The Answer: Whole Lotta Love

Classic Rock erlebt seit wenigen Jahren ein schier unglaubliches Revival – auch fernab von ausverkauften Tourneen der Altherren von AC/DC oder horrenden Anstürmen auf singuläre Led-Zeppelin-Shows wie im Dezember 2007. Die Nordiren The Answer waren zwar nicht die ersten, die das Rad erneut wieder ins Rollen brachten – lange dafür aber die erfolgreichsten.

„Mitschuld“ an ihrem Erfolg trägt freilich nicht nur der Charme des Quartetts, der insbesondere dem Debüt Rise anheim war, ein Charme, der unverblümt und unerwartet die wilden Siebziger vor dem inneren Auge wieder aufleben ließ – und das selbst ohne süßlichen Duftschwaden in der Luft. Es waren auch die Support-Slots für Pipifax-Künstler wie die Rolling Stones (im Rahmen ihrer Bigger-Bang-Tournee) und AC/DC (im Rahmen der Black-Ice-Tournee), die The Answer einem Zirkel zugänglich machten, der (ohne abwerten zu wollen) sie einem Publikum ans Herz legte, das sich nicht ohnehin selbständig in die tiefsten Tiefen des ehrwürdigen Rocks – vergangen wie gegenwärtig gleichermaßen – vorwagte, sondern Musik weitestgehend via Ö3 verfolgt.

Mittlerweile sind die Jahre ins Land gezogen, The Answer begeisterten hierzulande auch am Nova Rock sowohl 2006 wie 2012, wie auch in einer ausverkauften Arena im Jahre 2011 – wer in der kleinen Halle damals zugegen war, ging anschließend schweißgebadet raus, wer diesen Abend misste, hat etwas verpasst. Ein Wunder, dass der brüchige Backstein im Anschluss nicht generalsaniert, die Liter Schweiß von der Feuerwehr abgepumpt werden mussten.

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Aber: Die gute Nachricht ist, The Answer kehren für zwei Österreich-Termine im November (Conrad Sohm & Szene Wien) wieder zurück – mit einem neuem Album im Gepäck. Zugegeben, man merkt am Viertling leichte Abnutzungserscheinungen, wie in unserer November-Ausgabe nachzulesen sein wird – aber nichts desto trotz: Mit Tracer als Vorband und einem derart starken Backkatalog kann man im Anschluss an diesen Abend nur mit einem krächzenden „We’re not worthy!“ in die Federn kriechen.

 

The Answer New Horizon

THE ANSWER New Horizon

 

Im Schweiße des Zeppelins gebadet waren die Nordiren 2006 mitverantwortlich für ein Revival des ehrwürdigen Blues Rock. Ergo: „Neue Horizonte“ sucht man auch auf dem Viertling vergeblich, man ist so vintage wie Vinyl, dabei aber mehr auf Hooks und Sing-A-Long-Stücke fokussiert, denn auf eine rotzige Fuck-Off-Attitüde, wie einem Gros der Kollegenschaft anheim. Genial: Thorgersons Coverbild.

 

Als Vorband fungieren Tracer aus Australien, die in unserer Mai-Ausgabe für ihr aktuelles Album El Pistolero bereits Lob einheimsen konnten:

 

tracer

TRACER El Pistolero

 

Das Trio aus Down Under feierte 2009 mit L.A.? seinen Einstand, legte 2011 Spaces In Between nach – bereits mit erahnbarem Potential. Dann die Auftritte im United Kingdom: ein Siegeszug, Standing Ovations bei Fachpresse und dem Publikum gleichermaßen. Nun schießt der Pistolero, in Szene gesetzt von Kevin Shirley (Silverchair, Iron Maiden, Slayer, Led Zeppelin), doppelläufig nach: fuzzig, düster, dreckig, retro – einfach geil.

 

Mehr zum Thema „Classic Rock“ gibt’s dann im Dezember in unserem Nuclear-Blast-Special. Watch out and rock out!

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