The BossHoss – Vom Bier- und Songbrauen

Als eine Berliner Cover-Country-Band begonnen, schwirren eigene Songs wie Don’t Gimme That  schon längst als Ohrwürmer in den Köpfen zahlreicher Fans. TICKET trifft Sascha Vollmer und Alec Völkel von The BossHoss während ihrer Promo-Tour in Wien zu einem gemütlichen Plausch. Da darf auch ein Gläschen Bier nicht fehlen:

Weil wir hier auch bei Bier zusammensitzen: Ihr bringt ein eigenes “The BossHoss-Bier” heraus. Was ist das Besondere daran?

Sascha Vollmer: Es ist ein Pils, ein bisschen LSD ist drin (lacht). Ein sehr leckeres Bier.

Vom Bier-zum Songbrauen. Sascha, du bist ja der Schreiberling. Was ist das Rezept für einen richtig guten Song?

Sascha: Es gibt nicht so das Rezept, wie beim Bier-Brauen. Aber es muss einfach sein: weniger ist mehr, eine einfache Melodie, die hängen bleibt und logisch nachvollziehbar ist, vielleicht auch an das ein oder andere Kinderlied erinnert. Das kann man nicht nach einer Check-Liste abarbeiten. Ich nehme einfach eine Gitarre auf den Schoß und spiele Akkorde, irgendwann denken wir „Halt, die sind irgendwie geil in dem Rhythmus“, dann summen wir dazu, jammen dazu und vielleicht nimmt dann ein Song Form an. In erster Linie geht es um Gefühl und kreatives Laufenlassen. Zumindest ist das meine Vorgehensweise.

Ihr habt als Countryr-Band begonnen, wieviel „Country“ ist in eurer Musik noch übrig?

Alec Völkel: Im Image viel, in der Musik auch durchaus, weil wir das „Countryeske“ noch stark als Element vertreten haben. Jedoch wollten wir uns weiterentwickeln.

Sascha: Parallelen zur ersten Stunde sind ja auch noch da, weil wir haben damals auch nicht nur gecovert, sondern haben sehr viel Kreativität und Interpretation in diese Songs gelegt, dass sie teilweise mit dem Original nicht mehr vergleichbar waren. Zum Beispiel um Sabotage von den Beastie Boys haben wir einen kompletten Song zum Text gebaut. Wir hatten immer große Freude daran, möglichst frei zu interpretieren und trotzdem eine Homage ans Original zu erzeugen.

Apropos Homage ans Original: Von wem würdet ihr denn gerne einmal gecovert werden?

Sascha: Die sind ja fast alle tot, bei denen es geil wäre: Elvis vielleicht. Ihn noch mal kennen zu lernen und mit ihm Musik zu machen…

Dann braucht Elvis aber auch einen Cowboyhut…

Alec: Auf jeden Fall.

The Boss Hoss als Coaches bei The Voice of Germany (c) Lily Allen

The Boss Hoss als Coaches bei The Voice of Germany (c) Lily Allen

Ihr seid seit 2011 Jurymitglied in der Castingshow The Voice of Germany. Wie ist es für euch plötzlich, nicht mehr bewertet zu werden, sondern selbst zu bewerten?

Alec: Es geht eher darum, Leuten dabei zu helfen sich selbst zu entdecken. Das macht Spaß, auch weil wir uns dabei nicht immer in unserem eigenen Mikrokosmos aufhalten, sondern uns mit anderer Musik und Genres beschäftigen. Auch mit Leuten, die das schon viele Jahre machen und zum Beispiel viel besser singen können.

Hat das Aufmerksamwerden auf neue Musikstile auch das neue Album Flames Of Fame  beeinflusst?

Alec: Ich glaube schon.

Sascha: Vielleicht unterbewusst. Durch The Voice wird man noch offener, da fließt bestimmt was mit ein.

Was könnte hier an neuen Elementen sein?

Alec: Es gibt keine neuen Zutaten, wir wollten die bisherigen Elemente noch schlüssiger zusammenfügen. Vorher war’s ein Countrysong, dann ein Rocksong, dann ein „Voll-Auf-Die-Fresse“-Song, dann ein Song mit ein paar Samples, ein bisschen Beat und ein bisschen Pop. Und jetzt verschwimmt alles im Ganzen, finde ich. Wir wagen mehr.

Die Single Do It ist ja auch ein Appell, Dinge einfach zu wagen, ohne viel nachzudenken. Wie sehr lebt ihr danach?

Alec: Wir haben das Glück in unserem Beruf die Federführung  zu haben. Wir können unsere Musik machen, wie wir wollen. Natürlich werden wir beraten, haben wir Hilfe, aber wir müssen nichts machen, was von nicht von uns kommt und wo wir nicht 100 Prozent dahinter stehen.

Was nehmt ihr euch vor, einfach einmal zu tun?

Alec: Einfach mal Urlaub machen.

Shasha: „Quit your job, have fun“ (Lyrics aus Do It Anm.) ist natürlich nicht wörtlich zu sehen, sondern nur überspitzt im übertragenen Sinn.

Alec: Natürlich ist das bei uns auch in Verbindung mit unserer Karriere zu sehen.

Wer sind eure härtesten Kritiker?

Alec: Wir selbst und unsere Fans. Auch mein Sohn ist schon kritisch. Da höre ich auch schon hin und der hat schon was zu sagen. Die Leute, die einem am nächsten stehen, deren Urteil hat ja auch am meisten Gewicht.

Irgendwelche weiteren Alkoholbraupläne?

Sascha: Wir bleiben einmal beim Bier, die harten Sachen kommen erst.

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