Red Bull Flying Bach: Urban Dance trifft Klassik

2010 tat sich die international erfolgreiche Berliner B-Boy-Combo Flying Steps mit dem Opernregisseur Christoph Hagel zusammen, um das Stück Red Bull Flying Bach zu kreieren. Urban Dance trifft hier auf Das wohltemperierte Klavier von Johann Sebastian Bach (1685–1750).

Vartan Bassil und Kadir „Amigo“ Memis gründeten die Flying Steps bereits 1993 in Berlin und sind damit äußerst erfolgreich. Spezialisiert auf die urbanen Tanzstile B-Boying, Popping und Locking gewannen sie mehrere Weltmeisterschaften. In ihrer Flying Steps Academie, die sie 2007 eröffneten, kann man die verschiedenen Tanzstile B-Boying (Breakdance), Hip Hop/ Streetdance, Popping, House Dance, Dance Hall, Kindertanz sowie Jazz Dance, Lyrical Dance, Ballett, Tap und Salsa erlernen. Hier steht der Dialog der einzelnen Tanzstile im Vordergrund, denn Tanz ist eine Sprache die sich ständig weiterentwickelt und Einflüsse von überall in sich aufnimmt. So sprengten sie mit Red Bull Flying Bach auch die Grenzen zwischen Jugend- und Hochkultur. Die außergewöhnliche Show wurde 2010 mit dem ECHO Klassik Sonderpreis ausgezeichnet. Die Choreographie verantwortet Vartan Bassil, für den mit Red Bull Flying Bach ein Traum wahrgeworden ist.

B-Boying

Red Bull Flying BachB-Boying bzw. B-Girling entstand in den 1970er-Jahren als Tanzform der Hip-Hop-Bewegung unter afroamerikanischen Jugendlichen. Als Ursprungsort gilt New York, wobei die Erfindung des Stiles keiner einzelnen Person zuzuschreiben ist. Geprägt wurde der Stil anfänglich u.a. von James Brown-Tanzschritten, den damals sehr populären Kung-Fu-Filmen und dem Bodenturnen. Wesentliche Elemente sind Top Rocking (das Tanzen im Stand), Footworks (Moves am Boden), Freezes (das Verharren in möglichst eindrucksvollen, oftmals akrobatischen Posen) und Powermoves (Bewegungen, die Drehungen um jede beliebige Achse mit einschließen – z.B. der Headspin, also das Rotieren auf dem Kopf oder Windmills, eine liegende Drehung auf Schultern und oberem Rücken um die eigene Achse, während die geöffneten Beine den Boden nicht berühren). Der Begriff Breakdance wurde und wird von den Medien für B-Boying aber fälschlicherweise auch für Popping und Locking verwendet.

Popping

Ebenfalls in den 1970er-Jahren entwickelte sich der Tanzstil Popping. Der mechanisch wirkende Bewegungsstil gleicht dem eines Roboters. Durch exakte Isolation und Kontraktion einzelner Körperteile wirken die TänzerInnen schwerelos und wie ferngesteuert. Michael Jackson verwendete in seinen Choreographien immer wieder Figuren des Popping: bekanntestes Beispiel ist der von den Medien als „Moonwalk“ bezeichnete Backslide.

Locking

Locking wurde von Don Campbell erfunden und durch zahlreiche Auftritte seiner Gruppe Campbellock Dancers im amerikanischen Fernsehen verbreitet. Die Bewegungen werden sehr dynamisch, groß und oftmals übertrieben ausgeführt. Typische Locking-Bewegungen sind mit Namen aus dem Cartoon-Bereich bezeichnet.

Das Wohltemperierte Klavier

Das Wohltemperierte Klavier bezeichnet eine Sammlung von Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bach. Der erste Teil wurde 1722 fertiggestellt, der zweite Teil 1740/42. Mit dem Begriff „Clavier“ wurden damals übrigens alle Tasteninstrumente bezeichnet, da aber Bach keine Pedalstimme verzeichnete, scheidet die Orgel dafür aus. Bach wollte die Eignung der wohltemperierten Stimmung, die 1681 von Andreas Werckmeister erfunden worden war, zum Komponieren und Spielen in allen Tonarten demonstrieren. Heutzutage werden Klaviere allerdings gleichstufig temperiert, wobei die Tonartencharakteristik verloren geht. Bei Red Bull Flying Bach spielt Christoph Hagel selbst Klavier, Sabina Chukurova Cembalo. Dazu kommen elektronisch verfremdete Beats von Ketan und Vivan Bhatti.

 

Verpassen Sie das fantastische Ereignis nicht! Im Februar haben Sie dazu in Wien die Möglichkeit, im April in Linz und Bregenz, und schließlich im Mai in Salzburg.

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