„Science Buster“ Heinz Oberhummer gestorben

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Der Physiker und „Science Buster“ Heinz Oberhummer ist am Dienstag im Alter von 74 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung verstorben.

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Heinz Oberhummer hatte mit einem Kollegen eine Wette laufen, dass wir Menschen noch zu seinen Lebzeiten außerirdisches Leben finden würden. Wetteinsatz war eine Magnumflasche Champagner. Begeistert hat er oft und gerne davon erzählt und war sich sicher, eines Tages mit Champagner anzustoßen.

Heinz Oberhummer war Naturwissenschaftler mit Leib und Seele, erst auf der Technischen Universität Wien, dann bei den von ihm gegründeten Science Busters. Bis zuletzt war er fasziniert davon in einer Zeit zu leben, in der man bereits so viel herausgefunden hatte über die Entstehung des Universums, für dessen Funktionieren er keinen Herrgott brauchte, und wollte noch so viel mehr davon erfahren. Bis zuletzt war er überzeugt, dass wir Menschen dem Geheimnisvollen Universum weiterhin auf die Schliche kommen werden, bis zuletzt war er überzeugt davon, die Wette zu gewinnen. Nun hat er sie leider doch verloren.

Am Dienstag ist er im Alter von 74 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben.

Ein bewegtes Physikerleben

Heinz Oberhummer wuchs als Sohn des „Oberlehrers Oberhummer in Obertauern“ im Bundesland Salzburg auf.

Als Professor für Theoretische Physik forschte Heinz Oberhummer am Atominstitut der Technischen Universität Wien und sorgte mit seinen Arbeiten über die Feinabstimmung des Universums für internationales Aufsehen. Sein Buch „Kann das alles Zufall sein?“ wurde Wissenschaftsbuch des Jahres 2009.

Heinz Oberhummer war im wissenschaftlichen Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung und im Wissenschaftsrat der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften und des Freidenkerbund Österreichs. Er war bis Mai 2011 Vorsitzender des Zentralrats der Konfessionsfreien Österreichs sowie bis Mai 2010 Vorsitzender der Gesellschaft für kritisches Denken, der österreichischen Regionalgruppe der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. Er gehöret zu den Initiatoren der Initiative gegen Kirchenprivilegien und war Obmann der Initiative Religion ist Privatsache und setzte sich auch dafür ein die Gesetzeslage in Richtung pro Suizidhilfe zu verändern.

2007 gründete der emeritierte Professor Heinz Oberhummer die Science Busters. Damit begann eine zweite Karriere, die sich sehen lassen kann: mit einer stattlichen Anzahl an Preisen und Auszeichnungen, Top-Quoten bei den TV-Shows (ORFeins), Bücher in den Bestsellerlisten, mehr als 300 Radio Kolumnen (FM4) und ausverkauften Theatern (Rabenhoftheater, Stadtsaal, Orpheum, Posthof, ARGEkultur und vielen mehr).

Seine Familie hat bereits im engsten Kreis Abschied genommen, sein Körper wurde seinem Wunsch entsprechend wurde der Wissenschaft zur Verfügung gestellt.

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