ROKKO RAMIREZ GOES CHINA

Wer kennt ihn nicht, Österreichs härtesten DJ der Welt aka Rokko Ramirez? In unseren Breitengraden darf er ja auf keiner harten Party fehlen, nun macht er sich auf, um die Weltherrschaft an sich zu reißen! Beginnen tut er damit in China, wo er zwischen 31.12.2013 und 1.1.2014 das Midi Festival in Shenzhen rocken wird. TICKET hat ein bisschen hinter die Kulissen geblickt und sich mit Ramirez‘ gutem Bekannten, Gerold Haubner, unterhalten …

(c) Rene Huemer

(c) Rene Huemer

Wie lange gibt es Rokko Ramirez schon?

Es gibt mehrere Wahrheiten. Was da richtig wäre, kann man jetzt gar nicht so sagen. Ramirez ist ja kein normaler DJ ist, sondern ein Bindeglied zwischen eben diesem und einer richtigen Band, der genau in der Mitte liegt, und mehr zu sagen hat, als einfach nur irgendwelche Lieder aufzulegen. Deshalb gibt es diese Kunstfigur, darum steht ein Protagonist dahinter. Nicht der DJ Klaus, der DJ Ferl oder sonst jemand, der auf irgendwelchen Kindereislaufplätzen auflegt, sondern es steht jemanden dahinter, den man angreifen kann, mit dem man reden kann, der sich Gedanken macht, der auch immer wieder versucht, in Interaktion mit den Leuten zu treten. Wie man ja weiß, ist Ramirez eine mexikanische Kunstfigur, was ihn von anderen Mexikanern unterscheidet ist, dass er kein Wort Spanisch spricht. Es steckt die mexikanische Kultur und Geschichte dahinter – für den Rock ‘n‘ Roll ist Österreich alleine zu klein – deshalb Mexiko. Das erste Mal aufgetreten ist er in den Neunzigern – mit mehr oder weniger längeren, oder kürzeren Pausen. Genau weiß man das nicht – vielleicht feiert er nächstes, oder übernächstes Jahr sein 25-jähriges Bühnenjubläum …

Bei Ramirez‘ „Auflegrichtung“ sind ja sehr viele 90er-Scheiben dabei – glaubst du, Stücke wie Killing In The Name Of  werden jemals sterben?

Lieder, die eine Message haben, werden nie sterben. Das ist das große Problem anderer Songs, dass sie viel zu wenig davon haben. Rokko Ramirez wäre ja nicht umsonst Österreichs härtester DJ der Welt, wenn er nicht auch dementsprechende Songs spielen würde, oder muss, die den nötigen Tiefgang haben, die nicht nur von der Musik alleine, sondern auch vom Text her härter sind.

Gibt es heutzutage noch eine Band, von der du dir denkst: Die könnte ewig währen?

Die Zeit ist viel schnelllebiger als früher – es kommen immer wieder neue Muster auf. Bands hatten früher viel mehr Zeit, um sich zu entwickeln. Wenn sie als Künstler diese Zeit genützt haben, zusammengeblieben sind … sie konnten sich viel mehr mit der Musik selbst beschäftigen. Jetzt ist da viel mehr Marketing, viel mehr Verkaufen dahinter. Auch die Tonträger selbst haben sich verändert. Früher musste man in ein Geschäft gehen, um sich eine Platte zu kaufen, wenn es sie nicht gegeben hat, musste man sie aus dem Ausland bestellen – das hat dann ein, zwei Wochen gedauert. Wenn man sie dann besaß, hatte sie natürlich auch eine andere Wertigkeit – man hing viel mehr daran. Heutzutage hat man jedes Lied in 10 Sekunden am Handy. Das ist genauso wie bei einem kleinen Kind, das zu Weihnachten auf Geschenke wartet, das merkt man sich auch. Jeder wird sich zwischen seinem 5. und 10. Lebensjahr noch an Weihnachtsgeschenke erinnern – so ist es auch mit Bands wie Led Zeppelin oder Black Sabbath. An ihre Songs kann man sich einfach erinnern! Wenn sie dann auch noch eine Message haben, dann ist das noch besser. Aber irgendwelche Bands, die einfach nur draufdreschen und nach 3 Minuten wieder von der Bildfläche verschwinden – mit nur einem guten Titel am Album – die merkt man sich einfach nicht.

Zum Thema Merchandising. Gibt es ein Merchandising-Ding, das noch fehlt?

Der Ramirez mag nicht zu irgendeinem Geschäft Gewand einkaufen gehen, wenn er sich auch sein eigenes machen kann. Eigentlich kann es alles geben, das man auch brauchen kann! Krawatten, Bettwäsche, Spangerl, T-Shirts, Ohrringe, Taschen, Handschellen …

Wie kam es dazu, in China aufzulegen?

Man hat dort angeklopft, wo sich Leute auskennen. Die haben gemeint, das würde sich gut ausgehen. Prinzipiell ist es ja so, dass Ramirez im Rock ‘n‘ Roll die Weltherrschaft anstrebt. Jeder sollte natürlich Ramirez hören und sehen. Man sollte beim Erlangen der Weltherrschaft dort anfangen, wo es die meisten Menschen gibt. Deshalb China. Ich glaube Ramirez wird in China die härtesten und ärgsten Shows seit jeher spielen.

Was wird Ramirez in der Pension machen? Chihuahua-Züchter, Gärtner? Wird er überhaupt in Pension gehen?

Solange es geht, wird er auf der Bühne stehen – das hält jung, das hält fit! Chihuahuas züchten, ist gar keine so blöde Idee, denn sollte das Augenlicht einmal nicht mehr so funktionieren, dann kann man sich so einen kleinen Hund in die Hemdtasche stecken, der einem den Weg ins Wirtshaus weist. Sollte er irgendwann der Bestellung nicht mehr mächtig sein, bellt der Hund aus der Brusttasche und bestellt so das Trinken. Wenn aber, dann nicht in Tijuana oder in Chihuahua sondern in Tulum, an der karibischen Küste. Dort ist es sehr schön und der Hund hätte ein bisserl Auslauf.

 

Bevor Rokko Ramirez nun Hundezüchter wird, sollte man noch einige seiner Shows besuchen – ob in China, oder anderswo! Immer up to date ist man unter http://www.rokkoramirez.com

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