusen.
Ihr Publikum konnte Opus unter anderem als Vorband von Magic erweitern – bei dieser Formation waren auch lauter bekannte Größen der heimischen Szene mit dabei: angefangen bei Günter Timischl bis hin zu Frontman Boris Bukowski.
Man feierte einige Plattenerfolge – die LP Eleven erreichte in Österreich Anfang der Achtziger Goldstatus, man spielte vor zigtausenden Zuschauern –, die Zeit verflog und schon war es 1984 und Opus bereits 11 Jahre alt. Zu diesem Anlass entschied man sich, ein ganz besonderes Geburtstagskonzert zu geben: Man feierte bei einem Live-Konzert im burgenländischen Oberwart, das auch gleich mitgeschnitten wurde. Und nicht genug „live“ – ein neuer Song, Live is Life, wurde ebenfalls uraufgeführt. Und das live. Und zwar gleich 2x! Heutzutage wäre bei einem Live-Mitschnitt kein Band zu Ende, bestenfalls eine Speicherkarte leer, damals aber war es so. Dementsprechend musste man den neuen Song noch ein zweites Mal performen. Dieser war zwar neu für das Oberwarter Publikum, aber dank der eingängigen Melodie und Lyrics, konnte er beim zweiten Mal gleich mitgesungen werden.Opus_Stadion © Karl Schrotter

Was folgte ist Geschichte und Gegenwart, was folgte weiß wohl jeder. Ein Opus quasi, ein Welthit! Nun hat eben dieser Welthit auch schon fast seinen 30. Geburtstag erreicht und dennoch wird er noch immer auf Veranstaltungen, bei Werbespots, als Hymne etc. auf und ab gespielt.
Oftmals haben Bands mit einem Welthit die Problematik, dass sie als One-Hit-Wonder gelten. So auch bei Opus – ein Segen aber dennoch irgendwie ein Fluch.
Wenn man sich beispielsweise Flying High, einen ihrer ersten Hits, oder Whiteland, das nach Live Is Life erschien, anhört, erkennt man doch, dass diese Band zu viel mehr Text und Rhythmus geschaffen wurde, als es ihr Überhit vermuten lässt.

Dennoch sind die Mannen von Opus natürlich sehr zufrieden, denn – wie man weiß – ist es für eine österreichische Band nicht besonders einfach, weltweit einen Hit zu landen und von Musik auch leben zu können.

Nicht umsonst werden die Bandmitglieder von Opus auch „die Unermüdlichen“ genannt – Jahr für Jahr stehen sie auf Bühnen, lassen sich Neues einfallen – so wie Opus At The Opera – und wirken mit Mitte fünfzig noch immer turnschuhfit! Ihr Erfolgsgeheimnis? Man weiß es nicht so genau. Aber vielleicht liegt es schlichtweg daran, dass sie – zur Freude ihrer Fans und wie bei so manchem Keks – einfach nicht aufhören können.

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