Steffen Henssler

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Steffen Henssler haben wir am Telefon erwischt und dabei hat er uns verraten, wie er als Koch das Thema Mobilität aufrollt. Klingt interessant, schmeckt sicher auch!

Wie würde Ihr Traummenü aus aller Herren Länder aussehen?

Steffen Henssler: Uff … Es würde wohl losgehen mit einer Kartoffelsuppe aus Deutschland, dann Sashimi aus Japan, anschließend eine Pekingente aus China und als zweiten Hauptgang ein wunderbares Steak aus Amerika und abschließend aus Österreich einen schönen Kaiserschmarren.

Es ist immer wieder spannend, nicht nur in Land und Leute auf Reisen einzutauchen, sondern auch in die Kulinarik. Welche exotischen Neuentdeckungen sind Ihnen da besonders prägend in Erinnerung geblieben?

Steffen: Ich habe mich schon immer für Fisch interessiert, wie roher Fisch zubereitet wird. Das ist in manchen Ländern ja ein bisschen anders, in Thailand wird sehr viel mit Säure gearbeitet, in Amerika sehr viel mit Buttersauce. Das, was man unter „Exotisch“ versteht, interessiert mich jetzt nicht so, eher die Zubereitung eben von Fischen oder auch Saucen.

Von wegen Exotisch: Siegt bei Ihnen stets die Neugier oder gibt es auch Speisen, die Sie nicht anrühren würden – ich denke da an Surströmming, Balut, Casu Marzu oder auch Affenhirn?

Steffen: Als Koch ist man immer interessiert, wie Sachen schmecken und hat auch Interesse an neuen Geschmackrichtungen. Surströmming habe ich schon mal gegessen, das ist natürlich ein sehr ungewohnter Geschmack. Ich war gerade in Thailand, und auch da aß ich Sachen, die etwas ungewohnter waren – aber ich esse beim Chinesen auch Hühnerfüße (lacht). Probieren tue ich eigentlich immer alles.

Was hier „absonderlich“ ist, ist anderswo Norm – und umgekehrt, gerade aktuell: Das Pferdefleisch-Skandal. Woher kommen derartige Unterschiede am Gaumen?

Steffen: Verschiedene Länder, verschiedene Sitten, andere Kulturen. Man wächst unterschiedlich auf, in Afrika hast du ganz andere Umstände als in Deutschland, in Thailand hast du eine ganz andere Esskultur, die sich im Laufe der Zeit eben so entwickelt hat. Das hat vor allem natürlich damit zu tun, was die Natur bereitstellt, die Gegebenheiten, in denen man aufwächst. Aber das ist gerade das Schöne – es wäre doch langweilig, wenn wir alle das Gleiche essen würden!

Welche „Weltküche“ schätzen Sie am meisten?

Steffen: Tendenziell die Asiatische, im Speziellen die Japanische.

Nicht nur wir Menschen reisen gern, zwangsweise auch unsere Lebensmittel. Vieles, das wir im Supermarkt ums Eck kaufen, trägt einen amtlichen CO2-Rucksack mit sich herum. Entkommt man dem?

Steffen: Sicher. Wenn man ein bisschen schaut, dann findet man immer Sachen, die aus der Region kommen. Man muss natürlich ein bisschen mit den Jahreszeiten gehen. Wenn ich mir einbilde, jetzt eine Erdbeere haben zu müssen, dann werde ich zwangsweise eine aus Übersee bekommen. Es ist natürlich unser Drang, unser Wusch, alles zu jeder Zeit zu haben. Ich finde es aber schöner, den Jahreszeiten zu folgen – Spargel in der Spargelzeit, Kohl in der Kohlzeit.

Steffen Henssler kocht live im März in Salzburg, Leonding und Wien! Nicht verpassen!

 

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