Sizarr: Wir sind Hit-Fans

Insider pfiffen es schon von den Dächern: Mit Sizarr erstrahlt ein neuer Stern am Indiehimmel. Mit ihrem zweiten Album „Nurture“ räumten die Pfälzer Jungs nun die letzten Zweifel aus.

Ihre Geschichte klingt so wie der Traum aller Bands, die bereits in der Schule gemeinsam musizierten: Im schulpflichtigen Alter standen Fabian (voc, git), Philipp (synth) und Marc (dr) schon gemeinsam auf der Bühne und coverten damals noch alte Punk-Nummern. Mittlerweile haben sie ihren eigenen Stil gefunden – geprägt von Indie und Elektro – und sind aus Alternative-Charts und von ebensolchen Bühnen und Clubs nicht mehr wegzudenken.

Wie viele verschiedene Musikrichtungen verstecken sich in eurem aktuellen Album?

Fabian: Zahlreiche. Eine Prise von allem.

Auch Schlager?

Philipp: Ja klar. Schlager ist ja auch nur eine Abwandlung von Rock ’n’ Roll(lacht).

Fabian: Schlager ist ja auch nur die deutsche Übersetzung von „Hits“.

Seid ihr Schlagerfans?

Philipp: Wir sind Hit-Fans! Also auch Schlager. Wobei … nein, das kann man jetzt nicht so sagen.

Helfen euch neue Technologien bei eurer Musik weiter?

Fabian: Also aufnehmen und die ganzen Sachen – das auf jeden Fall. Das macht es extrem viel leichter und zugänglicher. Ansonsten – ich glaube das erste Album war computerbasierter, als es das zweite ist. Das war für uns auch so ein bisschen eine Einstellung, dass wir beim zweiten Album mehr auf die Bandkonstellation – also Gitarre, Schlagzeug, Bass – und auf mehr Instrumente als dann die Elektronik zugreifen wollen.

Wie nehmt ihr auf?

Fabian: Der Großteil wird im Studio aufgenommen, ein ganz klassisches Studio-Ding. Mikrofon, Gitarren-Amp etc.

Live-Aufnahmen?

Fabian: Ja, alles live, bis auf die Synthesizer.

Ihr seid ja zu dritt, werden Bandentscheidungen demokratisch getroffen? Oder seid ihr eh alle gleicher Meinung?

Fabian: Ne, das nicht. Es ist immer so – es wird vielleicht rumdiskutiert. Man findet schon irgendwie eine Einigung. Es gibt auch manchmal zwei gegen einen. So richtig viel Streit gibt es nicht.

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Wie seid ihr zur Musik gekommen?

Philipp: Ich habe mit 13 schon Gitarre aufgenommen – über den Computer. Ich hab angefangen Saxofon zu spielen, als ich sehr jung war, mein Vater hat auch Musik gemacht. Marc hat dann irgendwann Drums gespielt …

Auf dem Mickey-Maus-Schlagzeug?

Marc: Nee, auf einem echten. Ich habe gleich ein richtiges bekommen. Es war auch nicht so cool für meine Eltern, als ich noch im Haus gespielt habe. Ich bin stundenlang davorgesessen und sie konnten nichts dagegen sagen.

Philipp: Dann waren wir irgendwann eine Band. Wie es so läuft, wir waren halt vom Dorf. Da lernt man sich kennen. Wie das dann so ernsthaft wurde? Als wir noch in der Schule waren, da hat sich das dann glücklich zusammengefügt. Wir haben die richtigen Leute kennengelernt, und dann ging alles sehr schnell. So ein Jahr nach offizieller Bandgründung waren wir auf dem Melt-Festival. Plötzlich hatten wir ganz gute Presse und alle wollten, dass wir ein Album machen.

Fabian: Ursprünglich wollte ich Schlagzeug spielen. Dann haben meine Eltern aber gesagt, dass es zu laut und zu teuer ist, weil ich immer alles aufgehört habe. Ich habe erstmal Gitarre angefangen. Als ich dann Philipp und Marc kennengelernt habe, fand ich es cool und wollte es weitermachen.

Was war euer peinlichstes Konzert?

Marc: Da gab ein paar … Aber eines, das war ein großes Ding und ausverkauft und wir haben zum ersten Mal so halbfertige Songs gespielt und das ist einfach in die Hose gegangen.

Fabian: Das war mitten im Albumprozess, als wir dabei waren neue Songs zu schreiben und die dann auch gespielt haben, das war eine Katastrophe, das ging gar nicht. Auf dem Melt … oder …

Philipp: Es gab mehrere. Es kann immer etwas schief gehen. Seit Jahren haben wir wieder einmal nur vor Freunden und Familie gespielt und dann gab es nur technische Probleme.

Fabian: Wir haben Soundcheck gemacht und die Einstellungen waren direkt vor dem Konzert auf einmal alle weg. Dann standen wir auf der Bühne und wollten losspielen und da kam halt nichts über den Monitor. Dann mussten wir vor dem gesamten Publikum nochmal Soundcheck machen. Das hat übel lange gedauert.

Philipp: Man kann das von zwei Seiten sehen. Da es Freunde und Familie waren, ist es uns zum Glück bei Leuten passiert, die uns alles verzeihen. Auf der anderen Seite, möchte man ja vor allem vor ihnen perfekt sein. Wir mussten dreimal den gleichen Song neu anfangen, das hat man schon mitbekommen. Wenn wir losspielen und man hört Fabian einfach nicht singen, das war einfach technisch daneben.

Seid ihr noch immer aufgeregt vor einem Auftritt?

Fabian: Ich hatte früher extreme Angstzustände, bevor ich auf die Bühne ging – das ging bis zum Erbrechen vor einem Auftritt. Das ist zum Glück vorbei.

Spielt es eine Rolle, ob ihr vor großem oder kleinem Publikum auftritt?

Marc: Vor großem ist es sogar manchmal einfacher. Anonymer.

Wurdet ihr schon mit Sachen beworfen?

Philipp: Bei einem unserer ersten Konzerte … als wir so 12, 13 waren. Aber es geht das Gerücht um, dass das ein BH von einer Mutter war (lacht).

Fabian: Sonst nichts – außer Liebe und Zuneigung (lacht).

Wenn ihr euch gegenseitig mit einem Wort beschreiben müsstet, was wäre das?

Marc: Philipp und Fabian.

Fabian: Der Nette, der Liebe und der Gute.

Marc: Du kannst dir jetzt aussuchen, wer wer ist!

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