ROLAND DÜRINGER – UNTER UMSTÄNDEN

Roland Düringer ist seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr aus der heimischen Kabarettszene wegzudenken. Mit seinen Programmen bringt er Menschen zum Lachen und Nachdenken. Letzteres schafft er vor allem mit seinem aktuellen Programm WIR – ein Umstand.

© Jeff Mangione

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Wenn man hier auf etwas – abgesehen von Sport und klassischer Musik – stolz ist, dann ist es die hiesige Kabarettszene. Jahrzehnte lang unterhalten und polarisieren die unterschiedlichsten Interpreten auf der Bühne und im Fernsehen.

Roland Düringer begann bereits in den 1980er Jahren seinen Humor auf die breite Masse zu übertragen. Gemeinsam mit den Gleichgesinnten Alfred Dorfer, Andrea Händler, Eva Billisich und Reinhard Nowak, spielte er in der Kabarettgruppe Schlabarett eine wichtige Rolle. Alle eben erwähnten spielten in der allseits beliebten und bekannten Komödie Muttertag eine, oder mehrere, wichtige Rollen. Die Liste der Kabaretts von Roland Düringer ist eine lange – ebenso lange und unvergesslich ist auch die Aufzählung seiner Auftritte in Film und Fernsehen. Er spielte mit seinem Wiener Charme den einen oder anderen Trottel, Proleten oder einfach nur armen Tropf – man denke nur an Hinterholz 8, Poppitz oder MA 2412.

Herr Düringer ist auf jeden Fall ein Garant, Diskussionen auszulösen – er polarisiert. Sei es, weil er als Ungustl einfach zu gut rüberkommt, sodass manch einer schon glaubt, er sei wirklich einer, sei es, dass er den ärgsten Proleten so überzeugend spielt, dass es manch einem einfach zu „arg“ ist.
Nun aber polarisiert er in eine ganz andere Richtung – er nimmt sich der ernsteren Dinge des Lebens an, was bei Fans von Benzinbrüder und Konsorten nicht immer gut ankommt. Wo ist er denn hin, der charmante, tiefe Typ? Um ein Zitat aus seinem Programm Ich – Einleben zu verwenden:
„Oida, was ist mit dem? Was soll denn das bitte? Habens dem ins Hirn geschissen? Der redet ja nur Schaß – das pack ich überhaupt nicht!“

Wenn Herr Düringer auf einer Bühne steht, und übers Ich spricht, wie auch schon circa 100 Jahre früher der Herr Freud, dann wird es für denjenigen, der seicht bespaßt werden will, natürlich schwierig. Für all diejenige, die ein bisschen nachdenken, wird es dann aber erst so richtig interessant! Vielleicht hat man sich genau aus diesem Grund entschieden, im Jahr 2012 ein Nachfolgeprogramm, das sich nicht mehr mit dem „Ich“ sondern vielmehr mit dem „Wir“
beschäftigt, nachzuschießen.

Bei WIR – Ein Umstand führt Roland Düringer sein sozialkritisches Kabarett weiter, in gewohnt bissiger Manier. Jeder einzelne von uns ist angehalten, ein bisschen zu überlegen und auch zwischen den Zeilen zu lesen. Was „Wir“ genau bedeutet und inwiefern das nun mit „Ich“ zu tun hat, beschreibt er auf so eine kluge Art und Weise, dass jeder einzelne wachgerüttelt wird. Darüber und dazwischen werden auch einige Schmähs gestreut, die die ernste Thematik etwas auflockern aber sicher nicht minimieren. Vom Leiden, dass das Leben ist, von der Wut, die in jedem einzelnen steckt, von all dem wird berichtet. Und dennoch ist Roland Düringer nicht mehr wütend – seit er auf der Bühne steht und der Menschheit einen Spiegel vorhalten kann, habe sich das geändert. Man darf gespannt sein und sich eben diesen Spiegel brav vorhalten lassen – einmal nachdenken inklusive!

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© Jeff Mangione

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