“Rigoletto”: ein Sommermärchen oder die Kunst der Illusion

Ein Hofnarr als Hauptfigur und eine schroffe Felslandschaft im Hintergrund, die mit Licht- und Videoprojektionen die Oper zum Leben erweckt – das sollte die Zauberformel für die “Rigoletto”-Inszenierung in St. Margarethen sein. Vergangene Woche feierte das Stück mit Standing-Ovations Premiere.

Von Zauber und Magie

Ein Sommermärchen für alle wollte Anja Bihlmaier, die Dirigentin der diesjährigen Oper im Steinbruch, schaffen – und das ob der weniger märchenhaften Geschichte rund um den Hofnarren Rigoletto, der beim Versuch seine Tochter zu beschützen von seinem eigenen Fluch getroffen wird.

Der französische Lichtdesigner und Bühnenbildner Philippe Arlaud versuchte trotz jener tragischen Handlung mit der modernsten Bühnentechnologie, die noch so kühne Raumträume wahr werden lässt – namens dreidimensionales Projektionsmapping – den Wunsch nach einem Märchen zu erfüllen und zauberte damit sein Publikum einen Abend lang in die Welt der Illusionen.

Tauchen Sie mit Philippe Arlaud ein in die Welt der Illusionen!

16 Projektoren für die Welt der Fantasie

Mittels der erwähnten Technologie werden die Gesteine des Steinbruchs zu riesenhaft dimensionierten Projektionsflächen und können sich dank der 16 Projektoren wie ein Chamäleon von einem Moment auf den anderen in verschiedenste Oberflächen verwandeln. So ist es beispielsweise möglich, einzelne Architekturen oder Bilder der Natur auf den Steinen nachzuempfinden – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Von Verdi abgeschaut

Mit dieser modernen Inszenierung des klassischen Stoffs sieht sich Arlaud übrigens ganz in der Tradition von Giuseppe Verdi. Denn der italienische Komponist war es, der für die Uraufführung desselbigen Stücks die ersten dreidimensionalen Bühnenbauten der Theatergeschichte sowie das erste musikalisch exakt abgestimmte Gewitter auf der Bühne (im Teatro La Fenice und nein, deshalb ist der Phönix nicht abgebrannt) überhaupt durchsetzen konnte.

“Das ist großes Kino”

Nicht nur Verdi verzeichnete 1851 mit seinem revolutionären Bühnenbild (das übrigens Giuseppe Bertoja baute) einen wahren Publikumserfolg, gleichermaßen erhielt Arlauds Version sowohl beim Publikum (Standing-Ovations, Szenenapplaus) Anerkennung als auch Lob von den Kritiker*innen. Der Standard schreibt etwa, „Im dritten Akt, in der Gewitternacht am Ufer des Mincio, läuft Arlaud zur Hochform auf, fesselt mit einem Sturm der Elemente, Natur und Geometrie dabei auf elegante, kluge Weise verbindend. Fantastisch.“

Und auch die Redaktion der Wiener Zeitung zeigte sich sichtlich begeistert, „Der Regisseur, Bühnenbildner und Lichtdesigner Arlaud hat eine bis ins Detail durchdachte und höchst wirkungsvolle Inszenierung in den Steinbruch gewuchtet. […] Das ist großes Kino […] Perfekt ausdifferenziert tönte Vladislav Sulimsky als Rigoletto. Bei seinen Auftritten herrschte Gänsehaut-Alarm.“

“Nachmitternächtliche Premierenbegeisterung in St. Margarethen, als das farbenprächtige Drama sein Ende findet und in ein Feuerwerk der Begeisterung für alle Mitwirkenden mündet.“ (Der Standard)

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