Sivert Høyem taucht Wien in Melancholie

Es ist der passende Soundtrack für den einbrechenden Herbst, wenn der norwegische Sänger und Poet Sivert Høyem am 3. Oktober der Wiener Szene seine Aufwartung machen wird.

Sivert HoyemMit seinem aktuellen Album „Lioness“, Høyems sechsten Soloalbum, erforschte der skandinavische Melancholiker einmal mehr das Zwischenspiel aus Schatten und Licht mit einem latenten Hang zur Düsternis. „Am Wichtigsten ist in der Musik Ehrlichkeit, dazu gehört noch eine kräftige Dosis Theatralik, ohne die Kunst nicht Kunst sein kann“, erzählt Høyem im Interview, „aber natürlich ist meine Musik auch positiv konnotiert. Das Leben an sich ist ja auch nicht eindimensional.“

Sivert Høyems Vergangenheit: Madrugada

Das musikalische Leben hatte für Høyem weit mehr Licht als Schatten zu bieten, schließlich war er mit der Alternative-Rockband Madrugada ein Topstar in Norwegen und auch im Rest Europas beliebt und respektiert. „Unser Ziel war damals wirklich, berühmt zu werden und nicht zu den großen Helden einer Indie-Bewegung aufzusteigen. Ich war nie der große Fan von Musik, die sich mit übertriebenem Selbstvertrauen als elitär bezeichnet. Wir wollten ganz klar eine Band sein, die es geschafft hat.“ Zum weltweiten Erfolg reichte es bis zum Ende 2008 nicht, doch vom großen Namen zehrt der 40-Jährige noch heute: „Ich bin verdammt stolz auf das Erreichte und weiß genau, dass ich ohne diese  Band jetzt nicht als Solokünstler durch Europa touren könnte.“

https://www.youtube.com/watch?v=JQUNTJob078

Sivert Høyem, der Phoenix

Deshalb dürfen sich die Fans des Norwegers in Wien auch auf Madrugada-Songs freuen, die neben seinen Solohits immer noch einen würdigen Platz in der Setlist einnehmen. Nicht unbedingt rechnen sollte man mit dem Song „Phoenix“, den Høyem vor drei Jahren mit der norwegischen Black-Metal-Band Satyricon aufnahm und damit erneut Grenzen durchbrach. „Ihr Sänger Sigurd sah mich im norwegischen Fans und ihm hat meine Musik gefallen. Er rief mich an und haben wir sofort daran gearbeitet. Ich glaube nicht, dass ich so etwas wie diesen Song jemals zuvor gehört hatte“, fügt er lachend an, „wir haben meine konventionelle Rockstimme in den Black Metal eingebaut. Meine Auffassung von dunkler Musik hat mit seinem Genre perfekt koaliert.“

https://www.youtube.com/watch?v=uG7cdehhfiU

Bevor Høyem Anfang Oktober nach Mitteleuropa kommt, spielt er noch ein paar Konzerte in Griechenland – darunter zwei besondere Gigs auf der Akropolis in Athen. „Das entfacht eine gewisse Nervosität in mir. Ich werde dort jedenfalls versuchen, eine Live-CD aufzunehmen, denn das habe ich bislang irgendwie versäumt.“  Nur ein weiterer Mosaikstein im großen Høyem-Puzzle, das sich auch in der Post-Madrugada-Ära nach mehr Publikum und größeren Konzerthallen sehnt. Die Musik dazu ist jedenfalls angerichtet.

 

Sivert Høyem spielt am 3. Oktober in der Wiener ((szene)). Auf keinen Fall verpassen! Im Vorprogramm erleben wir Luke Elliot, den Singer-Songwriter aus New Jersey – hört hier in seine neue Single “Trouble” rein! Karten für beide Herren gibt es bei oeticket.com.

 

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