Teesy wünscht sich was

Teesy

Nach seinem erfolgreichen Album-Debüt „Glücksrezepte“ und u.a. dem dritten Platz beim deutschen Bundesvision Song Contest vor zwei Jahren, legt der Berliner Teesy nun mit „Wünsch Dir Was“ nach.

Teesy

Auf dem zweiten Longplayer „Wünsch Dir Was“ (Erscheinungstermin: 15. Juli) ist nicht nur sein Kumpel Cro auf zwei Tracks zu hören, Teesy entwickelte auch seinen ganz eigenen Sound – weg vom klassischen HipHop zu einer genialen Mixtur aus Blues, Motown-Soul und R&B. Wir trafen den bescheidenen Shooting-Star, der seine eigene Schublade (er-) fand.

 

Frei nach dem Albumtitel „Wünsch Dir Was“ – hast du so etwas wie einen Lebenswunsch?

Teesy: Entspannung eigentlich. Das ist wertvoll im Leben, wenn man ab und zu was hat, wo nix ist, Zeit für sich. Zeit für Freunde, Zeit für Familie. Das ist es, was ich mir immer wünsche. In der heutigen Zeit ist es sehr wertvoll geworden, ein bisschen bei sich selbst zu bleiben und nicht durchzudrehen. Gerade auch im Musicbusiness, wo einem jeder den Arsch pudert. Irgendwann kann man das Lob nicht mehr hören, oder man denkt, dass man der Größte ist. Da muss einem die Familie wieder sagen: „Junge, bleib auf dem Teppich!“

Bei dir geht es jetzt aber erst so richtig los mit der Karriere. Müsste man da nicht mehr Erfolg, mehr Gigs, mehr Kohle wollen?

Teesy: Ja, das schon, auf jeden Fall – aber der Ruhm kann woanders bleiben. Mehr Airplay, mehr Mucke machen und so, ja, gerne. Aber das ganze Anerkennungsding – nah! Das Drumherum einfach weg streichen, und Musik der Musik wegen machen.

Auf dem Album gibt’s zwei Titel mit Cro. Also sind Erfolgsdimensionen wie seine für dich nicht unbedingt erstrebenswert?

Teesy: Ich hab‘ mir keinen Plan gemacht. Ich hab‘ keinen Punkt, an dem ich ankommen will. Wenn es so kommt, kommt’s so, dann bin ich auch zufrieden. Jetzt ist es schon so, dass ich von der Musik leben kann, was total geil ist. Bei dem Bekanntheitsgrad jetzt, der nicht groß ist… also ich werd‘ nirgends erkannt, ich kann entspannt überall hin gehen und hab‘ nicht übermäßig viel zu tun. Und an dem Punkt davon leben zu können ist schon extremere Luxus. Von mir aus muss es nicht anders werden.

Also darf es durchaus weniger als Superstarstatus sein?

Teesy: Eigentlich reicht es mir. Ich sag mal, es ist schön, so viele Leute wie möglich zu erreichen. Die Nebeneffekte brauch‘ ich nicht so.

Wie kam es überhaupt zu der Zusammenarbeit mit Cro?

Teesy: Wir sind mittlerweile recht dicke Kumpel und sehen uns öfters mal zum Muckemachen. Ich saß mit dem Label zusammen und wir haben nach einem Song gesucht, den wir als erste Single nehmen können und auf den sich alle einigen. Den gab es aber noch nicht. Zu Silvester bin ich dann zu Carlo gefahren um gemeinsam zu feiern. Wir haben drei Tage bei seiner Mutter zu Hause verbracht, haben uns irgendwann ganz ungezwungen zusammengesetzt und da kamen die beiden Songs raus, „Blind“ und „Jackpot“. „Jackpot“ war dann tatsächlich der Song, den wir gesucht haben, auf den sich alle als erste Single einigen konnten.

Wie ist es mit Cro zu arbeiten?

Teesy: Es geht immer ganz schnell mit Carlo, der ist echt ein totales musikalisches Genie.

Bleiben wir beim Thema: Wie wär’s mit einem Lotto-Jackpot?

Teesy: (lacht) Sehr gut, sehr gut! Ich muss sagen, ich bin Spieler. Kein Lotto-Spieler, aber Roulette. Ich hab‘ beim letzten Mal 1.600 Euro gewonnen, das müsste alle meine Verluste jemals wieder wettgemacht haben.

Das Music-Biz ist aber auch eine riesige Zockerei.

Teesy: Das ist mir jetzt beim zweiten Album wieder aufgefallen, wie wenig eigentlich in meiner Hand liegt. Ich kann mein Bestes geben und das habe ich mit diesem Album auch erreicht. Dann mach‘ ich ein bisschen Marketing und hau‘ meine Videos raus, dann liegt es aber nicht mehr in meiner Hand. Dann liegt es an den Radios, ob die meine Titel spielen. Da geht es um subjektive Meinung, um Interviewpartner, wer Fernsehbeiträge macht …

Ein Scheißgefühl, wenn man das eigene Baby nicht mehr in der Hand hat?

Teesy: Nicht scheiße, aber schon unangenehm. Auf jeden Fall. Aber das macht den Kitzel auch aus. Wenn ich im Vornherein wissen würde, was die Single des Jahres wird, dann wäre es ja langweilig.

Ein Titel heißt „Beim zweiten Mal“. Kann man es da besser machen?

Teesy: In diesem Fall geht es um die Liebe. Aber bezogen auf’s Album gilt das auf jeden Fall. Das erste war die Warmlaufphase. Jetzt bin ich bereit, denn beim zweiten Mal kann man es besser machen.

Die Themen der meisten Titel sind Zweisamkeit, Trennung & Co. Mit „Nie mehr“ gibt es aber auch einen politischen Song. Wie kam es zu dem thematischen Ausreißer?

Teesy: Ich finde, „Nie mehr“ ist ziemlich unfundiert. Ich glaube, damit mache ich mich leicht angreifbar, weil viele Sachen, die ich da sage, sind für manche, die sich auskennen, leicht widerlegbar. Das war aber mein Ziel. Ich wollte aus einer unfundierten Perspektive heraus einfach nur meckern und das ganz ohne Hintergrundwissen. Denn das ist eigentlich meine Perspektive. Ich habe mit Politik nicht so viel am Hut, ich wollte aber gerade trotzdem aus der Perspektive des einfachen Mannes aus dem Volk einfach nur grobschlächtig Allgemeinplätze bemeckern.

Bei „Draußen“ geht es musikalisch in Richtung Blues, der nächste Cut, „Boese“, klingt nach Motown-Sound. Ergab sich die Reihenfolge willkürlich, oder hast du die Reise durch die Genres durchdacht?

Teesy: Eigentlich war’s eher willkürlich. Ich hab‘ nur gemacht, worauf ich gerade Lust hatte. Ich mag ein Stück weit Unberechenbarkeit. Ich mag es, wenn man ein Album anhört und nicht weiß, was als nächstes kommt. Ich hab‘ mich in der Diversität gefunden, denn weshalb soll ich mich auf einen Stil beschränken, wenn ich Vorlieben für so viele Sachen hab‘? Die Mischung hat sich spontan ergeben. Ich mag keine Schubladen. Ich mach‘ einfach Musik und ich hoffe, ich mache gute Musik. Ich bin mir sicher, dass es diese Art von Musik so in Deutschland noch nie gegeben hat.

Ist das der Weg in die Zukunft oder kann es wieder irgendwann ein ganz anderer Stil werden?

Teesy: Es kann immer ganz anders werden, mal gucken. Ich weiß ja noch nicht einmal, was morgen ist …

Was du aber weißt ist, dass du im Februar in Wien live spielst. Wie lässt sich dieser Sound auf die Bühne bringen? Kommen die Bläser dann von der Festplatte?

Teesy: Wir sind im Moment sieben Musiker auf der Bühne, das ist eine ganz gute Basis. Dann bekommen wir noch drei Bläser dazu, also es wird auf jeden Fall …

… eine Tournee, bei der du keine Kohle verdienst?

Teesy (lacht laut): Ja, richtig! Wir versuchen die Musik so originalgetreu wie möglich auf die Bühne zu bringen. Das ist mein Wunsch.

Tickets für Teesys Österreichauftritt gibt es demnächst bei oeticket.com.
Wir verlosen 3 Stück des neuen Albums „Wünschdirwas“!

 

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