THE BOY NEXT LIVINGROOM – JOSH KUMRA

21 Jahre alt, aber ganz und gar nicht grün hinter den Ohren ist der britische Singer/Songwriter Josh Kumra. Vor einigen Jahren hat er begonnen, in Bars zu spielen, um schließlich mit Rapper Wretch 32 eine Nummer-Eins-Single zu veröffentlichen. Nun pendelt er zwischen Gigs in Konzerthallen vor tausenden Leuten und Wohnzimmerauftritten vor eingeschweißten Fans.

Im Februar hast du ein paar Wohnzimmer-Gigs gespielt. Würdest du nach Österreich kommen, wenn ich dich in mein Wohnzimmer einladen würde?

Josh Kumra: Natürlich, ja, ich würde kommen, solange ich Zeit habe. Es dauert sehr lange, um hierher zu kommen, aber wenn ich sonst nichts zu tun habe, werde ich gerne herfahren und ein paar Songs spielen. Solange ich davor und danach Schifahren gehen kann, bin ich glücklich.

Du fährst Schi?

Josh: Ich liebe Schifahren! Ich war schon ein paar Mal in St. Johann in Österreich.

Was ist besser: Wohnzimmer-Gigs oder riesige Konzerthallen?

Josh: Wohnzimmer-Gigs sind für mich perfekt, um neue Musik auszutesten, denn das Publikum kann dich nicht anlügen. Wenn man etwas spielt, das ihnen nicht gefällt, sieht man das sofort. Wenn du aber vor einem großem Publikum spielst und es gefällt ihnen nicht, kannst du das schwer herausfinden. Sogar wenn nur die Hälfte von ihnen klatscht, klingt es so, als würden alle applaudieren.

Du spielst heuer beim Frequency Festival. Glaubst du, dass deine Musik auf ein Festival passt?

Josh: Ja! Ich habe eine Band dabei, die einen tollen Sound hervorzaubert. Wir sind dann zu dritt, ich an der Gitarre sowie Bass und Schlagzeug. Der Schlagzeuger ist ein absolutes Biest.

Dein Debüt-Album ist groß – nicht nur, weil du 17 Lieder aufgenommen hast, sondern auch, weil es nicht nur auf der Akustik-Singer-Songwriter-Schiene bleibt, was die meisten von dir erwarten würden. Was waren deine Ziele, als du dieses Album gemacht hast?

Josh: Es war nicht meine Mission, etwas Kollektives zu machen. Manche Musiker machen Alben, die wirklich gut zusammenpassen, also rein aus Akustik bestehen oder immer dieselben Instrumente verwenden. Aber bei mir ist das anders: Ich bin ein Musikfan. Ich liebe Blues, Rock, Reggae und so weiter. Statt mich einzuschränken, wollte ich zeigen, dass ich Akustik-Songs und gleichzeitig auch festivaltaugliche Lieder spielen kann.

Deine Zusammenarbeit mit Wretch 32 mit dem Lied Don’t Go hat dich sehr bekannt gemacht. Was glaubst du, wo wärst du ohne sie?

Josh: Ich würde wahrscheinlich noch immer in einem Pub in Swindon (seine Heimatstadt, Anm.) spielen (lacht). Ich wusste schon immer, dass ich etwas mit Musik machen würde, das war mein Traum. An jedem Tag meines Lebens habe ich daran gearbeitet, in der Musikwelt weiter zu kommen. Ich hätte aber nie geglaubt, dass es so schnell geht. Don’t Go hat das um Einiges beschleunigt.

Wir hatten vor kurzem ein Interview mit Michael Bublé. Er sagte, es wäre gut, viele Jahre zu brauchen, um erfolgreich zu werden, weil man sich ab dem Zeitpunkt, an dem man bekannt ist, nicht mehr entwickle. Was denkst du darüber?

Josh: Ich glaube, dass das wahrscheinlich wirklich so ist. Bei mir ist das ein bisschen anders. Die Leute kennen mich durch Don’t Go. Aber eigentlich gibt es von mir viel mehr, als die Leute hören. Das ist nur ein kleiner Teil. Mir kommt vor, ich habe noch tausende Sachen, die ich den Leuten zeigen kann. Diesbezüglich habe ich also keine Bedenken. Das einzige Problem könnte sein, dass man nicht mehr die Zeit hat, genau das zu machen, was man will, weil die Leute immer nach mehr verlangen.

 

 

Good Things Come to Those Who Don’t Wait ist bei Rca Int. (Sony Music) erschienen.

 

 

Josh Kumra in der Wiener Stadthalle verpasst? Kein Problem, der junge Ausnahme-Songwriter kommt mit seiner Band zum Frequency Festival!

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