Peter Kruder, der größte heimische Popstar seit Falco

Peter Kruder ist der größte heimische Popstar seit Falco – und dessen Bruder im Geiste. Sein Credo: Trau keinem Experten und sag öfter nein. Was dahinter steckt erzählt er im Interview mit dem The Red Bulletin.

Peter KruderDie aktuelle Februar-Ausgabe des „The Red Bulletin“ präsentiert ein Highlight-Interview mit dem österreichischen Downbeat-Meister Peter Kruder von Kruder & Dorfmeister. Das ganze Interview gibt es im The Red Bulletin Magazin und auch auf RedBulletin.com. Das Interview führte Florian Obkircher für The Red Bulletin, für das Foto zeichnet Oliver Jiszda verantwortlich.

Falco sagte einmal: „Ich bin ein Unangepasster in einem angepassten Geschäft.“ Kommt Ihnen dieses Gefühl bekannt vor?

Ja, total. Wir unterschrieben in unserer Hochphase nie bei einer großen Plattenfirma. Wir gaben damals auch kaum Interviews.

Und lehnten einen Remix-Auftrag von David Bowie ab.

Uns gefiel der Song einfach nicht. Punkt. Diese Verweigerungshaltung war rückblickend sehr wichtig für unsere Karriere. Weil es den Mythos um uns noch anheizte. Viele unserer Underground-Kollegen folgten dem Lockruf der Musikindustrie – und mussten schnell erkennen, dass ihnen der Kompromiss nur kurzfristig Erfolg einbringen würde. Wir dagegen hatten immer eine prinzipielle Abscheu vor dem ganzen Apparat. Genau wie Falco auch. Als MTV ein Interview mit ihm machen wollte, soll er gesagt haben: „Gut, dann sollen s’ kommen.“ Das fand ich wahnsinnig cool. Dieses klassische Wien-Ding halt: Oszillieren zwischen Depression und Größenwahn.

Bringt einen das Nein-Sagen weiter?

Es ist wichtig, nicht immer dem Rat der selbsterklärten Experten zu folgen. Weil sie dir immer raten, auf Nummer sicher zu gehen. Aber um langfristig erfolgreich zu sein, musst du Risiken eingehen. Ohne die Wahnsinnigen, die den Regeln trotzen, gäbe es keinen Fortschritt. Bei uns war das schon am Anfang so. Viele sagten, wir sollten mit Sängern arbeiten, weil es für Instrumentalmusik keinen großen Markt gäbe. Denkste!

Haben Sie Falco jemals persönlich getroffen?

1997 lud er Richard Dorfmeister und mich in sein Haus in Gars am Kamp ein, um über eine Kollaboration zu reden.

Was wurde daraus?

Leider nichts. Er spielte uns seine „Out of the Dark“-Demos vor und fragte, ob wir nicht irgendwas zusammen machen könnten. Wir antworteten, dass das Zeug dafür schon zu weit fortgeschritten sei, boten ihm aber an, dass er doch auf unserer Platte am Bass etwas einspielen könnte. Das fand er gut: „Weißt eh, irgendwas in EDur.“ Aber es kam nicht mehr dazu, sechs Monate später passierte der Unfall.

Im Rahmen des Red Bull Music Academy Events „Junge Roemer: Eine Woche für Falco“ in Wien werden Sie Falco-Songs neu remixen und live präsentieren. Welche werden Sie auswählen?

Ich möchte mir seine schwächsten Stücke zur Brust nehmen. Denn bei aller Falco-Liebe, einige seiner Sachen klingen, vermutlich weil er unter Zeitdruck seitens seiner Plattenfirma stand, nicht ganz perfekt. Da möchte ich schauen, ob man sie in neuem Licht erstrahlen lassen kann. Natürlich könnte man sich auch seine Juwele vornehmen. Aber da müsste man wirklich eine Sternstunde haben – sonst täte man niemandem etwas Gutes.

 

Mehr über Peter Kruder und welche von Falcos Ratschlägen er nicht befolgte, lesen Sie im kompletten Artikel in der aktuellen Ausgabe des „The Red Bulletin“ und auf RedBulletin.com. Die Falco-Woche „Junge Roemer“ startet am 26. Jänner im Wiener U4 und führt über die Grelle Forelle und das Casino Baumgarten hin ins Fluc und WUK. Neben Peter Kruder gastieren auch Ernst Molden, Anna von Hausswolff und andere. Tickets gibt es bei oeticket.com.

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