Rush – Alles für den Sieg

James Hunt vs. Niki Lauda: Formel-1-Geschichte, hautnah

Was für ein Stoff! Eigentlich unverständlich, dass es fast 40 Jahre dauerte, bis sich jemand dieser Story angenommen hat. Dass es Peter Morgan war, der seit seinem Knüller The Queen (2006) zum gefragtesten Drehbuchautor der Welt aufgestiegen ist, ist ein Glücksfall, denn das Aufregendste an diesem Film sind nicht die dankenswerterweise eher überschaubaren Rennsequenzen, sondern das Psychoduell zweier höchst unterschiedlicher Männer, das von Morgan in brillanten Dialogen und einer dichten und spannenden Erzählstruktur aufgerollt wird. Morgan hat schon einen – durchaus umstrittenen – Sportfilm (The Damned United, 2009) über den legendären Fußballcoach Brian Clough zu Buche stehen. Parallelen zu dem früheren Film sind unverkennbar – die wichtigste davon ist unzweifelhaft die Besessenheit seiner Protagonisten. Die Fakten, weil bekannt, seien hier nur kurz gestreift: Niki Lauda – er lag in der Weltmeisterschaft in Führung – verlor am 1. August 1976 (dem Tag, als in Wien die Reichsbrücke einstürzte) beim Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring in einem schrecklichen Feuerunfall fast sein Leben. Sechs Wochen später saß er, notdürftig zusammengeflickt, in Monza wieder am Steuer seines Ferrari und wurde Vierter. Der Brite James Hunt machte Rennen um Rennen Boden gut, vor dem letzten, entscheidenden Grand Prix von Japan, der bei strömendem Regen stattfand, lag er noch drei Punkte hinter Lauda. Der Rest ist Geschichte …

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Fotoredit: Universum Film, Jaap Buitendijk

Hunt gegen Lauda, das war mehr als ein sportlicher Zweikampf, sondern das Aufeinanderprallen zweier Weltanschauungen: hier der Sonnyboy und Partytiger (Hunt musste seinem Lebensstil Tribut zollen und starb 1993, mit nur 45 Jahren, an einem Herzinfarkt), das fast intuitiv Rennen fahrende „Whizz Kid“ James Hunt, dem die Erfolge und die Herzen der (weiblichen) Fans scheinbar zuflogen; auf der anderen Seite der „Roboter“, der Tüftler, das unnahbare Genie Lauda, dessen spärliche Gefühlsregungen wohl keine drei Minuten im Film ausmachen. Der Australier Chris Hemsworth und der Deutsche Daniel Brühl liefern grandiose darstellerische Leistungen, ganz besonders Brühl, der eindeutig die schwierigere Rolle hat, nämlich dem kühlen Perfektionisten Niki Lauda menschliche Züge zu verleihen. Von der Leistung, Laudas einprägsamen Sprachduktus nahezu perfekt nachzuempfinden, einmal ganz zu schweigen. Keine Frage: Regie-Routinier Ron Howard, der schon mit vier Jahren als Schauspieler vor der Kamera stand, Drehbuchautor Morgan und den famosen Darstellerinnen (Alexandra Maria Lara als Marlene Lauda und Olivia Wilde als Suzy Hunt) und Darstellern ist mit Rush ein großer Wurf gelungen, der auch Nicht-MotorsportFans faszinieren wird. (powered by Ray Filmmagazin)

Everyone´s driven by something.

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  • Regie: Ron Howard
  • Darsteller: Daniel Brühl, Chris Hemsworth, Alexandra Maria Lara, Olivia Wilde…
  • Genre: Drama, Action
  • Start: 3. Oktober

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