Selbstfindung – Michael Patrick Kelly

Den meisten ist er als Paddy Kelly noch ein Begriff, von damals, als er gemeinsam mit seinen Geschwistern und Eltern als The Kelly Family durch die Länder zog.

Seither ist viel geschehen, er nahm sich eine langjährige Auszeit, die er teilweise im Kloster verbrachte, um zu sich selbst und seinen eigenen Weg zu finden. Wir haben Michael Patrick Kelly ein paar Fragen gestellt, um herauszufinden, wo die Reise hingehen soll.

Wie kam es zu der Entscheidung, wieder Populärmusik zu machen?

"Human" ist bei Columbia d (Sony Music) erschienen.

“Human” ist bei Columbia d (Sony Music) erschienen.

Das muss im Jahr 2012 gewesen sein. Ich wollte einfach eine Platte machen, die viele Menschen anspricht. Etwas später lernte ich meinen Produzenten kennen und wir fingen daraufhin im Sommer 2013 an am Album “Human”zu arbeiten.

Wirst du dich wieder mit voller Kraft ins Musikbusiness stürzen oder es ein bisschen ruhiger angehen?

“Stürzen” nein, aber mit voller Kraft Musik machen, ja. Vor allem live, das ist meine erwählte Droge.

Hast du während deiner Auszeit von der Öffentlichkeit auch von der Musik generell eine Auszeit genommen?

Anfangs ja, aber nach einer Weile griff ich zur Gitarre und schrieb Songs. Die Lust und die Inspiration kam wieder zurück. Ich unterschreibe einfach ganz Friedrich Nietzsches Worte “Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum”. Viele Künstler erfahren sogenannte “Trockenphasen” wo nichts Neues Zustande kommt. Derzeit erlebe ich in Sachen Kreativität wieder einen Frühling.

 Wie passt ein ruhiger, gläubiger Lebensstil mit dem Musikeralltag zusammen?

Es ist auf jeden Fall eine Challenge, das Beste aus beiden Welten zu vereinen. Mal klappt es gut, mal weniger gut. Ich liebe die Stille und ich liebe die laute Bühne.

Wenn du nicht auf einer Bühne stehen würdest, welchem Brotberuf würdest du nachgehen?

Da fallen mir einige Ideen ein: Ich würde mich ganz dem Malen widmen, was ich derzeit nur nebenbei tun kann. Ich würde weiterhin Philosophie & Theologie studieren und Astrophysik noch dazu nehmen. Und ich würde noch meinen Traum vom eigenen Bio-Bauernhof erfüllen. Und, und, und…

Gibt es irgendein Land, in dem du unbedingt auftreten möchtest?

Letztes Jahr bin ich in Grönland aufgetreten. Das war der Hammer, da möchte ich unbedingt nochmal hin. Ich trete auch gerne in Gefängnissen auf. Einer meiner Vorbilder, Johnny Cash, hat das getan. Es ist schön zu sehen wie so manche harte Herzen durch die Musik menschlicher werden können.

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Wie sieht dein Tourleben aus? Wie reist du?

Ich bin mit einem ganzen Team unterwegs. Meine Band, die Crew … es hat was von einer Familie mit gutem Zusammenhalt. Alle sind von der Einstellung her entspannte Profis und arbeiten hart. Wir respektieren und schätzen einander und es wird auch viel gelacht. Unser Keyboarder z.B. hat einen ausgeprägten Humor, was uns bei guter Laune hält. Humor ist so wertvoll auf Tour. Ich reise in der Regel mit der Band im Bandbus oder mit allen zusammen im Nightliner.  

Wie wählst du Songs für deine Setlist aus?

Erst ziele ich nach einem Gesamtbild, in dem alle menschlichen Emotionen und Themen, die ich über die Songs betonen möchte, vorzufinden sind. Dann, kommt die Platzierung der einzelnen Songs. So entsteht die Setlist. Das ist eine Kunst für sich. Eine gute Dramaturgie macht sehr viel aus.

Wie entspannst du?

Ich versuche so viel wie möglich zu schlafen. Das ist besonders für die Qualität der Stimme wichtig. Tagsüber auf Tour mache ich Dehnübungen, bete, und kurz vor “Showtime”, trinke ich manchmal einen Schluck Underberg. Aber definitiv nur einen Schluck. Das entspannt den aufgeregten Magen und ölt die Stimmbänder schön ein 🙂

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