Strawberry Fields Forever im Burgenland

Wer kennt sie nicht, die berühmten Wiesenfestivals. Die burgenländische Erdbeermetropole ist seit Jahrzehnten das Mekka für Musikfreunde in Österreich. Angefangen hat alles mit einer Musikrichtung in Wiesen: dem Jazz.

 

Der Jazz, die um 1900 in den Südstaaten Amerikas entstandene afroamerikanische Musikrichtung, die mit sehr vielen Facetten und Spielarten beeindruckt, war einer der Faktoren, die dem inzwischen berühmten Wiesen-Zelt zu internationalem Ansehen verhalf. Am 15. Juli 1976 begann die Geschichte mit Bands wie Underwear und Woody Schabata oder dem Robert Ponger Trio, die am ersten Jazzfest Wiesen auftraten. Damals konnte sich die Veranstalter nicht träumen lassen, dass keine sieben Jahre später am selben Ort ein gewisser Ray Charles inklusive Orchester aufspielen würde. Mit den Jahren kamen die großen Künstler nach Wiesen: Ob Miles Davis (1984), Ella Fitzgerald (1983), Herbie Hancock (1983, 1989, 2003) oder einer der einflussreichsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts, der Wiener Joe Zawinul (1989) – in der internationalen Jazz-Szene war das Festival bald in aller Munde und aufgrund des Teams und des Ambientes bei Künstlern wie auch Fans rasch sehr beliebt.

Aufgepeppt

Nach mehr als drei erfolgreichen Jahrzehnten Jazzfest Wiesen war es an der Zeit, dem ganzen einen Feinschliff zu verpassen und etwas aufzupäppeln. Mit einem zum Teil neuen Veranstaltungsteam wie auch Konzept änderte man den Namen des Festivals auf The Nova Jazz & Blues Night Festival um. Die Rechnung ging auf, und die Zusammenführung dieser unterschiedlichen aber doch ähnlichen Musikrichtungen gelang ohne große Schwierigkeiten. So begrüßte man auf der Bühne in Wiesen auch Künstler wie Jestofunk oder Jamiroquai unter dem Banner des neuen Festivals. Aber auch mit etwas makaberen Anekdoten kann das Festival aufwarten: So wäre es im Jahre 2011 zu einem Auftritt von Amy Winehouse gekommen, der jedoch kurzfristig abgesagt werden musste. Ironischerweise verstarb Amy genau an dem Wochenende, wo sie in Wiesen aufgetreten wäre. Doch: „The show must go on!“ und wir landen im Jahre 2014, wo zwei Festivals an einem Wochenende über die Bühne gehen werden.

Let’s Dance

Zum einen am Freitag, dem 18. Juli unter dem Namen das The Nova Jazz & Dance Festival, das sich ausschließlich der groovigen und tanzbaren Seite des Jazz, Blues und Funk widmen wird. Mit Parov Stelar und seiner Band wurde hier ein hochkarätiger Headliner gefunden. Als einer der derzeit größten Acts, die die Alpenrepublik zu bieten hat, wird Parov für ausgelassene Stimmung im Zelt sorgen. Ein kleines Comeback feiern auch die Stereo MC´s, die neben The Cat Empire und der derzeitigen neuen Soul Sensation Bo Saris für ordentlich heiße Stimmung sorgen werden. Eingeleitet wird der schweißtreibende Abend von der Wiener Formation Herr Tischbein. Das Trio rund um jenen Herren bietet feinsten Electro Swing. Wärmste Empfehlung also für all jene, die das Tanzbein nicht nur zum Tischbein schwingen wollen!

Tradition

Am Samstag, dem 19. Juli geht es mit der The Nova Jazz & Blues Night dann wieder etwas traditioneller von der Hand. Trotzdem präsentiert sich das Festival in diesem Jahr sehr „jugendlich“: Mit dem aus Los Angeles stammenden Gregory Porter hat man einen starken „alten“ jungen Vertreter des Jazz als Headliner gewonnen. Der 1971 geborene Amerikaner feierte 2010 seinen Durchbruch und veröffentlichte bis jetzt drei Platten und beeindruckt stets mit seiner starken, aber doch feinfühligen Stimme. Als zweiten starken Act hat man die aus Großbritannien stammende Trip-Hop-Formation Morcheeba gewonnen. Den meisten von euch dürfte die Band rund um die stimmlich und auch charakterstarke Frontfrau Sky Edwards spätestens seit dem Hit „Otherwise“ aus dem Jahre 2002 ein Begriff sein. Mit dem 1987 in London geborenen Soul-Sänger Michael Kiwanuka hat man einen der interessantesten Acts des Festivals zu bieten. Das junge Talent studierte Jazzmusik und verdiente sich vorerst als Studiomusiker, ehe er sich 2011 entschloss, eine Solokarriere zu starten. Daraus sind bisher die EP „Tell Me A Tale“ (2011) und das Debütalbum „Home Again“ (2012) entstanden. Kräftiger Soul unterstützt durch starke Gitarrenparts für die Bühne in Wiesen! Durch diese kleine Rück-, wie auch Vorschau sollte bewusst werden, wie vielschichtig Wiesen und seine Konzertreihen waren und sind. Ein faires Preis-Leistungsverhältnis sprechen für einen Besuch des burgenländischen Ortes, der neben Erdbeeren auch Schauplatz der heimischen wie internationalen Musikszene geworden ist und hoffentlich als solcher auch lange erhalten bleibt.

 

Tickets bei oeticket.com

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!