Rosen für Günter Mokesch

Mokesch

Am 21. Juli gastiert Günter „MO“ Mokesch bereits zum wiederholten Male auf der Donaubühne in Tulln. Diesmal mit dabei eine der eindrucksvollsten weiblichen Soulstimmen Österreichs – Tini Kainrath.

Mokesch

Der Ehrenbürger von Hohenau an der March, der Sänger, Schauspieler und Musikproduzent Günter Mokesch verrät uns, warum er nach knapp dreißig Jahren wieder gemeinsam mit einer Sängerin zusammenarbeitet und was er so davor und danach alles gemacht hat.

Du bist in der Weinviertler Grenzregion aufgewachsen. Nicht gerade das musikalische Zentrum Österreichs. Trotzdem hast du angeblich bereits in sehr frühen Jahren beschlossen Musiker zu werden.

Mitverantwortlich dafür sind u. a. ein paar außergewöhnlich bemühte Musiklehrer und meine Mutter, die noch heute im Gemeindechor aktiv ist. So kam es dazu, dass ich bereits im Alter von siebzehn Jahren bei diversen Bands mitgesungen habe. Da wir jedoch wesentlich mehr Zeit in muffigen Proberäumen als auf Bühnen verbracht haben, war es sehr bald klar, dass ich meine Gitarre packen und nach Wien übersiedeln musste.

Und dort hast du dann gleich ein Engagement bei der Hallucination Company bekommen?

Ganz so schnell ging das auch wieder nicht. Nachdem ich ein paar Monate in unterschiedlichsten Gruppierungen mal da mal dort aufgetreten bin, u. a. auch bei einem Bandwettbewerb in Wien, bei dem Wickerl Adam in der Jury saß, wurde ich von ihm zum Vorsingen geladen. Nach zweieinhalb Jahren und drei Shows bei der Company u. a. auch gemeinsam mit dem von mir damals sehr verehrten Hansi Lang hat es mich für kurze Zeit ins Ausland, nach Rom verschlagen, wo ich das Vergnügen hatte für kurze Zeit mit Lindsay Kemp, einem damals weltweit bekannten Choreographen zusammenzuarbeiten.

Warum hast du dann nicht auch in Österreich als Tänzer weitergemacht?

Nun ja, mir wurde nach meiner Rückkehr 1983 angeboten, ein paar eigene Songs zu produzieren. So kam es einerseits zur Gründung der „Gangsters In Love“ und andererseits zu meinem ersten Airplayerfolg „Smile“ sowie in weiterer Folge zu meinem auch in Deutschland veröffentlichten Album „Der Erzengel Novotny“.

Und wie trat Karin Raab, mit der du ja „Send Me Roses“ (1987 Nr. 1 in den Ö3 Charts) gesungen hast, in dein nicht nur musikalisches Leben?

Karin habe ich über einen Tontechniker kennengelernt und wir waren rasch mehr als nur gute Freunde. Ihre Stimme hat mich von Beginn an fasziniert, dass Sie jedoch obendrein auch noch eine äußerst talentierte Komponistin war, hat sich erst ein bis zwei Jahre später gezeigt. Irgendwann hat sie dann erstaunlicherweise beschlossen, dem Musikgeschäft den Rücken zu kehren, um sich fortan der Pferdezucht zu widmen. So habe ich nach unserem gemeinsamen Erfolgsalbum und der gleichnamigen Single „Face Of Love“ (12 Wochen in den Ö3 Charts – Anm. d. Red.) eine neue Band zusammengestellt und das Album „Dancing With An Eskimo“ (Darf man heute nicht mehr sagen … – Anm. d. Red.) mit der Hitsingle „Wild Wild Wild“ (3 Wochen in den Verkaufscharts – Anm. d. Red.) produziert. Mit drei von den damaligen Musikern – Erwin Bader, Peter Pansky und Titus Vadon, später bekannt unter „Das Balaton Combo“ – bin ich seit einiger Zeit wieder musikalisch liiert.

Obwohl es zu der Zeit ja offensichtlich sehr gut für dich lief, hast du in den Neunzigern beschlossen ins Musicalfach zu wechseln?

Das mit dem „gut laufen“ und dem „Wechseln“ ist so eine Sache. Erstens wurde ich Vater einer zwischenzeitlich siebenundzwanzigjährigen Tochter – ich war somit das erste Mal in meinem Leben für einen anderen Menschen verantwortlich – und zweitens haben da noch ein paar Zufälle mitgespielt. Jedenfalls habe ich das Jahr als Molina im „Kuss der Spinnenfrau“ im Raimundtheater sehr genossen. Es folgten dann ja noch einige andere Musicalproduktionen im Wiener Metropoltheater, im Sommertheater Laxenburg und im Steinbruch St. Margarethen. Popmusik und meine Band hab‘ ich ja deshalb nicht aufgegeben. Gemeinsam mit Beat 4 Feat habe ich 1993 das Album „Confession“ produziert und die Singleauskoppelung „If You Want My Love“ konnte sich 14 Wochen lang in den Charts halten.

Ein Song von dir, den man immer wieder im Regionalradio hört, ist „Another Ship To Come“. War der nicht auch auf dem Album?

Nein, den haben wir erst 1998 gemeinsam mit dem Langspieltonträger „Oil And Water“ veröffentlicht. Ein vergleichsweise aufwendig produziertes Album das durch die Unterstützung eines Großabnehmers aus der Privatwirtschaft mehr als 15.000 mal verkauft wurde und das großteils aus Stücken besteht die wir – mein musikalischer Partner Erwin Bader und ich – nahezu ausschließlich für diverse Spielfilme komponiert hatten.

Filmmusiker bist du dann also auch noch geworden. Ein weiterer Zufall?

Auch wenn es ein wenig albern klingen mag, aber ja. Ein, damals mit mir befreundeter Drehbuchautor hat mich Mitte der Neunziger dem Regisseur Johannes Fabrick vorgestellt und rausgekommen sind zehn gemeinsame Filme und eine Auszeichnung für die beste Filmmusik beim Shanghai International Filmfestival.

Seit 2003 bist du künstlerischer Leiter eines Kleinkunstfestivals in Krems, produzierst Film, TV- und Werbemusik und trotzdem zieht es dich nahezu jedes freie Wochenende auf die Bühne.

Nun ja, das ist halt einer der wenigen Orte an dem ich mich sicher fühle. Außerdem: Solange noch Zuschauer kommen und meine Stimme, sowie mein zugegebenermaßen nicht mehr ganz schlanker Körper, mitspielen.

Du hältst scheint‘s auch wieder Ausschau nach Kollegen, die dich dabei gesanglich unterstützen. Anders gesagt: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Andy Baum und Tini Kainrath?

Für mich ist es immer wieder ein großes Vergnügen wie gleichermaßen eine Herausforderung gemeinsam mit anderen Leuten auf der Bühne zu stehen.

Seit zwei Jahren bin ich ab und an auch mit Fredi Jirkal und unserem gemeinsamen Comedy-Programm zu sehen. Die Show mit Andy gibt es ja nun schon seit 2014 und als ich vor zwei Jahren mit Tini Kainrath bei einer Firmengala aufgetreten bin, haben wir beschlossen, mittelfristig ein gemeinsames Programm zu gestalten.

Du stehst aber nicht nur im Rahmen deiner eigenen Projekte auf der Bühne sondern auch als Interpret von Songs von David Bowie.

Eine Geschichte, die nicht nur mir persönlich sehr am Herzen liegt. Gemeinsam mit vornehmlich Grazer Kolleginnen gestalten wir die „David Bowie Tribute Show“ heuer im November bereits zum zweiten Mal in der Wiener Arena. Der Reingewinn der Veranstaltung kommt dem Hospiz Wien zugute. Nicht nur deshalb war die Teilnahme an der Show für mich eine Selbstverständlichkeit, denn als ich Anfang der Achtziger für mehrere Wochen bei Lindsey Kemp in Rom war, durfte ich in dessen Haus einen Nachmittag mit Bowie und anderen bekannten, vornehmlich britischen Künstlern verbringen. Wie man sich vorstellen kann war das für mich ein sehr prägendes Erlebnis.

Wie sieht es mit deinen Plänen für die Zukunft aus?

Die fallen zugegebenermaßen derzeit relativ bescheiden aus, da ich ja nicht nur mit mir und meiner Musik sondern auch mit meiner jungen Familie beschäftigt bin (Sohn Julian wird im September fünf – Anm. d. Red.). Trotzdem werde ich mich darum bemühen, wieder öfter auf der Bühne zu stehen und mich auch wieder mehr mit der Komposition und Produktion von Filmmusik zu beschäftigen.

Tickets für die Donaubühne Tulln gibt es bei oeticket.com.

 

 

Foto: Karl Schöndorfer

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